Predigt vom 23.11.25
Shownotes
Pastor Michael Rohde predigt über Jesaja 65, 17-19. 23-25
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00:00:11: Am Ewigkeitssonntag richtet sich unser Blick über das Sichtbare hinaus.
00:00:17: Ein solcher Blick reicht über den Alltag hinaus.
00:00:20: Wir schauen auf das, was war und was bleibt, was ewig bleibt.
00:00:27: In was für einer Welt möchtest du ewig leben?
00:00:32: Das Wort Ewigkeit löst in mir warme Gefühle aus.
00:00:35: Erst mal wohlbehagen, wie ein Kaminfeuer, wie eine Sehnsucht.
00:00:40: Ewigkeit, das rührt einen Traum in mir an.
00:00:43: von einer neuen Erde, von Glück, von Harmonie, von Frieden, Ewigkeitssonntag.
00:00:54: Doch in was für einer Welt leben wir?
00:00:57: Das Wort Ewigkeit löst auch in mir Schmerz aus.
00:01:02: Ich sehe mich allein an einem Grab, wo damit einigen von euch an einem Grab stehen.
00:01:10: An einer tiefen Geruft, am Ende eines Lebens.
00:01:16: Zu früh, überraschend, nach langer oder kurzer Krankheit, tot.
00:01:27: Trauer beim Abschied ist die Kehrseite der Liebe zu einem Menschen.
00:01:34: Das Gefühl der Endlichkeit.
00:01:39: Und das empfinde ich nicht nur Bezug auf einzelne Menschen, sondern das überfällt mich auch, wenn ich die Demonstrationen zuletzt in Belem bei der Weltklimakonkretarenz in Brasilien sehe.
00:01:51: Die Wut meistens der jüngeren Generation über das mögliche Ende der alten Erde.
00:01:59: Seit den siebziger Jahren wird uns als Gesellschaften gesagt, dass es keinen Planet B gibt, keine zweite Erde.
00:02:08: Und wir die vorhandenen zu Grund richten, ausbeuten und das Klima so beeinflussen, dass wir in der nächsten Generation, in vierzig Jahren, dort nicht mehr leben können.
00:02:21: Hören wir heute an diesem Ewigkeitssonntag auf ein prophetisches Wort aus dem Buch des Propheten Jesaja.
00:02:29: Der erste Teil des Buches erzählt von Zerstörung und von Verlust und muss das ankündigen.
00:02:36: Im zweiten Teil des Buches malt Jesaja eine wunderschöne Zukunft, eine Hoffnung.
00:02:42: Und im dritten Teil des Buches geht es um eine Zeit des Neuanfangs und Aufbruchs.
00:02:46: und aus diesem dritten Teil Er klingt dieses Prophetenwort für diesen Sonntag in einen evangelischen Kirchen.
00:02:58: Seht, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde.
00:03:03: Dann denkt niemand mehr an das, was früher war.
00:03:07: Es ist für immer vergessen.
00:03:09: Freut euch und jubelt ohne Ende über das, was ich jetzt erschaffe.
00:03:16: Ich mache Jerusalem zu einer Stadt des Jubels und seine Bewohner erfülle ich mit Freude.
00:03:22: Auch ich will über Jerusalem jubeln und mich über meinen Volk freuen.
00:03:27: Man wird dort niemanden mehr weinen hören.
00:03:31: Die Klage ist für immer verstummt.
00:03:36: Und?
00:03:38: In Geseihef, ab Vers.
00:03:40: XXIII, keiner müht sich vergebens.
00:03:43: Niemand bringt Kinder zur Welt, die früh sterben, denn sie sind die Nachkommen derer, die der Herr gesegnet hat.
00:03:50: Darum werden sie mit ihren Kindern leben.
00:03:52: Schon ehe sie rufen, antworte ich ihnen.
00:03:55: Während sie noch reden, erhöre ich sie.
00:03:58: Wolf und Lamm weiden friedlich zusammen.
00:04:00: Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
00:04:03: Doch die Schlange muss sich von der Erde ernähren.
