Das Böse überwinden

Shownotes

Jugendreferentin Corinna Mentel predigt über Römer 12, 17-21.

Transkript anzeigen

00:00:04: Ich hoffe, ihr verzeiht mir dass sich bei der Hitze heute ab und zu zu meinem Getränk greifen werde.

00:00:12: Vergiss nie das Gerechtigkeit nichts anderes ist als Liebe die öffentlich wird!

00:00:20: In meiner Predigtvorbereitung habe ich mich als gute Theologie Studentin an einen Rat meines Dozenten erinnert, der mir vor kurzem gesagt hat oder uns ermutigt hat, ab und an wenn wir predigen auch mal ein Bibeltext aus der Perikopenordnung zu nehmen Ein Text, den wir uns nicht selber aussuchen.

00:00:37: Nicht Themenorientiert sondern der eben vorher ausgesucht wurde.

00:00:42: und genau das möchte ich heute machen.

00:00:44: Ich habe also in die Perikopenordnung geschaut und habe dort gesehen dass für heute römer zwölf versehbzehn drin steht.

00:00:53: Und dann saß sich in meiner Predigtvorbereitung im meinem WG-Zimmer.

00:00:59: Und immer wenn ich dort sitze und über etwas nachdenke, dann drehe ich mich mit meinem Schreibtischstuhl in Richtung meines Dachfensters.

00:01:07: Und betrachte von dort aus den Himmel.

00:01:11: Mal sehe ich dort Schäfchenwolken, mal Regenwolken die Sterne, die Sonne oder den Mond.

00:01:18: Irgendwie hilft mir dieser Ausblick immer ein bisschen meine Gedanken zu atmen.

00:01:23: Gleichzeitig ist das ein Superbild für das was mir beim Lesen der heutigen Bibelstelle passiert ist Am selben Ort die unterschiedlichsten Dinge zu unterschiedlichen Zeiten entdecken.

00:01:36: Manche Dinge, die ich schön finde, die mir einfach fallen und andere, die mich herausfordern.

00:01:43: Und währenddich so hinausschaue fällt mein Blick ein Stückchen tiefer auf eine Lichterkette, die unterhalb meines Fensters hängt.

00:01:51: Dort an dieser Lichterkätte hängen Fotos von Freunden, Zitate, die wir menschengestaltet haben, witziges Sticker und eine Postkarte Eine Postkarte mit dem Zitat, was ich eben schon vorgelesen habe.

00:02:06: Vergiss nie das Gerechtigkeit nichts anderes ist als Liebe die öffentlich

00:02:12: wird.".

00:02:15: Dieses Zitat stammt von Dr.

00:02:16: Colonel West einem amerikanischen Theologen und diese Postkart begleitet mich schon eine ganze Zeit.

00:02:23: woher ich sie habe weiß sich umhärlich zu sein gar nicht mehr genau aber immer wieder taucht sie auf und fällt mir ganz neu in den Blick.

00:02:32: Immer wieder bleibe ich an diesem Satz hängen.

00:02:36: Liebe und Gerechtigkeit so eng miteinander verbunden?

00:02:41: Auf der einen Seite verstehe ich das, da der Wunsch nach Gerechtigkeit oft damit verbunden ist, dass man jemanden liebt – und will, dass dieser Person gut geht!

00:02:51: Und doch stört mich an diese engen Verbindung, an diesen Zusammenhang irgendetwas.

00:02:57: Liebe ist nicht immer gerecht ist nicht immer Liebe oder zumindest nicht immer liebevoll.

00:03:07: Im christlichen Kontext begegnen wir diesen Zusammenhang, wenn wir in die Bibel schauen.

00:03:11: Da findet man nämlich beides – Liebe und Gerechtigkeit.

00:03:15: Und da gibt es eine Frage, die wird schon recht lange gestellt.

00:03:19: Im alten Testament sieht man ganz viel vom gerechten Gott, Gott wie er Gerechtigkeiten herstellt.

00:03:25: Allerdings ist das was da passiert?

00:03:27: Nicht immer ganz so liebevoll!

00:03:31: Im neuen Testament haben wir dann den Gott der Liebe.

00:03:34: Aber ist das, was da passiert wirklich so gerecht?

