Queer und Christ

Shownotes

Pastor Dr. Michael Rohde lädt dazu ein, sich offen mit dem Thema Queerness auseinanderzusetzen und stellt anhand der Schöpfungsgeschichte infrage, ob Gott wirklich nur zwei Geschlechter geschaffen hat.

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00:00:06: Liebe Gemeinde, wir haben uns in der Reihe Lebensentwürfe im Wandel schon mit Kindheit beschäftigt und Jugend- und Alter- und Familienbilder im Wandel letzte Woche mit Single und Christ.

00:00:16: Und heute nun Queer und Christ!

00:00:21: Habt ihr schon bemerkt?

00:00:22: In der Überschrift ist kein Fragezeichen.

00:00:28: Das bedeutet nicht dass ich jetzt keine Fragen mehr habe zu dem Thema aber darin ist schon eine Aussage verborgen.

00:00:36: Meine ersten Predigten habe ich als Teenager gehalten und bereits in unserer Jugendgruppe vor thirty-fünf Jahren in Pinnenberg haben wir uns leidenschaftlich auch mit solchen Themen beschäftigt.

00:00:47: Ich hätte damals ganz sicher ein Fragezeichen hinter das Thema Gesetz Quir und Christ, gibt es das?

00:00:55: Geht das?

00:00:58: So war ich geprägt worden so war ich gelehrt worden Und nach traditioneller Lehre gibt es den Menschen als Mann und Frau in ihrem gegenseitigen Verlangen zueinander.

00:01:07: innerhalb der Ehe und jenseits dessen gibt es nur die wertgeschätzte Ehelosigkeit ohne Partnerschaft.

00:01:16: Nach dieser traditionellen Vorstellung gibt es zwei Boxen für unser Thema, für das Menschsein – Die Ehe von Mann und Frau und die enthaltsame Ehelositheit als Single-Ohne-Partnerschaft.

00:01:30: Und diese beiden Boxen werden mit Leidenschaft bis heute sogenannte biblische Sexualethik als Schöpfungsordnung in Anfangszeichen vertreten.

00:01:42: Und als Kompass dient eine Ampel, bei der lediglich diese beiden Möglichkeiten enthaltsame Ehelosigkeit für alle die keine treue Ehe führen – da steht die Ampel auf Grün!

00:01:55: Alles außerhalb dieser zwei Boxen Ist in traditioneller Sicht fragwürdig und sündig.

00:02:02: Es ist gegen die Gebote Gottes, es sei demnach falsch!

00:02:06: Gegen die sogenannte Schöpfungsordnung – es sei gegen den Willen Gottes – die Ampel steht bei anderen Lebensformen auf gelb und meistens auf

00:02:15: rot.".

00:02:17: Und eine solche Ampel habe ich mir nicht ausgedacht, sondern die ist zum Beispiel gerade veröffentlicht worden in den Leitlinien zur Sexualität herausgegeben vom Christusforum.

00:02:27: Das ist die Leitung der Traditionsgruppe der Brüdergemeinden im Bund evangelisch freikräglicher Gemeinden – queer und christ.

00:02:37: Unser Thema es ist nicht nur ein Sachthema indem es um Bibelständen geht und Sonja hat das eben gesagt Und damit benötigen wir das Verstehen, was uns hilft Menschen zu verstehen um menschengerecht zu werden.

00:02:55: Das Thema hatte schon immer medizinische, sociologische, psychologische und auch sehesorgerliche Seiten und hat Verständnis dass ich in twenty-fünf Minuten Aspekte auswählen muss.

00:03:09: Mein Fokus liegt heute bei einer wesentlichen Grundspannung Und wie wir dieser Spannung biblisch und sehsorgerlich begegnen.

00:03:19: Ja, da gibt es diese traditionellen zwei Denkweisen, zwei Boxen der Vorstellung von Menschen, wie er zu leben hat.

00:03:26: Welche Lebensentwürfe es geben darf?

00:03:30: Und daneben gibt es Menschen die diesen Lebensentwirfen nicht entsprechen und gleichzeitig sich an Jesus Christus orientieren.