00:04:05: Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg.
00:04:10: Das sagt der Herr.
00:04:16: Also wenn diese Worte des Propheten sich bewalten, wenn sie in Erfüllung gehen, dann hat Gott noch was vor mit unserer Erde.
00:04:25: Denn hat Gott noch nicht aufgegeben.
00:04:28: Dann verwaltet Gott nicht den Verfall und den Absturz.
00:04:32: Nach diesen Versprechen will Gott selbst etwas Neues schaffen.
00:04:37: Sein schöpferisches Ich schaffe.
00:04:41: Wie zu Beginn der Schöpfung.
00:04:43: Gott sagt, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde.
00:04:47: Und hier steht nicht zwangsläufig, dass der alte Himmel und die alte Erde vergeht.
00:04:54: Sondern es gibt gute Gründe, warum hier viele von Erneuerung reden.
00:04:58: Eine erneuerte Erde ist eine neue Erde, eine verwandelte Erde, eine von Gott verwandelte Erde.
00:05:08: Denn Gott liebt Transformation, Gott liebt Verwandlungen.
00:05:12: Gott will unsere Erde verwandeln in etwas ganz Neues.
00:05:18: Gott will dein Leben verwandeln in etwas ganz Neues.
00:05:23: Vor fünf Wochen haben wir Taufe gefeiert und dabei hat Gottes Verwandlungskraft eine Rolle gespielt, denn Jesus kann einzelne Menschen verwandeln.
00:05:33: Das haben wir gefeiert, wie Jesus mit seiner unwiderstelllichen Liebe Menschen erreicht und befreit von Bindungen, wie Jesus mit seiner Kraft Halt schenkt und Sicherheit, wie Jesus in den Tote reingeht.
00:05:48: und durch den Tod hindurch zum ewigen Leben führt zur unendlichen Gemeinschaft mit Gott.
00:05:55: Was für eine Verwandlung!
00:05:57: Nun, der Prophet Jesaja richtet aus, Gott schafft einen neuen Himmel und eine neue Erde.
00:06:02: Und wie er das schafft, das bleibt sein Geheimnis.
00:06:06: Da gibt es keinen Stufenplan, da gibt es auch nicht einen genauen Zeitplan oder Strategieplan, sondern das ist Gottes Wesen.
00:06:13: Seine Kraft, die diese Kraft zur Verwandlung hat, zur Erneuerung, zur ewigen Zukunft.
00:06:21: Aber der Prophet lässt uns nun nicht damit allein, ja gut, es wird neu werden, sondern er schenkt uns drei kraftvolle Bilder in diesem Text, wie diese neue Welt und dieser neue Himmel aussieht, was ihn auszeichnet.
00:06:34: Und im Wortschatz der Bibel gibt es noch mehr Bilder, aber heute betrachten wir drei innere Bilder, die uns helfen sollen, Gottes Verwandlungskraft zu erkennen.
00:06:46: Bilder vom ewigen Frieden.
00:06:48: Und ich fange mal hinten an, denn hinten steht Wolf und Lam weiden friedlich zusammen.
00:06:55: Der Löwe frisst Stroh wie das Rinnen.
00:06:57: Die Schlange muss sich von Erde ernähren.
00:06:59: Man tut nichts Böses mehr, begeht keinen Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg.
00:07:04: Das sagt der Herr.
00:07:06: Das ist ein Bild von einem tierischen Frieden.
00:07:10: Gott verwandelt das gegenseitige Fressen und Gefressenwerden in ein friedliches Zusammenleben.
00:07:20: Was für innere Bilder stellen sich da ein?
00:07:22: Der Künstler Sieger Köder hat das so gemalt, fantasievoll.
00:07:32: Sorry, er war mir persönlich schwer daran zu glauben, dass die Tiere alle so friedlich werden.
00:07:37: Es liegt an einer einschneidenden Erfahrung in meiner Kindheit, wie meine Tierlebe sehr getrübt hat.