00:03:40: Diese Frage wurde von einigen Menschen sogar soweit durchdacht, dass sie zu dem Entschluss kamen, dass wir zwei unterschiedliche Götter da haben müssen oder dass zumindest der Gott des alten Testaments eine Hundert-Achzig-Grad-Wende hinlegen muss, sobald Jesus ins Spiel kommt.

00:03:55: Diese klare Trennung, dieses Gefühl kommt daher dass man eben nicht das göttliche Verständnis von Gerechtigkeit an den Tag legt, sondern das menschliche.

00:04:06: Das was beispielsweise vor Gericht erwirkt werden soll diese ausgleichende Gerechtigkeit.

00:04:12: Das ist aber nicht das, was hier im Zitat oder in der Bibel mit Gerechtigkeiten gemeint ist.

00:04:19: In diesem Zitat is die Liebe das ,was man Mitmenschen fühlt.

00:04:24: Nicht die romantische Liebe, sondern Respekt, Mitgefühl und den Wunsch, dass es demgegenüber gut geht.

00:04:33: Gerechtigkeit steht dem nicht gegenüber, sondern erwächst daraus.

00:04:37: Es ist die gesellschaftliche Umsetzung der Haltung der Liebe.

00:04:41: Dabei geht es darum, nicht nur selbstliebevoll zu handeln, sondern zum Beispiel Strukturen zu ändern.

00:04:49: Ich komme von der abstraktlebende runter und gebe mal ein Beispiel Wenn ein Kind Hunger hat, ist das im Sinne der Liebe diesen Kind zu essen zu geben.

00:04:57: Gerechtigkeit wäre es, in diesem Kontext dafür zu sorgen dass die Strukturen sich so ändern das dieses Kind und kein einziges Kind auf dieser Welt mehr hungert.

00:05:08: Man merkt schon man braucht beides sowohl die Liebe die im Moment eingreift als auch den Willen nach Gerechtigkeit der das große Ganze über die Zeit hinweg verändern kann.

00:05:20: Schauen wir doch mal in den Bibeltexts und gucken was das damit zu tun hat diese Zusammenhang von Gerechtigkeiten und Liebe.

00:05:28: Römer zwölf, die Verse siebzehn bis einundzwanzig.

00:05:33: Vergelte niemandem Böses mit Bösem.

00:05:36: Seit Bedacht auf das was Gutes bei allen Menschen ist.

00:05:39: möglich soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden!

00:05:47: Wir steigen ein mit einer Haltung wie gewünscht wird eine Haltung der Liebe Eine Haltung in der es erst mal nicht darum geht Gerechtigkeit zu schaffen.

00:05:57: Diese ersten Sätze lassen sich gut mit unserem Verständnis von Nächstenliebe oder Feindesliebe verbunden binden.

00:06:05: Und doch ist der hier ausgerückte Anspruch ziemlich hoch, vergelte niemandem Bösesmitbösen!

00:06:12: So viel an euch liegt lebt mit allen Menschen in Frieden.

00:06:18: Ich finde den Zusatz so viel an Euch liegt in diesem Kontext irgendwie ein bisschen entspannend.

00:06:24: Hier wird direkt adressiert dass es gar nicht unbedingt immer an mir liegt, mit allen Menschen Frieden herbeizuführen.

00:06:30: Und trotzdem bleibt die Aufforderung hier eindeutig.

00:06:34: Versuch alles damit du deinen Teil zum Frieden beiträgst!

00:06:40: Auch wenn dein Gegenüber sich nicht dementsprechend verhält dann bleibt trotzdem bei diesem Weg.

00:06:45: Denn Böses mit Bösen zu erwidern sorgt für Neuesböses.

00:06:51: Es ist ein Teufelskreislauf und es braucht Menschen, die aus ihm ausbrechen.

00:07:06: Und dann kommt der Teil, der für mich die eigentliche Spannung dieses Textes darstellt.

00:07:38: zu einem liebenden Gott.

00:07:40: Gottes Zorn, ihm gehört die Rache!

00:07:44: Er wird

00:07:45: vergelten.".

00:07:49: So oft predigen wir über den Gott der Liebe, der Vergebung – Der Gott, der für uns aus Liebe ans Kreuz gegangen ist.