00:03:45: Meeren Sätzen beschrieben.

00:03:47: Für manche Christen entscheidet sich am Umgang mit dem Thema Homosexualität, wer noch auf den biblischen Fundament steht.

00:03:54: Gleichzeitig aber geht es um Menschen, denen wir begegnen.

00:03:58: Deswegen sehen manche im Umgang – mit homosexuell empfindenen Menschen ein Prüfstein für unsere Offenheit gegenüber den Menschen unserer Zeit und als dieser Brief veröffentlicht wurde gab es eine Unterschriftenliste für die erste Sichtweise und eine Unterschriftenliste für die zweite Sichtweise.

00:04:19: Die, die für die Offenheit waren, haben unterschrieben – und die gegen eine Öffnung sind!

00:04:25: Wir haben diesen Gottesdienst damit begonnen, dass wir einen Menschen zugehört haben einer Christin, der in einer gleichen stichlichen Ehe lebt.

00:04:34: Wir haben ihr zugehört.

00:04:37: Dietrich Bonnüffer hat in seinem Buch Gemeinsames Leben folgendes über das Zuhören geschrieben Der erste Dienst, den einer dem anderen in der Gemeinschaft schuldet besteht darin, dass er ihn anhört.

00:04:50: Wie die Liebe Gottes damit beginnt, das wir auf sein Wort hören – so ist es der Anfang der Liebe zum Bruder oder zur Schwester, zum anderen Menschen -, dass wir lernen, auf ihm zu hören!

00:05:02: Es ist ja Gottesliebe zu uns, daß er uns nicht nur seinen Wort gibt sondern auch unseren Ohr leid.

00:05:08: So ist es sein Werk, was wir an unserem Bruder tun wenn wir lernen ihm zuzuhören.

00:05:14: Christen, besonders Prediger meinen so oft.

00:05:15: Sie müssen immer wenn sie mit anderen Menschen zusammen sind etwas bieten.

00:05:19: das sei ihr einziger Dienst.

00:05:21: Sie vergessen dass Zuhörer zu hören ein größerer Dienst sein kann als reden und ganz bewusst möchte ich dich jetzt auch als Teil der Predig bitten auf zwei weitere Beispiele zu hören Zu unserem Thema bevor wir dann auf zwei kurze Bibelworte hören.

00:05:42: zwei weitere beispiele zum thema queer & christ Eins für Homosexualität und eins für Transidentität, wenn man es jetzt abstrakt sagen will.

00:05:52: Das erste Beispiel in unserem Gemeindebund war einer der ersten, der sich als Pastor homosexuell autete, Wolf Bruske.

00:06:01: Er veröffentlichte ein Buch «Das Dritte Leben – Der lange Weg zu mir selbst».

00:06:08: Darin beschreibt Wolf Brusken das er als Pastor Ehemann und Vater gelebt hat, um wie er vierzig Jahre bis zu seinem Coming Out damit gerungen hat.

00:06:19: Er beschreibt, wie er selbst gegen seine Neigung gepredigt hat anderen!

00:06:23: Wie er überzeugt war, dass es für seine gleichgeschlechtliche Neigung keinen Raum geben darf.

00:06:29: Gleichzeitig führte er sich eingesperrt wie in einem Schrank den er nicht verlassen

00:06:35: durfte.".

00:06:36: So beschreibter ist.

00:06:37: Bruske verließ den Dienst.

00:06:39: in unserem Gemeindebund bezeichnet sein neues Leben als Tanz in die Freiheit.

00:06:45: Mich hat das damals aufgewühlt, damals klingt jetzt so lange her aber es sind fünfzehn Jahre weil ich durch die Lektüre mit empfinden konnte wie schwer der Weg für einen Betroffenen war seine traditionellen Überzeugungen seinen Lebensentwurf zu ändern und wie stark seine Überzeugung dann wuchs.

00:07:06: Ich muss aus diesem Schrank.

00:07:09: Ich möchte authentisch leben, ich habe nicht stimmig mit mir selbst

00:07:13: gelebt.".

