Sehnsucht nach Begegnung
Shownotes
Pastor Michael Rohde predigt über Lukas 1, 39-45 und die Sehnsucht nach Begegnung
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00:00:17: Alles wirkliche Leben ist Begegnung.
00:00:22: Diesen Satz hat Martin Buber gesagt, ein jüdischer Religionsphilosoph und hat damit auf den Punkt gebracht, was in seiner Ich-du-Philosophie zur Entfaltung kommt.
00:00:31: Es ist ein faszinierendes Geheimnis eigentlich des Lebens.
00:00:35: Alles wirkliche Leben ist Begegnung.
00:00:39: Sehen Sie auch nach Begegnung, darum geht es in dieser Predigt.
00:00:42: Und als Menschen sind wir auf Begegnung hingeschaffen.
00:00:49: Wann spür ich die Sehnsucht nach Leben?
00:00:51: Wann spür ich die Sehnsucht nach Begegnungen?
00:00:55: Nach einer gelungenen Begegnung, die erföhnt war oder wenn ich ehrlich bin auch, wenn ich mich einsam fühle?
00:01:04: Auch in einem Raum mit vielen Menschen kannst du die allein vorkommen.
00:01:09: Du kannst in einer großen Stadt leben mit vielen Nachbarn und Menschen und doch die alleine vorkommen.
00:01:18: Du kannst eine hohe Zahl an Freunden und Followern und Menschen haben Kontakten in sozialen Medien und doch dich unverbunden fühlen.
00:01:30: Bereits Mutter Teresa meinte, das größte Problem der Welt ist nicht der Hunger, sondern die Einsamkeit und das Gefühl, unerwünscht zu sein.
00:01:41: Einsamkeit ist ein Thema übrigens aller Generationen, nicht nur der Älteren.
00:01:48: Einsamkeitsfördernd ist in der älteren Generation der Abschied aus dem Berufsleben, der Tod von langjährigen Freunden oder Partnern, der Umzug aus der bisherigen Wohnung, das Gefühl Erinnerung zu haben, aber nicht mehr mit vielen teilen zu können und vieles andere.
00:02:09: Und Einsamkeitsfördernd ist bei jungen Erwachsenen zwischen nachts und nun dreißig auch der Ortswechsel durch Studium, Ausbildung, Einstieg in den Arbeitsplatz.
00:02:18: Und auch das zunehmende Gefühl fehlender Verbundenheit trotz der vielen Möglichkeiten an Verbindungen.
00:02:24: Bereits im Jahr zwei Tausend Achtzehn wurde in Großbritannien die erste Ministerin für Einsamkeit ernannt.
00:02:32: Ein Ministerium für Einsamkeit.
00:02:35: Und in einem Untersuchungsbericht aus Großbritannien heißt es, Einsamkeit sei genauso gesundheitsschädigend wie das Rauchen von täglich fünfzehn Zigaretten.
00:02:48: Man kann zu Weihnachten eine ganze Familie um sich herum haben und doch sich innerlich verloren vorkommen.
00:02:57: Ich war erfreut, dass ein Diakon in dieser Stadt am Heiligabend von zwanzighört dreißig bis, glaube ich, Mitternacht ein Angebotschaft für Jugendliche, die eine Pause von ihrer Familie brauchen am Heiligabend.
00:03:12: Bei einer Straßenumfrage zum Thema Einsamkeit sagt ein befragter, tief im Innern sind wir alle einsam.
00:03:18: Manche können sich nur besser ablenken.
00:03:22: Als Christ, denke ich, Einsamkeit ist Heimweh nach Gott.
00:03:29: Vielleicht gehen dir diese Gedanken zu weit.
00:03:30: Vielleicht fühlst du dich ganz zu Hause in deiner Familie, in deinem Freundeskreis, in deinem Umfeld, in deiner Gemeinde.
00:03:37: Das sind ja auch echte Geschenke, wenn dieses Gefühl da ist.
00:03:41: Und das wollen wir als Gemeinde auch sein.
00:03:43: Ein zweites Zuhause, ein Second Place.
00:03:46: Und vielleicht geht es dir so.
00:03:48: Und vielleicht geht es dir auch manchmal anders.
00:03:51: Im Rückblick auf diese Frage der Nachbegegnung frage ich mich das auch im Blick auf das letzte Jahr.
00:03:57: Wann und wo und wie kommt es denn zu tiefen Begegnungen zwischen Menschen?
00:04:03: Und für diese Frage kann uns die Vorweihnachtsgeschichte eine Hilfe sein.
