Gottesdienst an Karfreitag
Shownotes
Pastor Dr. Michael Rohde predigt an Karfreitag über den zerrissenen Vorhang in Markus 15, 33-39 und über die eigene Zerrissenheit in uns.
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00:00:06: Für die Kerr Freitrags Predigt lese ich uns Markus, Fünfzehn ab fährst Dreißig.
00:00:12: Am Mittag wurde es plötzlich im ganzen Land dunkel.
00:00:16: diese Finsternis dauerte drei Stunden.
00:00:19: gegen drei Uhr rief Jesus laut Eli-Eli Lema Sabachthani.
00:00:25: das heißt übersetzt mein Gott mein Gott warum hast du mich verlassen?
00:00:32: einige von den Umstehenden aber meinten hört doch Er ruft dem Propheten Elia.
00:00:38: Einer von ihnen holte schnell einen Schwamm, tauchte ihn in Essigwasser und steckte ihn auf einen Stab um Jesus davon trinken zu lassen.
00:00:47: Wir wollen noch sehen ob Elia kommt und ihn herunterholt sagte er Aber Jesu schrie laut auf und starb.
00:01:00: Im selben Augenblick zerriss im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten bis unten.
00:01:12: Der römische Hauptmann, der gegenüber vom Kreuz stand hatte mit angesehen wie Jesus starb und rief.
00:01:20: dieser Mann ist wirklich Gottes Sohn gewesen.
00:01:30: Ich habe euch Bilder mitgebracht denn vor kurzem war ich in der jüdischen Synagoge in Kassel Und hier ist ein Bild Wie diese Kirche Diese Synagoe aussah zu verwechseln Mit einer kirche da.
00:01:43: raum sieht nämlich fast so ähnlich aus wie der hier.
00:01:49: Die Synagoge wurde in Kassel eingeweiht, also noch vor unserer Baptistengemeinde hier in Kassell.
00:01:54: Neuneinzig Jahre nach ihrer Einweihung bereits am siebten November wurde die Synagogebopfer der sogenannten Reiskristallnacht.
00:02:06: Es kamen dreißig gestiefelte Zivilisten in die Synagoge, nahmen alle Ritualgegenstände, Einrichtungsgestände und besonders die Torarrollen.
00:02:18: Waffen sie vor dem Gebäude auf einen Haufen und zündeten sie an unter den Blick neugieriger Zuschauer aus Kassel.
00:02:26: Sie zerbrannten was der jüdischen Gemeinde heilig war.
00:02:32: Heute hat dieser Versammlungsraum einen ganz besonderen Torarsch rein.
00:02:38: Wenn man ihn öffnet, dann sieht man einen Riss der durch das Glas geht.
00:02:48: Das zeigt wie zerrissen die Vergangenheit ist und hinter dem Vorhang dauert wenn die wertvollen Handgeschriebenen Torahrollen, die in jedem Gottesdienst herausgeholt werden und daraus vorgelesen
00:03:08: wird.".
00:03:09: Eine Synagoge ist kein Tempel, eine Synagoke ist ein Versammlungsraum in dem Gottesdienst gefeiert wird und das Kostbaste für unsere jüdischen Glaubensgeschwister.
00:03:19: Das geschriebene Wort Gottes ist das Lesen aus der Torah und über den Vorhang und vielen Gemeinden des jüdischem Synagoges steht auf hebräisch Bedenke vor wem du stehst.
00:03:33: Gottes Gegenwart wird hier gefeuert im Wort Gottes.
00:03:38: Und dieser Riss im Glas, der erinnert an die Zerrissenheit unserer deutschen und europäischen Geschichte.
00:03:47: Dieser Riss in dem Glas erinnerte an Mord- und Totschlag, an Unrecht und Folter, an Krieg und Vergasung – Zerrissenheit!
00:04:00: Für mich drückt dieses Wort den Weltschmerz unserer Zeit heute aus.