00:07:14: Wolf Bruske beschreibt es so dass er seine Identität entdackt hat und dafür einen Preis bezahlt hat.

00:07:20: Seine Ordination verloren, seine Ehe aufgegeben und der hat auch eine gewisse Echtung erfahren.

00:07:27: gleichzeitig beschreitet als die Befreiung seines Lebens das dritte Leben.

00:07:35: Wir müssen also feststellen dass es Christstellen gibt, die für sich den Schluss ziehen.

00:07:42: Dass ihre Homosexualität zu ihnen gehört!

00:07:47: Sie sind auf einem Weg, sich selbst mit ihren Homosexuellen empfinden und ihrer homosexuelle Identität anzunehmen.

00:07:54: Und sie suchen dann als Christen einen Weg verantwortlich damit umzugehen also in einer festen Partnerschaft quasi ganz konservativ.

00:08:05: Wolf Grußke ist kein Einzelfall.

00:08:11: Traten einhundert und zwanzig Personen gemeinsam mit der Kampagne Out in Church für eine Kirche ohne Angst, in die Öffentlichkeit.

00:08:20: Und zwar um auf die Diskriminierung queerer Menschen in der katholischen Kirche aufmerksam zu machen.

00:08:26: Diese Menschen, die meisten hauptamtlich in der Kirche tätig wollten zum Ausdruck bringen als queerer Mensch bin ich von Gott gewollt und geliebt.

00:08:39: Bereits im Jahr zwei Tausend Achtzehn beschreiben in dem Buch nicht mehr Schweigen, der lange Wegquierer Christin und Christen zu einem authentischen Leben.

00:08:47: Fünfundzwanzig quiere Menschen aus einem konservativen meistens freikräglichen Umfeld von ihren Erfahrungen – wobei konservativ nicht immer freikäglich heißen muss.

00:08:57: Und in diesem Buch, das ist mein zweites Beispiel, beschreibt Melanie, neunzehnt siebzig geboren wie sie in Dresden aufgewachsen.

00:09:09: Sie ist entdresen als Christ in einer Familie geboren worden, in der nicht über Kirche oder Glauben gesprochen wurde.

00:09:15: Selbst aber hatte sie einen kindlichen Glaubem und hat auch gebetet.

00:09:19: Sie schreibt.

00:09:20: heute kann ich sagen dass sich schon als Kind an Depressionen litt die zu diesem Zeitpunkt unerklärbar waren.

00:09:26: meine Eltern waren im Grunde froh das ich so ein stiller und pflegeleichter Junge war.

00:09:31: Ich las viel und spielte mit Puppen.

00:09:33: für mich war das auch normal.

00:09:35: Das Bedürfnis zum Ballett zu gehen habe ich aus Angst verschwiegen.

00:09:39: Heimlich sah ich den Mädchen zu, wie sie übten und war furchtbar neidisch darauf!

00:09:43: Ich konnte damals nicht erklären weshalb.

00:09:46: Als dreizehnjähriger Tinniter begann ich heimlich die Sachen meiner Mutter zu tragen ohne zu wissen warum.

00:09:52: Melanie beschreibt dann das ihr Vater und ihre Stiefmutter ihr sagten, dass es entsetzlich schlecht sei was sie tat, dass sie krank sei Und sie schreibt am Ende hatten Sie's geschafft und mich gebrochen.

00:10:05: Ich fing an, mich zu hassen für meine Neigung und für meine Abnormalität.

00:10:11: Das war auch der Zeitpunkt wo ich das Gefühl entwickelte dass Gott mich strafft und abgrundtief hasst.

00:10:17: dem hielt sich entgegen und fing ebenso an Gott zu hasson Für das was ich ertragen muss.

00:10:24: Und nach Jahren von Angststörungen Depressionen und Selbsthass findet Melanie Hilfe in einer Trans-Selbsthilfegruppe und einer Psychotherapie.

00:10:34: und sie schreibt Erst dadurch lernte ich, meinen Selbsthaft zu besiegen.

