Familienbilder im Wandel

Shownotes

Pastor Simon Werner predigt über die Veränderung von den Familienbildern, die wir bisher kennen und spricht dabei über die Bibelstellen Markus 3, Galater 3 und Kolosser 3.

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00:00:06: Vielen Dank für die Textlesung und dass ihr euch auf dieses Experiment eingelassen habt.

00:00:11: Normalerweise ließ man ja ein Bibeltext, ne?

00:00:13: Und das waren jetzt drei... ...und vielleicht hat die eine oder der andere auch gedacht, sag mal diesen Colossaltext.

00:00:21: Musste das jetzt wirklich sein?

00:00:26: Familie verändert sich!

00:00:27: Das wird auch an diesem Bibeltexten deutlich.

00:00:33: Jetzt versuche ich mal genau.

00:00:34: da kommt es.

00:00:38: Nähe und Distanz, die wir fühlen.

00:00:40: Die verändert sich.

00:00:44: Jede und jeder von uns hat ein Verhältnis zu Familie.

00:00:47: Wenn wir das so prominent in die Mitte stellen dieses Beziehungsgeflecht, dass haben wir irgendwie alle erlebt und erleben ist.

00:00:57: Ein Beziehungspflicht, das uns intimster Raum von Geborgenheit sein kann und zugleich – und das wisst ihr auch dort schwerste Verletzungen sein kann!

00:01:09: Familie ist Sehnsuchtsort und Projektionsfläche, wunderbare Bilder fallen uns dazu ein.

00:01:15: Und wenn es gut geht dann stärkt uns dieses Beziehungsgeflecht für unser ganzes Leben.

00:01:21: Und?

00:01:23: Familie ist auch der Ort an dem Menschen sehr schwere Verletzungen an Körper- und Seele erfahren können.

00:01:31: Sexualisierte Gewalt darüber reden wir heute Wir haben es ganz lange nicht getan wird von Kindern zu einem großen Teil nicht von irgendwelchen fremden Leuten angetan, sondern von Menschen sehr überwiegend von Männern aus der eigenen Familie.

00:01:50: Familie ist auch ein sehr vulnerabler Bereich und Familie enthält Machtfragen.

00:02:01: Familie is ambivalent – das wird darin deutlich!

00:02:04: Das war sie immer!

00:02:06: Die Pole dieser Ambivalenz Die haben sich über die Zeiten und über die Jahrhunderte verändert.

00:02:12: Aber dass Familie so ein ambivalentes Gebilde ist, das hat sich nicht verändert.

00:02:20: Familie war und ist ein sozialer Nukleus – ein kleinster Kern von Gesellschaft.

00:02:27: Angefüllt mit ganz vielen Funktionen Liebe, Förderung, Erziehung, Unterstützung, gemeinsames wirtschaftliches Auskommen, Pflichterfüllung, Firmenübernahme.

00:02:37: vielleicht betrifft das hier jemanden und vieles, vieles mehr.

00:02:43: Und ich habe es vorhin da unten schon gesagt Familie hat diese Dimension derer die gleichzeitig da sind meine Cousins und Cousinen meine Tanten und Onkels Die die da zusammenkommen zu so einem Familien treffen und auch die die Dimension Dera die vor uns waren die die wir gar nicht mehr kennen drei vier fünf zehn fünfzehn Generationen die den wir nie begegnet sind.

00:03:06: zum Beispiel weiß eine Frau von Bredo Ich weiß nicht, gibt es hier eine Frau von Bredo oder ein Herrn vom Bredow?

00:03:13: Sofort an dem Namen das der Ursprung ihrer Familie, zwölfhundert-einundfünfzig in meinem Nachbardorf begann.

00:03:19: Da hat nämlich ein Anoldus von Briedo einen über Jahrhunderte wichtiges für Preußen insbesondere wichtiges Adelsgeschlecht begründet.

00:03:27: Das Dorf hat vierhundert Einwohnern als kennt kein Mensch... ...von Bredoo!

00:03:32: Vermutlich ich will euch nicht zu nah treten aber kann nicht jede und jeder eine achthundertjährige Familiengeschichte erzählen Und mal eben in den alten Büchern blättern und sehen, auch zwölfhundertfünfzig Jahre da.