00:04:07: Sie kann uns helfen.
00:04:08: Wir haben im Sandvideo vorhin schon den Bibeltext gesehen, den der Evangelist Lukas erzählt, in seinem Evangelium von einer Begegnung einer besonderen Qualität.
00:04:17: Der Bibeltext aus Lukas I, den ich auch gleich nochmal in Abschnitten,
00:04:20: Abfers.,
00:04:22: lese.
00:04:24: Aber nochmal, wer begegnet sich da überhaupt?
00:04:26: Zwei völlig unterschiedliche Menschen.
00:04:28: Maria ist jung.
00:04:31: Verlobt mit einem einfachen Handwerker, dem Tischler Josef.
00:04:35: Und eben hat der Engel Gabriel ihr gesagt, dass sie unverhofft schwanger wird.
00:04:38: Und Maria trägt in sich vermutlich auch Ängste, Sorgen über ihr Leben, das vor einer enormen Veränderung steht.
00:04:47: Und dann ist da Elisabeth, die schon alt.
00:04:50: Sie stammt aus dem Priestergeschlecht Aron, verheiratet mit dem Priester Zacharias, bis ins Alter ohne Kinder.
00:04:57: Sie galt als unfruchtbar.
00:04:59: Und jetzt auf einmal auf wunderbar sammelweise als betagte Hochschwanger und im sechsten Monat.
00:05:06: Und man sieht ihr schon das Kind an, von Weitem.
00:05:09: Elisabeth trägt Vorfreude in sich mitten in der Veränderung als ein altes Ehepaar.
00:05:16: Der Name Elisabeth bedeutet Gott ist Fülle.
00:05:21: Wie kommt es zu dieser Begegnung zwischen zwei völlig ungleichen Personen, alt und jung?
00:05:25: Maria macht sich auf den Weg und so steht es im Bibeltext.
00:05:30: Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judea.
00:05:36: Sie gingen das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.
00:05:41: Alfred Rademacher sagte, die Brücke der Begegnung heißt entgegenkommen.
00:05:47: Denn tatsächlich, die anderen begegneten sich erst, weil sie sich entgegenkommen und es ist nötig, sich aufzumachen, einen Abstand zu überwinden, dem anderen entgegenzukommen.
00:05:59: Maria befindet sich in Nazaret, das liegt am Segenetzaret, und sie macht sich auf den Fußweg oder vielleicht mit dem Esel ins judeische Bergland.
00:06:08: Das ist eine mehrtägige Reise.
00:06:12: Manchmal müssen wir geografische Entfernung überbrücken, um Menschen zu begegnen, jemanden live zu sehen.
00:06:19: Und gerade zu Weihnachten nehmen ja das viele in Kauf, dass sie sich auf den Weg machen oder das genau das sie daran hindert, zu kommen.
00:06:27: Manchmal schieben sich zwischen Menschen aber nicht Kilometer, nicht Geografie, sondern innere Wege.
00:06:35: Innere Wege, die du gehen musst, um dem anderen wieder einen Schritt entgegenzukommen.
00:06:43: Welchen Abstand müsstest du überbrücken?
00:06:48: Maria macht sich auf.
00:06:50: Sie überwindet Trägheit und Bequemlichkeit.
00:06:52: Sie überwindet inneren Abstand und äußeren Abstand.
00:06:55: Sie beeilt sich sogar.
00:06:57: Sie will unbedingt ihre Kursine treffen.
00:07:00: und ihr Begegnung.
00:07:02: Und in diesem Zusammentreffen von zwei Personen gestieht etwas.
00:07:07: Eine besondere Qualität hat diese Begegnung.
00:07:12: Und wenn du dich dann aufmachst zu jemanden, dann kommst dir eine Höhe und Sichtweite und davon wird dir berichtet.
00:07:18: Und so ist es auch im Alltag.
00:07:19: Die Begegnung auf einer Treppenstufe, die kann kurz sein, das kann nur eine Treppenstufe bereit sein, aber es kann auch an einer Flüchtigen in einer kurzen Begegnung oder am Supermarkt dich verbinden mit jemandem.
00:07:32: Deswegen ist bei jeder Begegnung die erste Frage, wie begrüße ich denn den anderen?
00:07:38: Du hast mich gar nicht gehört, als ich dich rief.
00:07:41: Du hast mich an mir vorbei gesehen.
00:07:43: Du hast mich gar nicht beachtet.