00:04:09: Das transatlantische Verhältnis, die Freundschaft von Europa zu den Vereinigten Staaten zur Amerika scheint fast zerrissen.
00:04:19: Der Frieden ist zerritten!
00:04:21: Zwei Kriege von Russland gegen die Ukraine – von USA, Israel gegen Iran und Libanon lösen Ängste aus.
00:04:28: Sie kosten Zivilisten und Soldaten täglich das Leben und weitere Kriege auch Aktuell im Ukraine-Krieg.
00:04:36: auf beiden Seiten vermutlich tausend Tote pro Tag.
00:04:42: Der Klimawandel macht die Welt in Teilen schon jetzt unbewohnbar.
00:04:47: Hunger und Durst zerreißt Müttern und Vätern das Herz, weil sie ihre Kinder nicht ernähren können.
00:04:58: Zerrissenheit geht manchmal durch die eigene Familie Kontakte, die abgebrochen worden sind oder verletzt sind.
00:05:07: ZERRISSENHEIT geht manchmal über das eigene Herz.
00:05:12: Es gibt dunkle Seiten Schuld Sünde Verborgenes, auch Scham, Verletzung, Zerrissenheit.
00:05:25: Wo ist Gott in dieser Zerrischenheit?
00:05:32: Der Passionstext aus Markus XV erzählt von großer Dunkelheit und Gottverlassenheit – und Jesus mittendrin!
00:05:43: Am Mittag wurde es plötzlich im ganzen Land dunkel.
00:05:45: Diese Finsternis dauerte drei Stunden.
00:05:48: gegen drei Uhr rief Jesus laut Eli-Eli Lama Sabachthani, das heißt übersetzt mein Gott!
00:05:53: Mein Gott warum hast du mich verlassen?
00:05:59: Wer diese Finsternis naturwissenschaftlich erklären versucht mit einer Sonnenfinsterniss oder ähnlichem, der bleibt an der Oberfläche.
00:06:06: Es gibt gar keine antiken Berichte darüber, dass welt- oder landesweit drei Stunden Finsterness war.
00:06:12: Aber diese Finsteness hat symbolische Bedeutung, denn schon der Prophet Amos erwartet Gottes Gerichtstag als Dunkel und Finstennis.
00:06:21: Der Prophet Amus fragt ist nicht des Herentag finster und nicht Licht dunkel und nicht hell?
00:06:28: in Amos, Vierzehnzig.
00:06:30: Über der Welt liegt das Dunkel des Gerichts und dieses Dunkel liegt auch über dem Sterben Jesu.
00:06:37: Jesus hängt in der Dunkelheit, in der Gottverlassenheit.
00:06:42: Als Sterbener fällt er in das Dunklen nichts der Gottesferne, indem Menschen ihre Trennung von Gott erleiden.
00:06:48: soweit Herr Kleiber.
00:06:50: Und er ruft mit den Worten aus Psalm Zweiundzwanzig Mein Gott mein Gott warum hast du mich verlassen?
00:06:58: Wo ist denn nun Gott?
00:07:01: Mit dieser Frage quälen sich immer wieder Menschen, wenn sie leiden.
00:07:04: Wenn Sie trauern!
00:07:06: Wenn Sie innere Dunkelheit aushalten müssen und statt von dem Stab mit Essigwasser zu trinken schrie Jesus laut auf und verstarb.
00:07:19: Jesus erlitt diesen grausamen Tod Nicht als einer von vielen, die durch die Todesstrafe getötet worden sind.
00:07:26: Sondern Jesus erlitt als gerechter Sohn Gottes die Gottesferne aller ungerechten Sünder aller Menschen.
00:07:36: Jesus rief nicht nur aus eigener menschlicher Not sondern aus der Tiefe der Not aller Menschen, aller Zeiten.
00:07:45: Sein letzter Schrei zeugt von Schmerz und von der Not seines stellvertretenden Tods.