00:03:45: Kann ich auch was zu sagen?

00:03:47: Ich kann es nicht!

00:03:48: Ich kann die Namen meiner Urgroßeltern.

00:03:49: Davor wird schon schwierig.

00:03:50: Da muss ich nachkommen.

00:03:54: Geschichten haben unsere Familien geprägt.

00:03:57: Erzählte... ...und auch Verspiegende.

00:04:03: Manchmal ist bei Beerdigungen etwas zu ahnen.

00:04:08: Und manche einer aus der weiteren Familie staunt nicht schlecht, was da plötzlich gesagt wird.

00:04:15: Und in unserem Land.

00:04:17: Krieg, Flucht, Vertreibung, Verlust, Schuld.

00:04:22: Aber auch Stolz, Stetigkeit, Ortsverbundenheit – all das gehört irgendwie mit dazu!

00:04:30: Familienformen verändern sich aber Familie selbst ist eine Konstante.

00:04:36: Ist eine konstante menschlichen Zusammenlebens über Jahrtausende hinweg Und Familie hat es in ihrer Veränderbarkeit immer wieder geschafft, genau diejenige soziale Funktion zu übernehmen, die eben gebraucht wurde.

00:04:51: Das war vor Jahrhunderten anders als heute!

00:04:55: Wenn wir in die Entwicklungsgeschichte von Familie schauen, dann müssten wir eigentlich viel ausführlicher reden, als ich jetzt hier und auch nachher kann – nur in Stichworten.

00:05:04: Wir müssten reden von der Macht- und Gewalt des Familienoberhauptes in einer römischen Familie.

00:05:09: Wir müssen reden von Stammesverbänden in nomadischer Zeit, riesige Gebilde.

00:05:14: Wir müssten reden von der Stellung von Sklaven im großen Familienverbändende Antike.

00:05:19: Wir mussten von den sehr unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen reden – von Menschen je nachdem aus welcher sozialen Schicht sie kommen und kamen!

00:05:31: Wir musten von der Sakralisierung der Ehe und damit auch der Familie im Mittelalter reden.

00:05:39: Entsakralisierung, also dass das irgendetwas Heiliges ist.

00:05:42: Ja?

00:05:42: Also das meint das Wort!

00:05:43: Wir müssten von der Entsacralisierung der Ehe in der Reformation reden.

00:05:48: Alldass hat unsere Vorstellung mitgeprägt.

00:05:50: Wir mussten reden von der Zivilehe in einer französischen Revolution vor.

00:05:54: wie viel ist es her?

00:05:55: Na, nach zweihundertfünfzig Jahre und diese Zivil-Ehe prägt uns bis heute ins Recht enthalten.

00:06:04: Wir müssen davon reden, dass Liebe als Grundlage für eine Verbindung von zwei Menschen in der Romantik entstanden ist, nicht er.

00:06:13: Rumi und Julia erinnern durch Dunkel.

00:06:15: Da war die Liebe noch was ziemlich... Das hatte große Sprengkraft!

00:06:19: Das durfte nicht sein.

00:06:21: Wir müssten reden von der Auflösung der Ständegesellschaft in Europa.

00:06:24: wir müssten reden von zerrissenen Familien in den Kriegswirren des zwanzigsten Jahrhunderts.

00:06:29: Wir mussten reden vom Familienideal der fünftiger-und sechziger Jahre als man endlich wieder zur Ruhe kommen konnte.

00:06:38: Ich glaube, deswegen ist es auch so stark.

00:06:40: Wir müssen reden von den Emanzipationsbewegungen in unserer Gesellschaft, insbesondere der Achtensächziger-Generationen.

00:06:47: Wir müssten reden von Einsamkeitserfahrung in den Großstädten und von Wahlfamilien und größeren Lebensgemeinschaften die sich Menschen suchen – und von noch viel mehr.

00:07:00: Familie ist echt komplex!

00:07:06: Die Veränderung des Familienbildes hatten in den letzten fünfzig Jahren wesentlich auch, und das wisst ihr natürlich mit der Veränderungen des Bildes von Ehe- und Partnerschaft zu tun.

00:07:15: Und hier wesentlich mit der gewachsenen Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern.

00:07:22: Ich sage es nun mal so etwas tesenhaft.