00:07:44: Manchmal hört man sowas, wenn man in der Stadt war und jemand übersehen hat, weil man gar nicht mit der Begegnung gerechnet hat.
00:07:51: Vielleicht auch völlig ohne Absicht.
00:07:53: Maria und Elisabeth begegnen sich mit allen Sinnen.
00:07:56: Maria betritt den Raum und begrüßt sie und diese Begrüßung ist nicht körperlich.
00:08:01: Sie hat sogar körperliche Folgen.
00:08:03: Wir lesen im Text, als Elisabeth den Groß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib.
00:08:10: Ja, unser Körper ist ein Resonanzkörper.
00:08:13: Was wir hören, was wir sehen, wem wir begegnen, das wirkt auf uns ganz, auch auf den Körper logischerweise.
00:08:21: Und wie die sich begrüßen, In einer mitalterlichen Ikone veranschaulich der Künstler diese Begegnung so.
00:08:32: Sie begegnen sich nach dieser Interpretation auf Augenhöhe.
00:08:37: Eine Hand zum Handschlag, aber zugleich berührt Maria die ältere Elisabeth auch am Arm.
00:08:44: Und dem Ikonografen genügt es nicht nur, dass er etwas dickere Bräuche malt, sondern dass eigentlich Unsichtbare, die beiden ungeborenen Kinder, sind auch zu sehen.
00:08:53: Und die beiden Jungen, Johannes und Jesus, werden sie heißen, sie sehen sich auch an, Auge in Auge.
00:09:00: Das Kind in Elisabethsbauch hüpft bei der Begegnung.
00:09:04: Das gehört ja bei Schwangerschaften zu den faszinierendsten Erfahrungen, wenn das Kind imwendig strampelt.
00:09:09: Also das war schon für mich als Vater ganz intime Momente, am Bauch der Frau zu hören, manchmal zu sehen, wie von innen ein Körperteil sich an die Bauchdecke schiebt oder sogar die Hand auf den Bauch zu legen und das Kind zu spüren.
00:09:24: Hier, der Künstler offenbart uns das.
00:09:26: Da sind zwei Kinder.
00:09:28: Nun ist das kein Bericht von Maria und Elisabeth aus dem Geburtsvorbereitungsgeber.
00:09:34: sondern hier geschieht etwas Verborgenes.
00:09:38: Und dieses Verborgen ist für alle Menschen relevant, unabhängig von dem Beziehungsstatus oder ob man Kinder hat oder nicht.
00:09:45: Darum geht es hier gar nicht.
00:09:46: Das Geheimnis der guten Begegnung verbirbt sich hier.
00:09:49: Eine Begegnung, die zu spüren ist, die berührt.
00:09:53: Eine Begegnung, die die intimes Fähre eines Menschen, der Seele und des Körpers ungezwungen, freiwillig vorsichtig berührt.
00:10:05: Eine Begegnung, die Einsamkeit verdrängt.
00:10:11: Wie nah kommen sich zwei Menschen bei einer Begegnung?
00:10:16: Eine moderne Künstlerin zeigt die Begegnung zwischen Maria und Elisabeth so, dass sie sich zärtlich küssen.
00:10:26: Und ihre beiden inwendigen Kinder malt diese Künstlerin wie durch ein Labyrinth miteinander, getrennt und doch verbunden.
00:10:36: Die Sehnsucht nach Begegnung wird im Augenblick der Berührung gestillt.
00:10:41: Und jeder Mensch braucht Momente der Intimität.
00:10:45: Die beiden Kursinen erlauben hier diese Nähe.
00:10:51: Als Gemeinde haben wir nach Werten gesucht, die uns wichtig sind.
00:10:53: Und wir haben sie so formuliert, dass wir sagen, wir wollen Christus orientiert, liebevoll, gemeinsamen, weltoffen Gemeindeleben.
00:11:03: Und damit wir als christliche Gemeinschaft ein Zuhause sind, üben wir dieses Liebevolle Umgang und gemeinsam ein.
00:11:13: Wir ermöglichen damit Nähe.
00:11:17: Die Gemeinde soll ein sicherer Ort sein.
00:11:20: Das heißt, es braucht auch den Respekt vor Grenzen.
00:11:24: Auch vor Intimgrenzen logischerweise.
00:11:27: Denn herzliche und freundschaftliche Nähe soll nicht übergriffig sein und darf nicht mit Gewalt verbunden sein.
00:11:34: Mit Zwang oder Übergriffigkeit.