00:07:43: Vielleicht habe ich davon schon mal erzählt, ich habe nicht die Erfahrung mit einem Wolf gemacht, auch nicht mit einem Löwen und auch nicht mit einer Schlange, aber mit einem Hund.
00:07:54: Als ich als Kind im medylischen Priestorf gelebt habe, zwei tausend Einwohner, wir hatten ein Grundstück mit zwei tausend vierhundert Quadratmeter, ein großes Haus, ein großer Garten und einen großen Nachbarn.
00:08:06: Dieser Nachbar hatte auch einen großen Garten und einen großen Zwinger.
00:08:10: und in diesem Zwinger war ein Hund, ein Kampfhund mit Stahl getan und von außen sei das für mich schon als Kind gefährlich aus wie ein Gefängnis.
00:08:18: Der Hund war auch angekettet.
00:08:20: Und der sah gefährlich aus, der bellte gefährlich, der war kampfbereit.
00:08:24: Manchmal war das Tor des Zwingers offen, dann liefer er draußen herum.
00:08:27: Das ist das, was ich erinnere.
00:08:29: Und ich stehe innerlich sozusagen als sechsjähriger an diesem Maschendrahtzaun.
00:08:34: und da drüben der Hund und der Zwinger.
00:08:36: und dann eines Tages sprang der Hund über den Maschendrahtzaun und schneller als ich gucken konnte, bis er mir in meinen rechten Arm.
00:08:43: Und ich zeig auf die Stelle, als ob da noch was wär.
00:08:46: Wohl, da ist gar nichts, aber er hat mir echt gebissen.
00:08:50: Und bei mir geht dieses Kopfkine los, wenn ich ein Hund sehe, der ab so ab dieser Höhe, also bei Pudel und Dackel, da ist noch alles okay, aber alles darüber, Rottweiler, Bernadina, Schäferhund, das werden nicht mehr meine Freunde.
00:09:06: Jedenfalls nach meinem Denken.
00:09:09: Ich kenne natürlich die Worte von Hundebevisitzer, bevor der Hund beißt, da beißt nicht und danach, das hat er noch nie getan, das ist mir alles klar.
00:09:17: Aber warum erzähle ich von diesem persönlichen Beispiel.
00:09:22: Für mich ist das ein Beispiel dafür, dass es eine gefallene Schöpfung gibt, stellvertretend.
00:09:28: Natürlich wünschen wir uns, dass die Tiere alle friedlich wären, aber dass es kein gegenseitiges Fressen und Gefressen geben wäre.
00:09:34: Kein Beißen, kein Kratzen, kein Beneiden, kein Miteinanderkämpfen.
00:09:39: Wie wäre das denn?
00:09:42: Aber Jesaias Propheti von diesen Worten hat ja nicht Tiere nur im Blick.
00:09:49: Die damals gar nicht zähmbar war, den gefährlichen Wolf, den gefährlichen Löwe, die Schlange.
00:09:55: Ihr sei ja, meinte damit Menschen, auch Menschen.
00:09:59: Er meinte vielleicht sogar ganze Kriegsvölker.
00:10:02: Denn nicht wenige Nationen tragen Wolf, Löwe, Schlange als Wappentier.
00:10:08: Der Pharao hatte die Schlange als das Zeichen dafür, dass er Pharao ist.
00:10:13: Oder wir sprechen heute noch bildlich vom russischen Beeren oder vom chinesischen Drachen.
00:10:20: Für Völker, die Krieg führen oder Kriegsgefährlich sind.
00:10:24: Und wir wissen nur zu gut, das Leben auf der Erde ist gefährlich.
00:10:29: Wölfe reißen scharfe.
00:10:32: Und es gibt Diskussionen, darf man nun Wölfe schießen oder nicht?
00:10:36: Und die stehen unter Naturschutz.
00:10:37: Löwen ernähren sich nicht von Stroh.
00:10:41: Und auch die Löwen im Zoo ernähren sich nicht von Stroh.
00:10:45: Und Schlangen, die versprühen Gift oder erwürgen ihre Gegner.