00:07:56: Der Gott , der nicht nur Liebe hat sondern Liebe ist.

00:08:00: Das ist manchmal auch ein ziemlich gemütliches Gottesbild.

00:08:05: Demgegenüber, vielleicht gegenüber steht hier dieser Gott des Zorns.

00:08:10: Wie passt das zusammen?

00:08:14: Diese Frage hat mich lange beschäftigt und wird es auch noch länger.

00:08:17: Aber ein Gedanke, der mich dabei immer begleitet ist eine Erinnerung an einen Podium auf dem Kirchentag im letzten Jahr in Hannover.

00:08:25: Dort saßen mehrere Menschen die von schmerzhaften Erinnerungen oder Erfahrungen in Kirche erzählt haben.

00:08:32: Sie berichteten von Verletzungen, die ihnen von anderen Menschen im Rahmen der Kirche zugefügt wurden Und gleichzeitig erzählten diese Menschen dass sie nicht Gott dafür verantwortlich machen.

00:08:43: Für sie war klar, dass es einen deutlichen Unterschiede zwischen dem gibt was die Menschen tun und was Gott sich wünscht.

00:08:51: Und da gab es diese eine Frau auf diesem Podium, die mich ganz besonders beeindruckt hat und gleichzeitig hat das was sie gesagt hat mich herausgefordert.

00:09:00: Sie sagte nämlich ihre Lieblingsstellen in der Bibel sind die an denen Gott wütend ist An denen Gott zornig ist Die Stellen an den Gott zeigt dass ihm diese Ungerechtigkeiten nicht egal sind, das Ehrgerechtigkeit herstellen wird.

00:09:22: Er handelt aus Liebe und ist doch gerecht!

00:09:26: Sie meint damit genau die Bibelstellen über die ich vielleicht oder vielleicht auch du manchmal stolper und denke Moment mal.

00:09:33: der Gott der Liebe verhält sich so?

00:09:35: Das passt doch nicht zusammen.

00:09:40: Nehmen wir als Beispiel die Geschichte der Arche Noah.

00:09:42: dort werden nicht alle Menschen gerettet.

00:09:45: Gott handelt nicht jedem gegenüber liebevoll und beim Herzig, eigentlich werden nur sehr wenige gerettet.

00:09:52: Darin erkennt man Gerechtigkeit wenn man bedenkt dass die Menschen rund um Noah nicht unbedingt gute Menschen waren.

00:09:59: aber Liebe lässt sich daraus schwerlich ableiten.

00:10:04: Weiterhin fand ich diese Frau so beeindruckend weil sie nicht gesagt hat das ihr an solchen Geschichten erkennt wie Gottes Gerechtigkeits funktioniert sondern Sie machte deutlich dass Ihr Mehrwert dieser Geschichten ist dass da deutlich wird, das Gott leid nicht egal ist.

00:10:21: Gott legt über so eine Ungerechtigkeit, so eine tiefe Verletzung, nicht einfach des Tuch der Liebe und sagt Es wird alles wieder gut!

00:10:28: Wir wollen noch alle lieb miteinander sein – Nächstenliebe, Feindesliebe!

00:10:33: Nein, zunächst einmal leidet Gott mit.

00:10:37: Gott ist mittraurig, mittwütend, mittverletzt.

00:10:41: Gott kennt ihren Wunsch nach Gerechtigkeit und auch die Sehnsucht nach Rache.

00:10:46: Gott behandelt dieses Gefühl nicht wie etwas, was man als Christin nicht fühlen darf.

00:10:52: Sondern er fühlt es mit!

00:11:06: Vielleicht könnte man sogar sagen wenn jemand dieses Gefühl verstehen können müsste dann sollte es doch eigentlich so ganz menschlich gesehen Gott sein.

00:11:17: Wenn wir in die Bibel schauen und wenn wir die Geschichte der Menschheit betrachten Dann sehen wir immer wieder Wie Menschen sich von Gott abwenden Nicht auf ihn hören Sich gegenseitig zerstören Kriege führen Einander Verletzten und Schaden zu fügen.

00:11:29: Und das, obwohl Gott im Grunde zu seinen geliebten Menschen nur gesagt hat, liebt einander.