00:07:25: auf diesem Weg haben wir auch noch einige Kilometer vor uns!

00:07:29: Und momentan weiß ich wie Ihr die Gesellschaft beobachtet scheint es an manchen Ecken jedenfalls als würden wir diesen Weg eher wieder zurückgehen, als weiter vorwärts.

00:07:40: Frauen die ganz zu Recht immer wieder thematisieren dass das Patriarchat keine optimale Lebensgrundlage für uns ist.

00:07:47: Für alle nicht!

00:07:49: Und daneben auch Männer zumindest einige, auch einige Christliche Die Medien wirksam zumindest auf Social Media immer wieder fordern Das Patriarchate müsste doch wieder gestärkt werden.

00:08:01: Das alles ist eine ziemlich schwierige Gemengelage für Menschen, die sagen ah Familie ja Mensch das wäre doch mal eine Idee.

00:08:08: Wir wollen heiraten, Familie gründen oder so etwas ganz alter kleiner Traum.

00:08:17: Dann wenn man am Abendessen Tisch die Rollen verhandeln muss dann wenn man überlegen muss wie geht denn das eigentlich was wir hier vor haben?

00:08:25: Dann wird sehr praktisch dann wird es auch sehr konflikt beladen mit großen Auswirkungen für die wenigen beteiligten menschen.

00:08:38: Familie verändert sich und das tut sie schon immer.

00:08:41: Und wenn ihr hier diese Schlagworte seht, an der Folie dann kommen euch vielleicht schon Ideen was dahinter steckt.

00:08:48: Einige interessante Familiengeschichten in der Bibel nur mal so auch ganz stichwortartig.

00:08:53: Familie Abraham kennen wir Ur-Geschichte oder Ärzteltern Geschichte und dann erinnern wir uns da gab es doch irgendwie sowas wie eine erzwungene Leimutterschaft.

00:09:03: und die Haga mit der nicht ganz ordentlich umgegangen wurde.

00:09:08: Und Familie Jakob, zwei Generationen weiter.

00:09:11: Ebenfalls Ärzteltern-Geschichten.

00:09:13: Ach da war doch irgendwas... wie hießen die noch mal?

00:09:15: Die Frauen und schon wird es ein bisschen schwierig Lea und Rahel und die eine wollte er und die andere nicht.

00:09:21: und dann kamen noch zwei Sklavinnen.

00:09:23: und wir merken das passt irgendwie nicht zu dem was wir so denken.

00:09:28: Familie David nachdem er sieben Frauen hatte kommt Bazeba auf höchst fragwürdige Weise problematischeweise würde ich sagen dazu und erlebt Traumatisches.

00:09:41: Familie Petrus, auch nur mal stichworthaft und beispielhaft.

00:09:45: hatte der überhaupt eine Familie?

00:09:46: Man weiß es nicht!

00:09:47: Von der Schwiegermutter des Petrus ist einmal die Rede also muss er wohl sowas wie eine Familie gehabt haben.

00:09:52: aber welche familiäre Verantwortung hat eigentlich jemand übernommen das ein Beruf an Nagel hängt und sagt da ist so ein Wanderprediger das interessant dem laufe ich jetzt mal drei Jahre hinterher entscheidet selber.

00:10:06: Viele Familiengeschichten könnte man aufzählen, wenn man in die Bibel guckt.

00:10:10: Und was ich wirklich interessant finde... Die Bibel geht mit ihnen allen um!

00:10:16: Das tut sie einfach!

00:10:18: Die schimpft den Petrus nicht und die schimpf den Abraham nicht und so weiter.

00:10:22: Sie geht erstmal mit allem um.

00:10:26: Für uns heute sind solche Familiengeschichte wie ihr sie hier seht oder angeklungen findet ein bisschen ein Albtraum.

00:10:34: Wieso erst denn gehen?

00:10:36: Aber die Bibel geht damit um.

00:10:38: Sie wertet sie nicht ständig!

00:10:43: Markus III haben wir gehört, jetzt geht es nicht weiter.

00:10:49: Würde ihr einmal klicken?

00:10:50: Jawoll Jesus!

00:10:53: Was wie

00:10:53: was?!