00:10:40: Und ich habe auch Gott neu gefunden, meinen Frieden mit ihm gestellt.

00:10:46: Ich stelle fest, dass ich mich bei ihm ständig nur beklagt hatte und das er gar keinen Hass gegen mich hegte!

00:10:52: Ich merkte, daß er mich innig liebte und stets bei mir

00:10:56: war.".

00:10:56: Und als mir das bewusst wurde, bat ich Gott für die jahrelangen Vorwürfe um Verzeihung weil ich es damals nicht besser einordnen konnte.

00:11:04: Heute bin ich Melanie, die ich eigentlich schon immer war.

00:11:07: Meine Weiblichkeit trage ich mit Stolz und Selbstbewusstsein.

00:11:11: Sämtliche Depressionen sind verflogen!

00:11:13: Mein Körper hat sich beruhigt.

00:11:15: keine Panikattacken mehr.

00:11:17: Ich genieße die Ruhe in mir.

00:11:19: der Kampf ist

00:11:21: vorbei.".

00:11:22: Und ihr Beitrag hatte Überschrift Versöhnung Was ich im Spiegel dieser beiden Beispiele, zwei Beispielen und das Dritte aus dem Interview mit Sonia festhalten möchte.

00:11:36: Quirr & Christ – Das ist kein leichter Weg!

00:11:41: Für die betroffenen Menschen ist der Umgang damit kein leichtes Weg besonders durch das Umfeld in dem sie leben sowohl familiär gesellschaftlich auch in kirchlichen Kreisen.

00:11:54: Ein Leben jenseits dieser beiden Schubladen da sind, kostet die Menschen einen hohen Preis.

00:12:03: Und im Gegensatz dazu – die meisten Menschen, die sich über das Thema aufregen und leidenschaftlich dagegen engagieren – zahlen in der Regel selber gar keinen Preis, den sie für ihre traditionelle Meinung bezahlen müssen!

00:12:20: Als Kommission für Theologie- und Bildung der Europäisch-Baptistischen Föderation haben wir uns ein ganzes Wochenende im Geheimen getroffen und darüber gesprochen.

00:12:30: Und wir haben am Ende Einsatz auch formuliert, Wir sind besorgt über die gewaltvolle und maßlose Sprache, die Christen manchmal bei diesem Thema benutzen.

00:12:42: Mich würde es nichts kosten, der ich seit neunundzwanzig Jahren verheirateter Mann bin gegen homosexuelle Christen zu sprechen und für ein rein binäheres Weltbild.

00:12:52: Es gibt nur Mann und Frau nix dazwischen.

00:12:55: doch es würde mich etwas kosten Es würde in mir den Schmerz auslösen, was es mit den Menschen die diesen Boxen nicht entsprechen.

00:13:06: Wohin schicken wir eigentlich queere Menschen wenn wir sie bei uns nicht willkommen heißen können?

00:13:14: Bibelisch ist daher für mich die Frage genügen die beiden Boxen!

00:13:18: Die beiden Schubladen um Gottes Schöpfungswillen und die Vielfalt seiner Schöpfung zu beschreiben.

00:13:24: Und dazu ein zentraler Bibelfers der Schö Pfungserzählung.

00:13:30: Ich lese uns ersten Mosem I, die Verse XXVI bis VIII nach der Einheitsübersetzung.

00:13:40: Dann sprach Gott, lasst uns Menschen machen als unser Bild – und ähnlich!

00:13:46: Sie sollen weiten über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über diese ganze Erde und alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen.

00:13:54: Gott erschuft den Menschen als sein Bild.

00:13:58: Als Bild Gottes erschufe ihn.

00:14:01: Männlich und weiblich erschufer sie.

00:14:04: Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen, seid fruchbar und mehrt euch.

00:14:08: Füllt die Erde und unterwerft sie und waltert über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über alle Tiere, die auf der Erde

00:14:15: kriechen.".

00:14:20: Aus dem katholischen Bibelwerk aboniere ich die Zeitschrift Bibel & Kirche – Zeitschrift für Bibel in Forschung und Praxis.