00:11:35: Seid füreinander da!

00:11:37: Aber selbst diesem Anspruch werden Menschen nicht

00:11:39: gerecht.".

00:11:41: Wenn also jemand Enttäuschung und Verletzungen von Menschen verstehen können müsste, so ganz menschlich gesehen, dann müsste es doch Gott sein.

00:11:50: Und dieses Bild vom zornigen Gott – dass oft mit meinem Gottesbild aneinandergeprallt ist – war für diese Frau auf dem Podium genau der Grund zu sagen und deshalb glaube ich an Gott.

00:12:02: Die Frage, wie Gerechtigkeit am Ende konkret aussehen wird stand für sie gar nicht im Mittelpunkt.

00:12:08: Sie vertraute darauf, dass Gott Gerechtigkeits schaffen wird.

00:12:12: Wie genau die Aussehen wird können wir letztendlich nicht erklären weil es nicht menschliche Gerechtigkeiten ist sondern göttliche.

00:12:20: Entscheidend war für sie aber dieser andere Punkt.

00:12:23: Gott kennt meinen Zorn und nicht nur das.

00:12:27: er findet ihm mit.

00:12:31: Er steht mit mir in dieser Situation.

00:12:34: Er ist mit mir traurig, mit mir verletzt und mit mir wütend.

00:12:39: Oder um es auf das Zitat vom Anfang zu beziehen Gott liebt er fühlt mit.

00:12:50: Und dann kommen wir zum nächsten Vers Wenn nun dein Feind hungert so gib ihm Essen.

00:12:56: wenn ihn dürstet so gibt ihm zu trinken Denn wenn du das tust wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.

00:13:03: Dieser Vers fordert mich noch mal ganz anders heraus als die bisherigen.

00:13:08: Feines Liebe kennen wir als ein zentrales Motiv des Christlichen Glaubens.

00:13:12: Aber hier wird sie mit etwas verwunden, was mich offen gesagt irritiert.

00:13:18: Denn es klingt fast so, als würde es mir etwas bringen freundlich zu meinen Feinden zu sein.

00:13:24: Fast scheint es, als würden ich Pluspunkte sammeln und mein Gegenüber Minuspunkte damit reindrücken – und Gott würde sich dann am Ende dahinsetzen und die Mathematikaufgabe lösen!

00:13:36: Ist das Gerechtigkeit?

00:13:40: Ist es wirklich die Art von Gerechtigkeit, wie Gott sie versteht?

00:13:45: Ich denke dieser Satz stammt aus einer Zeit in der Christen sehr viel Leiterfahren haben.

00:13:49: Sie wurden verfolgt und gedrückt und für ihren Glauben umgebracht.

00:13:53: Ich glaube dieses Bild versucht das menschliche Bedürfnis nach Vergeltung, nach dieser Art von Gerächtigkeit aufzugreifen und umzuformulieren.

00:14:04: Reche dich nicht selbst!

00:14:06: Sei du derjenige, der den Menschen anders

00:14:08: begegnet.".

00:14:10: Vertraue darauf, dass Gott das sieht und dass es ihm nicht egal ist.

00:14:15: Es ist eine Aufforderung sich an seine eigene Haltung zu erinnern und sich von Jesus mehr prägenzulassen als von dem uns zugefügten Schmerz.

00:14:27: Mit diesem Pferd werde ich wahrscheinlich noch länger ringen aber so ergibt der für mich zumindest auf irgendeiner Art einen Sinn.

00:14:35: Und dann folgt der letzte Satz – der Satz der Zwei-Tons-Eilf sogar die Jahreslosung war Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinne das Böse mit gutem.

00:14:46: Ein spannender Satz!

00:14:48: Einen Satz der uns als Gesellschaft, als Kirche und ganz persönlich herausfordert.

00:14:55: Und schon wieder ist es eine Aufforderung.

00:14:58: Lasst dich nicht von bösen überwinden – das klingt so einfach aber sofort schätzt sich die Frage wie?

00:15:07: Wir leben in einer Welt voller Leid.

00:15:09: Es gibt korrupte Menschen ungerechte Systeme, Unterdrückung, Hunger und so vieles mehr was Menschen kaputt macht.