00:11:37: Elisabeth zeigt sich Maria in dieser Begegnung als freundliche Kursine und sie wird sogar noch mehr.
00:11:42: Sie wird zu einer geistlichen Mutter, eigentlich zu einer Mentoren sogar, denn jetzt fängt sie an, zu ihrer Kursine zu reden, als ältere Frau.
00:11:51: Und sie reden nicht einfach nur, wie das ist, schwanger zu sein, sondern da passiert was ganz anderes.
00:11:56: In dieser natürlichen Begegnung von zwei Menschen redet Gott durch Elisabeth zu Maria.
00:12:03: Und das macht die Begegnung zu einem wirklich göttlichen Moment.
00:12:08: Und Lukas beschreibt das so.
00:12:10: Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt.
00:12:14: Und sie rief mit lauter Stimme, gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet es die Frucht deines Leibes, wär mir nicht, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt.
00:12:25: In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
00:12:30: Seliges, die die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was Gott Herr ihr sagen ließ.
00:12:39: Wieder erzählt Lukas von etwas, was eigentlich unsichtbar ist, nämlich, dass der heilige Geist Elisabeth erfüllt und dass Gott durch sie wirkt.
00:12:50: Von der damaligen Status her ist Elisabeth ja die ältere, Maria die Jüngere, aber hier in der Geschichte geht es um die Jüngere.
00:12:57: Gott will Maria, dieses junge Mädchen, diese junge Frau aufbauen, ermütigen, ermutigen sie, erhöhen.
00:13:03: und so hat Elisabeth vier Botschaften für Maria, ein Segen für sie als Frau.
00:13:08: Ein Segen für das ungeborene Kind.
00:13:11: Eine staunende Frage, wer bin ich, dass ich der Mutter meines Herrn zu mir kommt?
00:13:16: und abschließend auch noch ein Glückwunsch, eine Seligpreisung, die den Glauben der Maria bekräftigt.
00:13:24: Elisabeth trägt nicht nur ein sechs Monate altes Baby mit sich herum, sie ist gleichzeitig voller Segensworte, Glückwünsche für andere.
00:13:33: Sie ist nicht nur bei sich, sie ist auch beim anderen.
00:13:35: Sie ist bei Maria, bei dem Menschen, den sie jetzt begegnet, dem, der sie etwas zu sagen hat, voll des heiligen Geistes.
00:13:44: Manche alte Menschen fühlen sich gerade zu Weihnachten einsam.
00:13:48: Da fehlt jemand ganz besonders.
00:13:52: Und manche Witwe spürt die Trauer um den Ehemann oder eben mancher Witwa um seine Ehefrau.
00:13:58: Und manchmal betrauen wir auch ganz andere Menschen oder Dinge, die wir verloren haben.
00:14:04: Und wenn ich das so direkt sagen darf, Gott braucht dich so, wie du jetzt bist, mit deinen Gefühlen, auch mit der Trauer.
00:14:12: Und du kannst gleichzeitig, obwohl du vielleicht bei dir was Großdienstes vermisst, für andere, für Jüngere ein Segen sein, ein Wort haben, ein Mitgefühl, eine Nähe geben.
00:14:29: Das ist das Geheimnis, wenn wir selber Schmerz erleben und Verlust, dass wir manchmal dann gerade sensibler sind für andere.
00:14:35: Und hier ist es ja eine Freudensituation, aber auch Elisabeth ist nicht nur bei sich, sondern sie kann in ihrem Alter der Jüngeren ganz viel geben.
00:14:44: Denn als Christinnen und Christen sind wir Träger des Heiligen Geistes.
00:14:50: Gottes Geist kann tatsächlich durch uns Menschen begegnen.
00:14:53: Sehen sich nach Begegnungen.
00:14:54: Das ist nicht nur zwischenmenschlich.
00:14:57: Damit fängt alles an.
00:14:58: Aber es ist eben geistlich.
00:15:00: Und wenn du den bevorstehenden Verwandtenbesuch jetzt an den Feiertagen vor Augen hast oder den nächsten Geburtstag, die nächste Begegnung, macht dir doch klar, dass du auch jemanden sein kannst, durch den Gott zum anderen redet.
00:15:14: Durch den Gott, den anderen ansieht.
00:15:18: Durch den Gottesgeist, Gott, den anderen umarmt.
00:15:23: Gott hat sich ja diesem Weg überlegt, dass er auf diese Weise uns begegnen will, durch den anderen.
00:15:30: Klar, wenn sich Elisabeth und Maria begegnen, dann ist auch die Uhr der Geschichte der Welt hier auf eine besondere Zeit gestellt.