00:10:50: Die ernähren sich auch nicht von Erde.
00:10:53: Und deshalb kann Paulus im neuen Testament sogar seine gemeine Mitglieder mit solchen Tieren vergleichen.
00:11:00: In Galator V schreibt er ihnen, Brüder und Schwestern ihr seid zur Freiheit berufen, aber benutzt eure Freiheit nicht als einen Vorwand, um eurer menschlichen Natur zu folgen, dient euch viel mehr gegenseitig in Liebe.
00:11:17: Denn das ganze Gesetz ist erfüllt, wenn ein einziges Gebot befrückt wird, nämlich Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.
00:11:25: Aber wenn ihr einander wie wilde Tiere beißt und auffrest, dann passt auf.
00:11:32: Sonst wird am Ende sogar einer vom anderen verschlungen.
00:11:37: Also der Aufruf zur nächsten Liebe, zum liebevollen Miteinander, wie in unserem Leitbild, liebevoll gemeinsam, ist, weil unsere menschliche Natur anders ist.
00:11:49: Der Mensch nach Paulus ist eher einer, der zubeißt, der sich wehrt, der aggressiv ist, der um seinen Platz kämpft, sein Revier verteidigt und so weiter.
00:12:00: Und das muss Paulus den Christen in Galatien schreiben, dass sie sich nicht gegenseitig beißen und zum Fressen gern haben.
00:12:08: Und Jesaja träumt viele Jahrhunderte vorher von einer erneuerten Erde in der Tiere, Menschen und ganze Völker friedlich zusammenleben.
00:12:18: Und er sagt, genau das ist Gott möglich.
00:12:22: Das ist das Bild von der Zukunft, noch verschwommen, noch nicht klar zu sehen.
00:12:29: Und deshalb weise ich, nicht jeder Hund ist so unerlöst wie der Hund meiner Kindheit und der Nachbarn.
00:12:36: Mal eine Pastorenkollegin, Kathi Pietern, die in Marburg arbeitet, als Traumaterapeuten und Beerdigungsrednerin, hat anschaulich erzählt, wie sie in der Trauerarbeit mit Menschen spricht und dabei ihr Therapiehund zum Zuge kommt.
00:12:51: Ihr Hund ist bei den Trauergesprächen dabei, denn der Hund ermöglicht es ihren Patienten oder Gesprächspartnern, dass sie Gefühle äußern können.
00:13:01: Der Hund spürt die Gefühle der Ratsuchenden.
00:13:04: Der Hund ist so friedlich und einfühlsam ein Geschäft Gottes, dass bei Menschen Erneuerung, Verwandlung ihrer Traurigkeit sogar vom verletzten inneren Kind stattfindet, dass traumatisierte Menschen wieder reif damit umgehen lernen, mit dem, was sie in Ohnmacht gestürzt hat.
00:13:24: Der Hund hilft tatsächlich dabei, dass sie wieder lachen können, erlöster leben können.
00:13:31: Das ist quasi schon ein Hund, der verwandelt ist.
00:13:35: Denn Gott in Dienst nimmt in der Therapie in einer heilenden Art.
00:13:40: Und Jesaja sagt, Wolf und Lam werden friedlich zusammenleben.
00:13:44: Was für ein Traum von der besseren Welt.
00:13:47: Was für ein Wunsch für die Ewigkeit.
00:13:51: So wird Gottes neue Erde und neuer Himmel sein.
00:13:54: Wie im Paradies.
00:13:58: Der Prophet malt ein zweites Bild von Gottes neuer Zukunft.
00:14:02: Da geht es nicht um Tiere, sondern um Großeltern, Eltern, Kinder, um Familien, um Generationen, die miteinander leben und aufeinander hören.
00:14:12: Das Bild von einem Familienfrieden, einem Frieden der Generationen.
00:14:16: Und das steht so im Text.
00:14:17: Keiner müdt sich vergebens.
00:14:20: Niemand bringt Kinder zur Welt, die früh sterben, denn sie sind die Nachkommen derer, die der Herr gesegnet hat.