00:15:16: Und dann heißt es überwinne das Böse mit Gutem!

00:15:20: Ja aber wie soll ich das einen einzelnen Mensch tun wenn das Bösse manchmal so viel größer wirkt als ich?

00:15:28: Wie soll ich als einzelner Mensch dafür sorgen dass es keine Sklaverei mehr gibt?

00:15:32: Keine Unterdrücken, kein Hunger und keine ungerechten Machtstrukturen.

00:15:36: Wie soll Ich Das Bösen Mit Gutem

00:15:39: Überwinden?!

00:15:54: Schauen wir zunächst einmal ins eigene Leben.

00:15:56: An dieser Stelle erinnere ich nochmal an das Anfangs-Titat Liebe, Mitfühlen, Mitleiden, Helfen.

00:16:05: Die Frage stellen wie kann ich denn dem Bösen mit gutem begegnen?

00:16:10: Sich immer wieder neu darin ausrichten wer einen zu diesem Verhalten inspiriert Gott!

00:16:17: Gott ist das beste Vorbild wenn es darum geht Menschen zu lieben.

00:16:22: Er hat den Dreh raus, wenn man Menschen auf diese bestimmte Art begleitet.

00:16:25: Teil von ihrem Leben ist.

00:16:28: Gott hat sogar das ultimative Böse nämlich den Tod überwunden.

00:16:32: und dass alles im Namen der Liebe.

00:16:35: Wenn wir in seinen Fußstapfen gehen und immer mehr versuchen so zu werden wie er Menschen so zu behandeln wie erst wer sie behandelt hätte dann überwinden wir Schritt für Schritt immer mehr von dem bösen.

00:16:47: Auf einer erweiterten Ebene über unser Umfeld hinaus kommt dann der zweite Teil dieses Anfangs-Titates in den Blick.

00:16:54: Vergiss nie, dass Gerechtigkeit nichts anderes ist als Liebe die öffentlich wird.

00:17:01: Gerechtigkeit ist die Haltung, die in Gesellschaft erkennbar wird.

00:17:06: Jerechtigkeit ändert Strukturen und auch da dürfen wir uns ein Vorbild nehmen – Jesus!

00:17:14: Jesus war ein Revolutionär, der sich gegen gesellschaftliche Normen und Grenzen gegen vermeintliche Gegebenheiten aufgelehnt hat.

00:17:21: Ein Regelbrecher Ein Systemkritiker.

00:17:24: Jesus hat an ganz vielen Stellen deutlich gemacht, was bei uns Menschen falsch läuft.

00:17:30: Jesus ist nicht nur der Helfer und Heiler in der Not gewesen sondern er hat sich immer wieder dafür eingesetzt das System die Regeln so zu ändern dass sie Menschen dienen und nicht anders herum.

00:17:43: nehmen wir zum Beispiel diese Situation am Sabbat.

00:17:46: Jesus heilt nicht nur den Einzelnen, sondern er sorgt gleichzeitig dafür das verdeutlicht wird dass Gott sich bei diesem ganzen Sabbatgebot mehr gedacht hat als einfach nur irgendeine Regeln.

00:17:58: Er wollte damit Menschen schützen.

00:18:01: Jesus macht deutlich, dass das herrschende System nur dann sinnvoll ist wenn es dem Menschen hilft.

00:18:10: auch seinen Umgang mit Menschen ist geprägt von dem Versuch eine neue Kultur zu schaffen in der man einander anders begegnet.

00:18:17: Deshalb isst er mit Menschen die für die schriftgelehrten Ausgegrenze und Sünder sind.

00:18:23: Jesus zeigt wunderbar, wie aus einer liebevollen Haltung heraus Gesellschaft und das Miteinander verändert werden kann.

00:18:30: Das Böse überwinden nicht nur mit momentaner Soforthilfe sondern auch mit Arbeit am System.

00:18:39: Dieses Zitat und diese Stelle wollen wir uns also nicht nur zur nächsten Liebe herausfordern, sondern auch zu Taten, die über diese Vorteilfe hinausgehen.

00:18:49: Wo können wir als Gemeinde Systemkritik üben?

00:18:53: Wo können wir auch auf einer gesellschaftlichen, auf einer globalen Ebene dazu beitragen dass das Böse überwinden wird?