00:15:36: Das ist natürlich ein einzigartiger Moment der Geschichte.
00:15:39: Diese Segensprüche machen das deutlich.
00:15:42: Maria wird über alle Frauen herausgehoben, die ein Kind bekommen.
00:15:45: Dieser Segenspruch, den kann man jetzt nicht einfach kopieren und auf die nächste Glückwunschgarte zur Geburt eines Kindes schreiben, weil Maria trägt ja den Sohn Gottes in sich und das macht sie einzigartig.
00:15:56: Sie darf die Liebe Gottes auf ganz besondere Weise zur Welt bringen.
00:16:01: Sie darf an sich ein einzigartiges Wunder erleben, nämlich Gott wird Mensch, Inkarnation, er wird uns ähnlich.
00:16:10: Und aber diesen Weg, Gott kommt vom Himmel auf die Erde, den geht Gott immer wieder.
00:16:16: Denn das ist ja das Geheimnis des Heiligen Geistes, dass er jetzt im Menschen wohnt und so wie Elisabeth erfüllt war mit dem Heiligen Geist, mit dem Geist Gottes.
00:16:26: er Menschen begegnen kann, mit Menschen.
00:16:28: Und damit trägt jeder Christ Gott in sich durch diese Geistkraft.
00:16:34: Gott wohnt in dir, will dort Wohnung nehmen.
00:16:37: Wir singen das in den Adventsliedern.
00:16:39: Zur Krippe werden, Christus aufnehmen.
00:16:44: Ihr beim Weihnachtsfest, Weihnachtsmarkt ist ja der Jesus verschwunden aus der Krippe.
00:16:49: Irgendwer hat ihn mitgenommen.
00:16:51: Dann gab es an der HNA ein Artikel, ob nicht irgendwann schlechtes Gewissen kriegt, dass er die Jesusfigur gestohlen hat.
00:16:56: oder mitgenommen.
00:16:58: Jetzt hat der Schausteller eine andere Figur hineingelegt und eine Plexiglasscheibe davor gemacht.
00:17:05: Das finde ich ja keine gute Lösung.
00:17:07: Aber die Idee, dass da eigentlich eine Lehrstelle ist, dass da noch was hineinkommen muss, die finde ich eigentlich wunderbar.
00:17:16: Weil wir sind erst mal eine leere Krippe, in die Gottesgeist einziehen muss.
00:17:20: Das ist nicht einfach da.
00:17:23: Jeder mit Christus verbundene wird Maria und Elisabeth ähnlich.
00:17:27: Wir tragen Gottes Geist als Christian und Christen in uns.
00:17:30: Wir dürfen aus seiner Kraft leben.
00:17:32: Wir dürfen mit seiner Kraft Menschen begegnen, uns aufmachen zum Menschen, nochmal hinhören, nochmal reden und auch berühren.
00:17:42: Auf der Welt wurde Geschichte begegnen sich durch Elisabeth und Maria auf verborgene Weise auch zwei Männer.
00:17:47: Diese beiden Babys in ihren Bäuchen.
00:17:49: Johannes der Teufel wird Elisabeth und Zacharias geschenkt.
00:17:53: Der Bote, der Umkehr, der Wegbereiter, der Rufe in der Wüste.
00:17:59: Der Name Johannes bedeutet Gott ist gnädig.
00:18:02: Und Maria empfängt Jesus von Nazareth.
00:18:06: Hebräisch Jeshua, Gott rettet.
00:18:10: Gnade und rettet, rettung, also Johannes und Jesus.
00:18:13: In zwei Worten ist alles gesagt, was das Evangelium sagen will.
00:18:17: Gott ist gnädig, Gott will retten.
00:18:20: Dafür hat er Menschen geschickt.
00:18:22: Johannes und Jesus begegnen sich in dieser Geschichte.
00:18:25: Und Johannes hüpft schon vor Freude im Mutterleib, die adventliche Vorfreude, dass Jesus der Retter kommt.
00:18:32: In dieser Geschichte ist quasi Advent und Weihnachten schon enthalten.
00:18:37: Johannes wird nämlich derjenige sein, der wie Elisabeth, gefüllt vom Heiligen Geist, dann von Gottes Liebe redet, Menschen zur Umkehr ruft, Zertaufe ruft und der dann auch Jesus tauft.
00:18:48: Und vielleicht ist für dich die Taufe, der nächste Schritt, Gott zu begegnen in der Nachfolge.