00:10:54: Seine Familie wollte ihn da wegholen, haben wir gehört aus dem Markus III Text und haben ihn für verrückt gehalten... Und was sagt Jesus?

00:11:03: Das ist gar nicht meine Familie.

00:11:05: Die, die hier mir zuhören, die das tun, was Gott will.. Das ist meine Familie.

00:11:10: Charlie hat es vorhin auch schon gehört.

00:11:14: Jesus hat über sehr vieles, sehr viel ausführlicher geredet als über Familie.

00:11:19: Wenn wir versuchen aus dem Neun Testament ein Bild von Familie zu destillieren dann sind wir relativ schnell am Ende und wenn wir dann ernst nehmen eben auch solche Aussagen von Jesus Dann sind wir zumindest mitten in einem Dilemma.

00:11:32: Gerechtigkeit Nächstenliebe Reich Gottes.

00:11:35: Das waren so große Themen von Jesus Familie eher nicht so Eher zumindest mal irritierend so dass man hinterher dasteht und sagt, jetzt bin ich auch nicht schlauer.

00:11:47: Und Paulus?

00:11:48: Der Empfahl den ersten Christinnen sich familiär nicht zu binden sondern eher askeltisch zu leben das tat er ja schließlich auch.

00:11:57: diese empfehlung geschah und es ist tatsächlich um das zu verstehen ganz wichtig dieser empfehlungen geschah vor dem Hintergrund dass die ersten christinen davon ausgingen jesus kommt wirklich ganz bald wieder ganz bald.

00:12:09: wir müssen hier gar nicht mehr so viel regeln.

00:12:10: Und das mit der Familie, das hat sich sowieso erledigt.

00:12:16: Vor diesem Hintergrund kann man das auch verstehen finde ich.

00:12:19: Später – das wissen wir heute – haben es die allerwenigsten Christinnen an diesen Ratschlag des Paulus gehalten, die alle meisten lebten sehr viel, sehr familiär und das war genau richtig so.

00:12:33: Wir brauchen dieses Beziehungsnetz!

00:12:36: Wir brauchen diese grundlegenden Beziehungen.

00:12:39: nicht jeder kann charismatisch als Wüstenmönch irgendwo ganz alleine leben.

00:12:48: Wenn aber jetzt Jesus und Paulus, sagen wir mal auf ihren eigenen Spuren in Sachen Familie unterwegs waren dann lohnt es sich in andere Texte im neunten Testament rein zu gucken.

00:12:58: und zwei andere haben wir eben vorhin auch gehört.

00:13:01: Und der erste und einer der Spitzentexte ist Galata III.

00:13:07: Galata II insbesondere der Vers.

00:13:11: Es spielt keine Rolle mehr, ob ihr Judenseit oder Griechen.

00:13:18: Sklaven?

00:13:20: Oder freie Menschen?

00:13:21: Männer?

00:13:23: Oder Frauen?

00:13:25: Denn durch eure Verbindung mit Christus, Jesus seid ihr alle wie ein Mensch geworden!

00:13:36: Ein Mensch der das gehört hat in einer der galatischen Gemeinden die von Paulus gegründet wurden und so weiter Der musste bei diesem Vers fast zwangsläufig zusammenzucken Erklär mir bitte, was soll das?

00:13:51: Was redest

00:13:52: du?".

00:13:54: Die grundlegenden Eckpfeiler der Gesellschaft werden in diesen Worten infrage gestellt.

00:13:58: Der Gesellschaft wie die Leute sie damals kannten.

00:14:01: Die Negierung des Unterschiedes zwischen Sklaven und freien Menschen, das bedeutete nichts weniger als das gesamte Wirtschaftssystem infragegestellt wurde.

00:14:11: Entschuldigung!

00:14:11: Wie sollen wir denn ab morgen überleben wenn es kein Sklaben mehr

00:14:13: gibt?!

00:14:17: Die Negierung des Unterschiede zwischen Frauen und Männern stellt nichts weniger als die soziale Ordnung in Frage.

00:14:26: Entschuldige bitte, Paulus!

00:14:27: Wie funktioniert denn Deiner Vorstellung nach Gesellschaft?

00:14:29: Wenn Du das einfach ein

00:14:31: ebnisst?!