00:19:01: Diese Frage klingt erstmal sehr groß.

00:19:03: Aber wir müssen sie uns stellen wenn wir im Sinne Jesu Gemeinde gestalten wollen und lassen es doch da ansetzen wo wir etwas bewegen können.

00:19:10: Wir könnten zum Beispiel überhaupt erst mal darüber ins Gespräch kommen was für Probleme sehen wir sowohl auf der Soforthilfe-Ebene als auch auf der systemkritischen Ebene.

00:19:22: Wir könnten darüber sprechen, welche Lösungen wir erkennen können.

00:19:27: Wir könnten dafür beten, wo wir keine Lösung sehen können.

00:19:32: Schritte in diese Richtung haben wir bereits gemacht, wenn wir als Gemeinde unseren Stadtteil fragen was braucht ihr?

00:19:38: Wie können wir uns hier einbringen?

00:19:42: Hier ein paar weitere Ideen meinerseits!

00:19:44: Wir könnten als Gemeinden uns dafür einsetzen dass es weniger Sklavenarbeit auf der Welt gibt Nicht nur mit Gebet oder mit Spenden, sondern auch ganz konkret damit dass wir nun noch fern Kaffee und faire Schokolade kaufen um dieses Unrechtssystem zumindest finanziell nicht mehr zu unterstützen.

00:20:02: Wir könnten uns gegen die Polarisierung unserer Gesellschaft einsetzen indem wir als Gemeinde bewusst Räume schaffen in denen Menschen mit unterschiedlichen Meinungen respektvoll miteinander reden lernen Und wir mit einer Kultur des Respekts eine Alternative zur gesellschaftlichen Spaltung darstellen.

00:20:21: Vielleicht sagt der eine oder andere jetzt, so kleine Schritte bringen doch niemandem etwas.

00:20:26: Oder damit soll erst mal irgendwer anders anfangen?

00:20:28: Da kümmert sich irgendwer Anders drum!

00:20:30: Aber genau da liegt doch der Denkfehler.

00:20:33: Wenn wir solche Wege nutzen um in kleinen Schritten das Böse zu überwinden steigen Andere mit ein.

00:20:40: wenn wir anfangen ziehen andere mit.

00:20:43: Jesus hat nicht erstmal mit den Obersten, mit den Kaisern gesprochen um die Strukturen zu verändern sondern er hat in seinem Umfeld begonnen Menschen mit seiner Haltung zu inspirieren.

00:20:54: Damals hatte eine weltweite Bewegung gestartet die wir auch Christentum nennen.

00:21:00: nun sind wir nicht jesus aber wir können gemeinsam mit ihm etwas bewegen und können dazu breit tragen dass für Stück für Stück das Böse mit Gürtel gutem überwinden die Liebe Gottes, die in uns lebt öffentlich wird und Strukturen der Ungerechtigkeit durch gerechte Strukture ersetzt werden.

00:21:21: Wir können uns gemeinsam fragen was im Sinne wie ich dem Menschen vor mir helfen kann?

00:21:29: Und im Sinne der Gerechtigkeit warum dieser Mensch überhaupt Hilfe braucht?

00:21:38: Währenddich so aus meinem Schreibtischstuhl heraus den Himmel betrachte entdecke ich aus denselben Blickwinkel immer neue Dinge Mal Wolken, mal Sterne, mal den Mond und mal die Sonne.

00:21:49: Wenn ich Bibel stellen und Zitate immer wieder neu betrachte geht es mir damit genauso.

00:21:54: Immer wieder entdecke ich Dinge, die ich vorher so nicht gesehen habe.

00:21:58: Und für heute war das der Zusammenhang vor Gerechtigkeit und Liebe und die Gewissheit dass es eben doch darauf ankommt ob wir in die Ungerechtigkeit mit einstimmen oder uns von Gottes Liebe anschließen.

00:22:11: Worüber ich dort als nächstes nachdenken möchte?

00:22:14: wo ich als erstes ansetze, um das Böse in meinem Leben, meiner Gemeinde und dieser Stadt und auf dieser Welt ein Stückchen mehr mit dem Guten zu überwinden.

00:22:26: Amen.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.