00:07:55: Und im selben Augenblick zerrisst im Tempel der Vorhangen vor dem Allerheiligsten von oben bis unten.
00:08:06: Drei der Evangelisten berichten vom außergewöhnlichen Vorgang, vom zerrissenen Vorhang.
00:08:14: Wenn Stoff zerreißt – das klingt!
00:08:29: Komm?
00:08:31: Ich habe das nicht geprobt, Aldin.
00:08:34: Versuch mal.
00:08:44: Danke.
00:08:46: Das klingt auch durchdringend.
00:08:50: Hier zereist kein Mensch den Vorhang sondern Gott zerreißt den Vorhang, von oben nach unten wird es beschrieben.
00:08:57: Den Vorhang im Tempel.
00:09:00: Im damaligen Tempel gab es zwei Vorhänge.
00:09:03: Einen Vorhang das war der äußere Vorhang.
00:09:05: Der schirmte das Innere des Heiligtums des gesamten Gebäudes gegen Blicke von außen ab.
00:09:11: Wer im Vorhof oder auch weiter weg auf dem Ölberg war konnte von ferne diesen äußeren Vorhang sehen.
00:09:20: Aber dann war da ein zweiter Vorhang, der trennte im Inneren des Tempels das Allerheiligste vom Heiligen ab.
00:09:30: Hier eine Zeichnung wie das ausgesehen haben könnte.
00:09:39: Das Aller-Heiligte war in Cema-Cemeter großer fensterloser dunkler Raum, ein Kubus.
00:09:44: und nur einmal im Jahr betrat Der Hohe Priester am großen Versöhnungstag diesen Raum hinter dem Vorhang das Allereiligst.
00:09:54: Und alles andere geschah vor diesem Vorhang.
00:09:58: Dort taten die Priester ihren Dienst, der hohe Priester bereitete sich auf diesen einmaligen Tag im Jahr vor ganz besonders.
00:10:07: Er reinigte sich, erschlachtete ein Tier.
00:10:10: er ging mit dem Blut des Tieres hinter den Vorhang um dann dort in aller Heiligten stellvertretend für alle Priester und für das ganze Volk alles zu sünen Alles was verunreinigt war, alles was belastete von Gott loszuwerden.
00:10:33: Alle unbekannte und bekannte Schuld!
00:10:36: Der Jom Kippur der Versöhnungstag ist bis heute im Judentum der große Tag ein Tag der Befreiung, der Freude, der Erlösungen, der innere Vorhang trennt aber den Ort der Versöhnung, dem Ort der Gegenwart Gottes von allen anderen.
00:10:55: Und es brauchte in der Logik des Tempels und der wiederkehrenden Opfer einen geweihten Mittler, den hohe Priester um den Kontakt zu Gott herzustellen.
00:11:04: Und als Jesus Christus am Kreuz starb – da zerriss der Tempelvorhang!
00:11:13: Der Weg zu Gott, der Zugang zum Herzen Gottes ist frei.
00:11:21: Die Zeit der menschlichen Mittler ist vorbei.
00:11:25: Jesus wird zum einzigartigen, zum ständigen Hohe Prister Und wir haben im Text vorher gehört, dass ja der Priester sein eigenes Gewand zerriss angesichts des Verhörs von Jesus.
00:11:49: Sichtbar vor den Augenzeugen stirbt ein Mensch am Kreuz, einen qualvollen und grausamen Erstickungstod.
00:11:55: Aber unsichtbar überwindet der Sohn Gottes die Macht des Bösen!
00:12:00: Und er überwindelt den letzten Feind des Menschen – dem Tod.
00:12:06: Unsichtbar stellt Jesus spürbar Versöhnung her.
00:12:11: Ein römischer Hauptmann, ein heitnischer Offizier ist der erste, der das ausspricht.
00:12:16: wahrhaftig dieser Mensch war
00:12:19: Gottessohn.".
00:12:23: Äußerlich starb Jesus nicht anders als die beiden Verbrecher neben ihm.