00:14:32: Ah okay... Die Negierung des Unterschiedes zwischen Juden und Griechen betrifft mindestens mal innerhalb der Gemeinden einen der wesentlichsten Konflikte der ersten Zeit.

00:14:45: Was sind wir denn eigentlich?

00:14:46: Sind wir jetzt Juden oder sind wir es nicht?

00:14:48: Wir hier im Galatien haben auch meinen Juden dabei aber Eigentlich sind wir es eher nicht.

00:14:55: Und in Rom, da war's auch konflikthaft und überall.

00:15:02: Dann kommt der Paulus und sagt, dass das spielt keine Rolle!

00:15:06: Wenn jemand sagt, es spiele keine Rolle mehr ob ihr Männer oder Frauen seid denn in Christus seid ihr alle wie ein Mensch geworden dann geht es weit über die zeitgenössischen Vorstellungen hinaus.

00:15:20: Der Unterschied der Geschlechter... Das war eine grundlegende Konstante oder eine grundlegende Achse für die soziale Ordnung.

00:15:26: Das konnte man nicht einfach sagen, das spielt keine Rolle und wenn jemand kommt in diese Grundlage infrage stellt verändert er damit auch viele andere Parameter.

00:15:39: Und?

00:15:40: Und dass haben die ersten Christinnen verstanden, das schafft enorme Freiheit für bestimmte Dinge.

00:15:48: und das verunsichert weil in der ersten Generation der Gemeinden diese Vision lebte Diese Vision der Gleichrangigkeit, deshalb konnte Lydia Gemeindegründerin sein.

00:16:02: Deshalb konnte Junior eine angesehene Apostelin sein!

00:16:05: Deshalb konnte Föbe die Diakonin in Kinchrehe sein und deswegen konnte Priska die Ausbilderin des Paulus sein.

00:16:13: Nur deshalb hier finden wir Grundüberzeugungen dieser ersten christlichen Generationen.

00:16:25: Grundüberzeugung, die überhaupt nicht reinpassten und die unglaublich anstrengend waren zu leben.

00:16:32: Man musste ständig erklären, man musste stendlich sagen warum man das denn so macht.

00:16:46: und dann dieser andere Text.

00:16:48: Der Colosser-Text!

00:16:50: Eine Gemeinschaft in der nix so läuft wie man es eigentlich normalerweise macht.

00:16:55: Das ist eine wahnsinnig anstrengende Gesellschaft.

00:16:58: An keiner Stelle kann man mal voraussetzen ja so ist es doch, an jeder Stelle muss man wieder neu nachdenken und überlegen ist es das jetzt oder wie meinen wir's denn?

00:17:06: Und so kam es wie es kommen musste.

00:17:08: In der zweiten, in der dritten Generation Man passte sich an.

00:17:13: Man könnte sagen, man rutschte da wieder hinein wie es normalerweise läuft in der Gesellschaft.

00:17:20: Ja, man kann halt auch nicht jeden Tag aufwendige Reflexionsschleifen drehen im Kopf und auch im Gespräch wenn man einfach sein Alltag organisieren muss.

00:17:30: Und davon erzählt dieser Text aus dem Kolosser Brief eine Haustafel.

00:17:34: vielleicht kennt ihr diesen Begriff.

00:17:36: Haustafeln gab es einige.

00:17:37: Das ist so was ähnliches wie eine Hausordnung und das Spannende, deswegen habe ich das vorhin auch so gesagt, dass Spannend ist.

00:17:43: in der artiten Gesellschaft gab's sowas.

00:17:46: Da kannte man so eine Hausordnung.

00:17:48: also da haben sich die Neutester-Männchenautoren nicht ausgedacht sondern da wusste man ja das kann man kann hier als bekannt voraussetzen solche Haustafin gab es.

00:18:03: weiß nicht ob ihr euch an Trauungen erinnert wo man diesen Kolossertext als Trautext gewählt hat.

00:18:11: Ich glaube, die meisten Paare heute würden eher nicht als Trautext wählen weil er für uns und unsere Perspektive eher ein bisschen abständig ist.

00:18:23: Ich zitiere nochmal zwei Fersen.

00:18:25: und ihr seht ja auf der Folie Ihr Männer liebt eure Frauen und seid nicht rücksichtslos gegen sie.