00:14:28: In ihrer aktuellen Ausgabe beschäftigen sich alle Beiträge mit dem Thema «Die Bibel queerlesen».

00:14:36: Man könnte nämlich sagen, was geschieht wenn wir die Bienel einmal out of the box also außerhalb der vorgewertigten Schubladen lesen.

00:14:43: und zugespitzt wird darin gefragt.

00:14:45: Was ich auch frage?

00:14:46: Stimmt es das ersten Mose sechsent zwanzig siebenundzwanzig eine Norm begründen will?

00:14:53: Es gibt nur Mann und Frau nichts dazwischen.

00:14:56: Und stimmt es dass dieser Text vorgibt Dass es keine anderen sozialen biologischen oder geschlechtlichen Identitäten gibt?

00:15:06: Ist das, was der Text sagen will?

00:15:10: Und mein Angebot einer Antwort ist Nein.

00:15:13: Das will der Text nicht sagen!

00:15:17: Ganz bewusst hat sich die katholische Kommission bei der Revision der Bibelübersetzung, der Einheitsübersetzung, dafür entschieden Nicht mehr Mann und Frau zu schreiben sondern männlich und weiblich.

00:15:33: Gott schuf den Menschen als ein Bild, als Bild Gottes.

00:15:35: erschufe ihnen männlich und weiblich erschufe sie.

00:15:41: Das ist eine Rückkehr zum Wortlaut der hebräischen Texte, Sakha un ekevah bara utam.

00:15:47: mit Sakha, männlich, un nekevahuweiblich werden in zwei Texten adjektive benutzt.

00:15:55: Adjektive sind Eigenschaftswörter.

00:15:58: Adjektives benennen einzelne Eigenschaften nicht ein generelles Konzept.

00:16:04: Gott erschuft den Menschen Adam Er schuft die Menschheit, steht hier auch.

00:16:10: Was für eine Aussage der Schöpfungserzählung!

00:16:13: Es ist der Wille Gottes dass es Menschen gibt ja auch das es uns gibt.

00:16:19: und für die Aufforderung seit fruchtbar und mehrt euch benötigt es auch menschen mit den Eigenschaften männlich und weiblich.

00:16:27: Die erschaffung der Menschen in dieser Unterscheidung ermöglicht das Leben von Generation zu Generation ihre Generativität.

00:16:34: aber es gibt ein Aber Genesys I, XXII schließt nicht aus dass es auch andere biologische Geschlechter gibt.

00:16:45: Es schließ nicht aus das es intergeschlechtliche Menschen gibt die sowohl männlicher als auch weibliche Geschlechtsorgane tragen oder von der norm abweichende Chromosonen.

00:16:55: laut Schätzungen des deutschen Ethikrates sind allein in Deutschland davon achtzigtausend Menschen betroffen.

00:17:01: Der Text will nicht sagen es gibt keine intergeschäftlichen Menschen in den nächsten Tausenden von Jahren, seit der Erschaffung der Welt.

00:17:10: Es gab sie immer!

00:17:12: Der Text schließt nicht aus dass ein Mensch sich mit seinem sozialen Geschlecht was man gesellschaftlich für typisch männlich, typisch weiblich hält, nicht identifiziert.

00:17:22: Diese beiden adjektive Männlich und Weiblich beschreiben den Rahmen innerhalb dessen es noch viele andere Möglichkeiten gibt.

00:17:32: Was spricht für dieses Verständnis?

00:17:35: Der Schöpfungstexte aus Ersten Mose I ist kunstvoll geschrieben im Stil hebräischer Poesie.

00:17:45: Die Kunst der hebräischen Poesies ist nicht der Endreim, wie man im deutschen Gedichte reibt sondern es wird das ähnliches und unterschiedliches in der Stilform des Parallelismus Membrorem genannt.

00:17:58: eine Aussage wird mit ihrer Nuancen entfaltet.

00:18:01: Das poetische Stilmittel ist hier der Merismus wird durch Pole beschrieben.

00:18:08: Gott schuf Himmel und Erde!