00:12:27: Aber er konnte erkennen, dass hier nicht nur ein Mensch stirbt.
00:12:32: Hinter dem Vorhang da wollte man gut gemeint den Kontakt zu Gott schützen und regeln vor- und hinter dem Vorhang.
00:12:39: Da gab es die Regeln, die man aufgestellt hat wie der Kontakt zu God funktioniert, der Zugang zu Gott.
00:12:45: aber Gott durchkreuzt diese Regeln.
00:12:50: Gott ist weltoffen!
00:12:52: Er streckt seine Arme aus für alle Menschen, nicht nur zu seinem erwählten Volk Israel und ihrem Tempel sondern allen Menschen gegenüber.
00:13:02: Jetzt ohne Opfer, ohne Tempel, ohne Vorhang, ohne Trennung!
00:13:11: Jesus möchte dass du direkt zu ihm nach Hause kommst zum Vater Was möchte, dass du seinen Vaterherz am Mutterherz kennenlernst.
00:13:21: Das Herz der Versöhnung das Herz der Befreiung des Herzt der Freude.
00:13:26: Jesus möchte, Dass Du alles zerrissende Dich selbst die Zerrissen in Gläubigen Die zerrissene Welt zu ihm bringst.
00:13:37: und jesus stellt sich in diese Zerrisenheit.
00:13:40: Und wie heute jüdische Glaubensgeschwister fröhlich den Vorhang beiseite schieben, um das Kostbass zu zeigen.
00:13:47: Nämlich ihre Torarrollen dürfen wir unsere Vorhänge beiseiteschieben?
00:13:54: Was verbirgst du in deinem Vorhang?
00:13:58: Dein inneren Vorhang!
00:14:02: Du darfst dein Herz zeigen, deinen Glauben zeigen, dein Unglauben, deine Zweifel.
00:14:14: oder kraftvoll, so traurig der Glaube gerade ist.
00:14:18: Oder fröhlich!
00:14:20: So angefochten ein Glaube ist?
00:14:22: Oder
00:14:23: kräftig?!
00:14:25: Du darfst mit offenem Vorhang zu Gott kommen.
00:14:28: Gott begegnet.
00:14:30: Gott hat seinen Vorhang weit aufgerissen – den Vorhang seiner Liebe.
00:14:38: Jesus ist gestorben und auferstanden.
00:14:40: das wir heil werden, dass das was zerrissen ist wieder gepflegt und genäht werden kann.
00:14:50: dass wir die Kraft empfangen, die Zerrissenheit des eigenen Lebens.
00:14:54: Die Zerrissenheit der Kirchen und die Zersenheit der Welt auszuhalten bis er wieder kommt und ein neuer Himmel und eine neue Erde zu seinem Friedensreich werden.
00:15:05: In seinem ewigen Friedensreich – bis dahin leben wir in der Zwischenzeit, nicht allein mit Jesus!
00:15:14: Bis dahin Leben und beten wir, handeln und singen wir von der
00:15:18: Zwischentzeit.".
00:15:21: Zwischen Himmel und Erde leiden wir an Zerrissenheit auf dem Weg zu dir in dieser Zwischenzeit.
00:15:27: Zwischen himmel und erde ist ein Steg, und du selbst bist die Brücke und der Weg in diese Zwischen-Zeit!
00:15:35: Zwischen hemmel und herde hängst Du dort ganz allein und verlassen von Mensch und Gott zwischen himmel & Erde ausgestreckt.
00:15:43: Dort am Kreuz, zwischen himmeln & Erde hengst Du.
00:15:46: da wo die Balken sich kreuzen ist der Ort, wo sich Himmel und Erde trifft dort am Kreuz.
00:15:56: Amen!
00:15:59: Lasst uns dieses Lied von der Zwischenzeit singen wie wir hier auf die Erde mit Jesus leben können zwischen den Zeiten.
00:16:07: lasst uns dazu aufstehen.
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