00:18:31: Ihr Väter schüchtert euren Kindern nicht ein damit sie nicht entmutigt werden.

00:18:39: Und dazu habe ich gesagt und er behauptet es ist eine Verminderung des Patriarchats Nicht mehr die allumfassende Gewalt des Familien-Oberhauptes, sondern eine Eingrenzung dieser Gewalt.

00:18:51: Sonst war das üblich!

00:18:53: Man konnte im extremen Fall Kinder tothauen und niemand hat danach gefragt... ...die Verminderung des Patriarchats.

00:19:03: Das Patriarchat bekommt hier deutliche Grenzen aufgezeigt.

00:19:06: Ja durch einen Text wo wir heute sagen Wir wissen noch nicht so genau was wir damit anfangen können Aber Die Gerechtigkeit gegenüber dem, was in der Gesellschaft lebte, steigt.

00:19:28: Viele biblische Texte erzählen uns von einem solchen Gerechtigkeitsvorsprung.

00:19:34: Wenigstens den Versuch ein bisschen einen Schritt weiterzukommen, einen Schritt vorauszukommen vor den Verhältnissen der Zeit!

00:19:41: Wir können zwar nicht völlig raus aus den Gegebenheiten unserer Zeit aber wir können sie deutlich in Richtung von Gerechtigkeiten verändern.

00:19:52: Die lässt sich nicht überall durchhalten.

00:19:54: Die können wir nicht immer leben, aber wir können die Wirklichkeit in ihre Richtung verändern.

00:19:59: Wir können mit prägen.

00:20:05: Gerechtigkeitsvorsprung im Nachdenken über den nächsten und wichtigsten Beziehungen.

00:20:12: Und die Bibel mutet uns glaube ich wenn wir über Familie nachdenken genau diese Fragen zu Wie kann es eigentlich gerechter zugehen so dass niemand hinten runterfällt?

00:20:24: wie kann es so zu gehen das niemand unter die Räder der Ungerechtigkeit kommt Bezogen auch Familie fordert uns das heraus, immer wieder neu zu fragen was es jetzt konkret bedeutet in welcher Ausformung und wie wir das gut leben können.

00:20:41: In unserer Gemeinde ich bin in der Gemeinde Berlin starken da gibt's gleich mehrere Familien die sich für Pflegekinder entschieden haben.

00:20:49: Vorhin haben von der Adoption gehört die haben Pflege Kinder drei Familien Und die sind mir immer wieder ein Vorbild.

00:20:56: Die hat schon einige eigene Kinder und haben dann gesagt, ja das machen wir!

00:21:01: Menschen, die in echt schweren Staaten ins Leben hatten den wollen wir eine Familie sein.

00:21:09: Familie ist kein dogmatisiertes Konstrukt.

00:21:12: so-undso muss es sein.

00:21:16: Vater Mutter zwei Kinder dieses Bild der sechziger Jahre wenn man das in die Bibel hinein liest kommt man schnell an Grenzen.

00:21:25: Familie is sehr viel verschiedenes.

00:21:32: Ah ne, das war schon die letzte Folie.

00:21:35: Familie ist dort wo Menschen Verantwortung übernehmen und Angewiesenheit spüren und als Lebensbeziehung gestalten.

00:21:45: Familie isst dort wo menschen verlässliche Gemeinschaften leben und das über Generation hinweg ganz egal ob Patchwork Regenbogen oder in ganz anderen Zusammenstellungen.

00:21:57: Die verlässlichen Gemeinschaften brauchen wir alle Und für ganz viele Menschen ist das auch ein erstrebenswertes Ziel.

00:22:07: Ich war selber dabei bei einer Trauung von einem lästlichen Paar kurz nachdem die Ehe für alle eingeführt wurde, was dafür eine Erleichterung und Freude über diese Möglichkeit bestand.

00:22:21: Familie verändert sich – das hat sie immer getan, über Jahrtausende!

00:22:28: In dieser Veränderung ist Familie eine Konstante von menschlichem Dasein.

00:22:34: Die Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens, die Reich Gottesgemeinschaften geben uns dafür den Rahmen.

00:22:47: Und ich glaube, die Gestaltungsarbeit lohnt sich für kleine und große Menschen!

00:22:55: Amen.

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