00:18:55: Meldet dich gern, Zertaufe.
00:18:58: Sieger Köder hat diese verborgenen Begegnungen auf diese Weise gemalt, auf wunderschöne Weise, wie ich finde.
00:19:06: Hier beugt sich die alte, fahle Frau Elisabeth und birgt sich in Maria, die sie schützend umhüllt.
00:19:18: Und im Hintergrund sieht man, wie Johannes mit einem großen Finger auf denjenigen zeigt, der die Sehnsucht nach Begegnungen stillen kann, immer wieder nämlich auf Jesus Christus.
00:19:35: Die größte Figur im Bild ist der erwachsene Jesus.
00:19:38: auf den Johannes zeigt.
00:19:41: Der Verborgen in Maria ist, die jetzt schon Elisabeth umarmt.
00:19:50: Sehnsucht nach Begegnung.
00:19:54: Also ich spüre diese Sehnsucht immer wieder.
00:19:56: Die ist nicht ein für alle Mal gestillt.
00:19:59: Und ich will diese Sehnsucht auch nicht durch oberflächliche Begegnungen zerstreuen.
00:20:03: Ich will diese Sehnsucht ernst nehmen, weil ich glaube, Einsamkeit ist das Heimweh nach Gott.
00:20:10: Der Gott der Bibel will dir begegnen.
00:20:18: Und zwar mit allen Sinn.
00:20:20: Und der Advent ist der Fingerzeig auf Jesus.
00:20:25: Diese Brücke der Begegnung ist das Entgegenkommen.
00:20:28: Und vielleicht ist das heute eine Frage, die du mitnimmst.
00:20:30: Welchen Abstand zu einem Menschen ist so groß geworden?
00:20:34: Und vielleicht hat sich erscheint überwindlich sogar, dass du heute doch die Frage schenkst, Mensch, Gott schenkt mir Kraft, diesen Abstand zu überwinden, dem anderen einen Schritt entgegenzukommen.
00:20:49: Das ist mein Wunsch für deinen vierten Advent.
00:20:52: Bete für eine Annäherung.
00:20:56: Warum beten?
00:20:56: Weil ich glaube, manches Innere muss manchmal erst weggeräumt werden, was wir gar nicht verfügen können.
00:21:01: Aber dann bitte Gott, um die Kraft selber den ersten Schritt zu machen oder einen Schritt zu machen.
00:21:07: Auf den anderen wieder erneut zum ersten Mal.
00:21:12: Tut zu gehen.
00:21:14: Du entscheidest dich dann wie Maria, die sagt, ich beeile mich.
00:21:18: Mach dich auf den Weg.
00:21:19: Und wenn es mehrere Tage Reise bedeutet, innere oder äußere Reise, vielleicht erscheint ihr auch Gott gerade weit weg.
00:21:29: Vielleicht ist deswegen die Adventszeit eine gute Gelegenheit, besondere Musik zu hören.
00:21:35: Vielleicht das Weihnachtsoratorium oder andere Art von Musik, Bilder zu sehen, den Krippenausstellungen, dürfte zu riechen wie den Tannenduft oder das Backen.
00:21:45: Und den Advent zu schmecken in Spekulations- und anderen Keksen, in allem irgendwie zu spüren, Mensch, Gott ist doch da.
00:21:52: Er ist gar nicht so weit weg.
00:21:54: Gott ist nah.
00:21:57: Gott will dir nahekommen.
00:21:59: Denn Weihnachten ist die Umarmung Gottes.
00:22:01: Weihnachten ist der Gott, der auf dich zukommt und dich begrüßen möchte.
00:22:06: In seiner Familie Gottes, der dich umarmen möchte.
00:22:10: Da wo du es zulässt, da wo du anderen begegnest, Da denke ich sein, denke nicht du bist so alt, du hast gar nichts mehr zu geben und zu sagen, sondern du kannst wie Elisabeth jemand sein, der anderen auch gute Worte sagt.
00:22:23: Gerade der nächsten Generation, so wie Elisabeth hier Maria, Gott als Fülle, symbolisiert.
00:22:30: Oder wer du zu einem kleinen Johannes, muss ja nicht ein ganz großer sein, aber einer der immer wieder auf Jesus weiß, dass Gott gnädig ist.
00:22:39: So wie du bist, kannst du im Namen Jesu Menschen begegnen.
00:22:42: und Gott will dir begegnen, denn alles wirkliche Leben ist Begegnung.
00:22:49: Amen.
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