00:18:11: Ach, er schuf den oberen Himmel- und den unteren Himmeln, wird dann auch noch gesagt.

00:18:14: Aber in Ersmose eins erstmal, er Schuf Himmel und Erde.

00:18:18: Er schuf Licht und Finsternis.

00:18:21: Es wurde Abend, es wurde Morgen... ...er schuf dem Abend und den Tag die Arbeit und die Ruhe.

00:18:28: Und jetzt zu sagen, es gibt Licht und FINSTERNIS sagt nicht, es gib nichts dazwischen.

00:18:34: Deshalb hier das Bild vom Sonnenaufgang.

00:18:36: Was ist denn das jetzt?

00:18:38: Ist es das Licht, ist es das Finsternis?

00:18:39: Na ja klar!

00:18:40: Das sind die Morgendämmerungen oder die Abenddämmerung.

00:18:43: D.h.,

00:18:43: es gibt etwas dazwischen.

00:18:45: Sonnen-Aufgang und Sonnenuntergang heißt Emerismus, Parallelismusmembrom – das ganze aber da gibt's immer noch viel dazWischen.

00:18:53: Erde und Himmel bieten ganz viel Raum für etwas zwischen Himmel und Erde.

00:18:58: Es wurde Abend, es wurde Tag ... Das bedeutet, es gibt auch frühe Morgenstunden und es gibt später Abendstunden.

00:19:05: Es gibt noch mehr Differenzierung am Tag!

00:19:08: Wir merken wir überlasten den Text wenn wir ihn normativ aus meiner Sicht verstehen dass es nur zwei Dinge gibt weil sie doch nur zwei dinge genannt werden.

00:19:18: Am sechsten tag wird hier berichtet werden landtiere und menschen geschaffen Menschen übrigens als männlich und weiblich und damit wird die ganze schöpfung angesprochen aber nicht normiert.

00:19:31: Traditionell hält man, hat man den Bibelfers binär verstanden.

00:19:36: Es gibt nur zwei aus dem Aus.

00:19:41: Es ist aber möglich, den Fers Quir zu lesen und Quir heißt weiter als du denkst.

00:19:47: Das ist nämlich genau diese Frage – genügen!

00:19:50: Zwei Schubladen, zwei Boxen damit alle Menschen darin Platz finden.

00:19:57: Es geht ja so weit bei dieser spannenden Diskussion dass es Menschen gibt die sagen das Wort Divers, das Wort Quir sollen wir gar nicht benutzen.

00:20:05: Es gibt es ja gar nicht, es darf das nicht geben!

00:20:10: ersten Mose ein, siebenundzwanzig ist für einen Denken in Polen eine Achillesferser sprich.

00:20:17: daran hängt ganz viel.

00:20:19: Das ist nämlich die Frage nach einem Grundverständnis und den Konsequenzen daraus.

00:20:24: meine Frage an Gott wäre ganz ernsthaft wenn nun Menschen nur so binär geschaffen haben solltest warum gibt es dann?

00:20:33: In allen Jahrhunderten und unter allen Umständen Menschen, die dieser Norm nicht entsprechen.

00:20:41: Und warum auch in den Gesellschaften, in denen Abweichungen unter schlimmste Strafen gestellt werden?

00:20:46: Sogar unter Todesstrafe!

00:20:49: Es gibt es Menschen, sie sich in ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung nicht fügen können.

00:20:57: Ich habe eben den Satz gehört... Wir lesen in der Zeitung, dass gerade in Ghana und Senegal die Gesetzgebung gegen die LGBTQ-Community massiv verstärft wurde.

00:21:13: Oder in Russland oder USA wird sie teilweise was verschärft.

00:21:18: Das hat für die Betroffenen einen hohen Preis.

00:21:20: Es ändert aber nichts an ihrem Erleben und an Ihrem Empfinden für ihre Identität.

00:21:26: Und wir haben an dem Beispiel des Pastos gehört, der vierzig Jahre mit sich ringt Dass es nicht daran geändert hat Außer, dass es zu doppelmoral gefördert, doppelleben und zu verheimlichen und solche Konsequenzen oder eben auch zur psychischen Sekundärkrankung.