00:14:26: Darum werden sie mit ihren Kindern leben.
00:14:29: Schon ehe sie rufen, antworte ich ihnen.
00:14:32: Während sie noch reden, erhöre ich sie.
00:14:36: In der gefallenen Welt, wie schwer ist es, wenn ein Kind sterben muss?
00:14:43: Wenn es zu früh gehen muss?
00:14:46: Wie dunkel ist es, wenn Kinder keine Zukunft haben?
00:14:50: wenn Kinder vorgeburtlich sterben, wenn die nächste Generation depressiv in die Zukunft schaut.
00:15:00: Und der Text spricht auch an, wie nervig ist das, wenn Eltern rufen und keine Antwort bekommen.
00:15:06: Wie anspringt ist das, wenn Generationen miteinander reden, aber eben nicht aufeinander hören, aneinander vorbeireden oder es nur noch Schweigen gibt oder gar keinen Kontakt.
00:15:18: Und hier sei er mal ein Gegenbild von einem Familienfrieden.
00:15:22: Eine Welt, in der man sich nicht vergeblich müht, in der Kinder nicht früh sterben.
00:15:28: Eine Welt, in der die Generation miteinander leben.
00:15:31: Darum werden sie mit ihren Kindern leben.
00:15:34: Gott lebt in dieser Welt mit seinen Kindern.
00:15:36: Gott verhält sich in seiner Welt auf wunderbare Weise im Bereich der Kommunikation.
00:15:43: Ich wollte euch ein Kommunikationsmittel unserer Familie mitbringen und habe sie jetzt vergessen.
00:15:47: Das ist nämlich eine Kuhglocke.
00:15:48: Die müsst ihr euch jetzt vorstellen.
00:15:50: Also wir haben so eine Kuhglocke.
00:15:52: Und damit habe ich als unsere Kinder noch in unserem Haus lebten, immer zum Essen klingelt.
00:15:59: Oder zu einem Treffen.
00:16:01: Wir hatten auch so Familienkonferenzen.
00:16:03: Und es war so nervig, wenn man klingelt und klingelt und klingelt und es kommt keiner.
00:16:08: Und man klingelt noch mal, niemand reagiert.
00:16:11: Dabei hat man ja die Klingel schon eingeführt, weil man nicht immer rufen wollte.
00:16:16: Heute schreibt man kleine Nachrichten.
00:16:18: Essen ist fertig.
00:16:20: Aber auch das habe ich nicht gelesen.
00:16:24: Und Gott malt hier eine wunderbare Bild.
00:16:28: Schon ehe sie rufen, antworte ich ihnen.
00:16:30: Während sie noch reden, höre ich sie.
00:16:32: Das ist natürlich der Traum jeder Kommunikation.
00:16:35: Gott antwortet schon, bevor Menschen ihn anrufen.
00:16:38: Gott erhört schon die Wünsche und bitten, während sie vorgetragen werden.
00:16:43: Da ist jetzt ja von einem Kommunikationsgeschehen zwischen Mensch und Gott die Rede.
00:16:47: Auf einer atemberaupenden, schönen Weise.
00:16:49: Gott kommt uns zuvor mit seiner Antwort.
00:16:52: und mit seiner Erhöhung.
00:16:55: Das ist Gottes neue Welt, seine ewige Welt.
00:17:00: Und diese beiden Bilder vom Tierfrieden oder vom Frieden der Kampfeslustigen, auch Menschen und den Familienfrieden der Erhöhung, können wir auch das dritte Bild vielleicht wahrnehmen von einem inneren Frieden der Freude.
00:17:19: Und das steht im Text so.
00:17:21: freut euch und jubelt ohne Ende über das, was ich jetzt erschaffe.
00:17:27: Ich mache Jerusalem zu einer Stadt des Jubels und seine Bewohner erfülle ich mit Freude.
00:17:32: Auch ich will über Jerusalem jubeln und mich über meinen Volk freuen.
00:17:36: Man wird dort niemanden mehr weinen hören.