00:21:43: Weil man es nicht aushält, dass man das nicht teilen darf mit den anderen, dass er es nicht sagen darf, dass sie nicht offen leben darf, weil das ja unter Strafe steht, weil man ins Gefängnis kommt!

00:21:53: Daher es muss aus meiner Sicht, um der Menschen willen erlaubt sein.

00:21:57: Aus meiner Sicht sogar geboten sein dass unsere Erfahrung mit Menschen das Verstehen des Bibeltextes befragt.

00:22:04: vielleicht haben wir ihn tatsächlich nicht richtig verstanden wie wir gelehrt wurden.

00:22:09: alle Kirchen ob konservativ progressiv oder dazwischen wollen alle dass alle menschen willkommen heißen.

00:22:17: darin sind wir uns einig.

00:22:18: aber unter Willkommen sein wird sehr unterschiedliches verstanden.

00:22:23: Willkommen, ja auch out of the box.

00:22:28: Bei der Frage nach sexueller Orientierung oder sexueller Identität führt die traditionelle Sicht dazu das schon an einer Eingangsschwelle zur Kirche bekannt ist.

00:22:37: was Out Of The Boxes?

00:22:39: Ja du bist willkommen aber nicht wenn du so bist oder so bleibst.

00:22:46: Die traditionelle Sicht will damit die Autorität der Bibel und den Heiligen willen Gottes vertreten und verteidigen.

00:22:52: Und dann wird gerne argumentiert, dass Gott ja den Sünder liebe aber die Sünde hasse.

00:22:59: Aber diese Sichtweise muss ich fragen lassen.

00:23:02: wie kann denn eine sexuelle Identität oder eine geschlechtliche Identität Sünde sein?

00:23:10: Wir merken hier treffen zwei Welten aufeinander.

00:23:15: Aus meiner Sicht ist eine Annahme von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität vereinbar mit der Autorität der Bibel, und mit dem Heiligen Willen Gott.

00:23:26: Beide Seiten können sich jetzt ja irren – die, die traditionell die zwei Boxen aufgestellt haben, und die sagen es gibt ein Leben auch out of the box.

00:23:36: Beides Seiten können sie irren!

00:23:39: Es ist eine Erkenntnisfrage die wir bewegen müssen.

00:23:42: Es ist keine Bekenntnisfrage, obwohl es von einigen zur Bekenntnisfrage gemacht wird.

00:23:48: Der Preis der traditionellen Sicht, der ist da, der isst aus meiner Sicht das Menschen ausgegrenzt und diskriminiert werden.

00:23:58: Und dass Kirchen deshalb sich aufs Kirchenrecht beziehen müssen, dass sie in unserer Gesellschaft etwas tun was mit der Gesetzgebung nicht in Einklang zu bringen ist.

00:24:07: Jetzt kann man sagen, man kann die Gesetzgebungen geändern wie in Senegal und Ghana und dann sind wir wieder stimmig aber wir grenzen immer noch Menschen aus.

00:24:16: Aus meiner Sicht widerspricht das dem Gebot der Nächstenliebe.

00:24:19: Deswegen irre ich mich lieber, wenn ich mich irren sollte indem wir alle Menschen unabhängig von ihrer Orientierung oder Identität annehmen und wenn sich das vor Gott als Irrtumeraustellen sollte dann habe ich mich wenigstens inkludierend geirrt also so dass ich Menschen angenommen und nicht ausgeschlossen hab Denn so oder so hängen wir davon ab ,dass wir auf die Barmherzigkeit Gottes hoffen.

00:24:46: Genügend zwei Boxen, um die Frage zu beantworten.

00:24:50: Wer bin ich?

00:24:54: Das wird auch... Ich bleib mal bei meinem Skript!

00:24:59: Wer bin

00:24:59: ICH?!

00:25:00: Dazu möchte ich noch einen grundsätzlichen Impuls weitergeben.

00:25:04: Ja wer bin iCH denn?

00:25:06: Wer sich selbst die Frage seiner Identität stellt, der merkt schnellt Es gibt ganz viele Schubladen für das was man isst.

00:25:13: Bin ich ein Mann Sohn eines Bankkaufmanns Sohn einer Hausfrau kleiner Bruder Ehemann, Vater dreier Kinder, Abiturient, Doktor der Theologie, Professor für Altes Testament.

00:25:24: Bin ich Pastor im Bund?

00:25:25: Bin ich Mitglied im Präsidium, Autor, Redner, Sportfan, ein Mensch der Kirschkuchenmark oder Mozart-Kugeln?

00:25:32: Ich bin einer der weiße Haare hat mittlerweile, der zweiundfünfzig Jahre alt ist.

00:25:36: Wer bin

00:25:36: ich?".

00:25:38: Was sagen all diese Schubladen darüber wer ich bin?

00:25:42: Ich weiß es nicht!

00:25:43: Ich weiß mit jeder Schublade, mit jedem Etikett ist eine Erwartung verbunden, die dazu führen kann, dass sie eine Box wird in die ich passen will oder nicht.

00:25:56: Dieser Druck der Boxen kennt wahrscheinlich jeder!

00:25:59: Wer bin ich?

00:26:00: Wer bist

00:26:00: du?!

00:26:03: Den Versuch den Erwartungen und den Normen zu entsprechen und nicht reinzupassen – zu klein zu sein oder eben nicht zu passen.

00:26:10: Der ist enorm!

00:26:12: So beschreibt es auch Kerstin Söderblom, die als Hochschulfahrerin in Mainz und als Supervisoren- und Bloggerin sich für queersensible Seelsorge einsetzt.

00:26:22: Identitätsfragen zu klären!

00:26:24: Als Gott Mose im brennenden Dornbosch begegnet fragt sich Mose erst mal wer bin ich?

00:26:29: Wer bin ich dass ich zum Fahrer oh

00:26:31: gehe?!

00:26:33: Und Gott sagt ihm Ich bin bei dir.

00:26:38: Und dann fragt Mose Gott, wer bist denn du?

00:26:42: Da sind wir jetzt beim Gottesbild – wer ist denn Gott?

00:26:45: Wenn wir nach dem Ebenbild Gottes geschaffen werden, dann müssten wir doch jetzt sagen können wer ist Gott?

00:26:50: Welches Geschlecht hat Gott wenn wir noch seinem Bild geschaffen sind.

00:26:53: Wer ist Gott?

00:26:54: und Gott antwortet geheimnisvoll ich bin der ich sein werde.

00:27:01: Ich bin der, ich bin!

00:27:04: Und dann sagt der Mose ich bin da, ich rede mit dir.

00:27:08: Ich bleibe bei dir, ich segne dich sagt er Mose.

00:27:11: Ich Bin bei dir ob du es merkst oder nicht Ich bin nah und fern, ich bin verständlich und spürbar und manchmal unverfügbar und jenseits menschlichen Verstehens.

00:27:23: Gott sagt – ich bin die Liebe!

00:27:26: Ich bin jenseit der Schubladen.

00:27:28: du wirst mich nicht fassen können.

00:27:30: Ich bin als der ich mich erweisen werde.

00:27:33: Ich Bin Dein Retter, Deinen Befreier, Deiner Löser, Dein Heiland in Jesus Christus Und Du darfst sein wer Du bist gewollt geschaffen gesegnet Wunderbar gemacht!

00:27:49: Du bist ein Geschöpf Gottes.

00:27:52: Vertrau der Liebe, die ich in Christus gezeigt habe und du wirst mein Kind.

00:27:56: Berufen zu lieben, Gott zu liebem, den Nächsten zu Lieben und dich selbst zu liebe.

00:28:04: Geh in Frieden und lass die Schubladen zurück – deine eigenen und die Schubladen für andere.

00:28:13: Welch Schublade willst du heute Gott überlassen?

00:28:18: Und

00:28:18: aussteigen?!

00:28:21: In Frieden.

00:28:34: Amen!

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