00:17:38: Die Klage ist für immer verstummt.
00:17:44: Der Dritte Jesaja hat das Volk Israel zu einer Zeit vor Augen nach langer Zeit der Erschöpfung.
00:17:51: lange Zeit der Niedergeschlagenheit, über siebzig Jahre, Lebensmüdigkeit, kann es wieder lachen, sich wieder freuen, jubeln, ohne Ende über Gott.
00:18:05: Hier ist von Anbetung die Rede, von Lowpreis.
00:18:10: Wie immer mal wieder in unserer Verkündigung, Lowpreis besteht ja nicht in der Abfolge von drei oder vier Liedern oder nicht nur.
00:18:20: sondern Lobreis entsteht hier durch eine Freude an Gott.
00:18:24: Und wenn das natürlich im Gottesdienst auch geschieht, dass das nicht nur ein Teil ist, sondern dass das ein Ausdruck der Freude an Gott ist, dann ist es das, was hier schon vorweggenommen für ewig beschrieben wird.
00:18:37: Freude an dem, was Gott tut.
00:18:39: Freude daran, wie er ist.
00:18:43: Als ich vor kurzem in Israel war, haben wir den Beginn des Sabbats an der Klagemauer in Jerusalem erlebt und da habe ich dieses Bild gemacht.
00:18:53: Der Savart beginnt am Freitagabend, wenn die Sonne untergeht und auf dem Platz waren ganz viele Menschen und erstaunlich für mich ganz viele junge Leute.
00:19:02: Ganz viele junge Menschen, die da gefeiert haben.
00:19:05: Ihr seht auf dem Foto so ein Kreis von unter dreißigjährigen, deutlich unter dreißigjährigen, die in einem Kreis tanzen und sich freuen.
00:19:14: Und ich war sogar ein Teil dieser Gruppe und durfte mit singen und mit tanzen.
00:19:17: Irgendwie durfte jeder, der wollte, mit tanzen.
00:19:22: Denn nachdem fast alle Geiseln, die durch die islamistische Terrororganisation Ramaz gefangen genommen waren, wieder frei sind oder wenigstens die Leichnahmen zurückgekommen sind, bahnt sich Freude.
00:19:35: Und als wir in der Neustadt waren, so viele junge Menschen, die ausgelassen, getanzt, besungen, sich öffentlich gefreut haben, die meisten von ihnen als Juden erkennbar, mit Kippa, mit Gebetstwisten usw.
00:19:48: Freude und Gebet nach einer Zeit der Erschöpfung.
00:19:53: der Sehnsucht nach Frieden, Freude und Gebet an der Klagemauer, was für ein Sinnbild für den Ewigkeitssonntag.
00:20:03: noch klagen wir und sind traurig über den Verlust von einzelnen Menschen, persönlichen Angehörigen, Menschen, die uns sehr nahe standen, mit denen wir Leben geteilt haben, die wir vermissen, die eine Lücke hinterlassen, die einen Riss, ein Loch, eine Dunkelheit der Trauer.
00:20:23: Und gleichzeitig ein Ort, an dem auch Freude.
00:20:25: gelegentlich sich Bahn schon bricht.
00:20:28: Und der Prophet Jesaja hat für seinen Blick auf die neue Welt, dann noch diesen ungewöhnlichen Gedankenparat, wer sich dann noch freut.
00:20:38: Ja, nicht nur die Menschen freuen sich, sondern im Text steht auf einmal, ich will mich über Jerusalem freuen und über mein Volk.
00:20:48: Gott freut sich über seinen Volk.
00:20:51: Gott jubelt über Jerusalem.
00:20:53: Gott freut sich, kannst du dir das vorstellen, dass Gott sich über dich, über uns freut?
00:21:04: Gott freut sich auch an dir.
00:21:06: Schön, dass du da bist, dass du ewige Gemeinschaft haben willst mit mir, dass du zugehörst zur Familie Gottes.
00:21:16: Denn Gott verspricht, man wird dort niemanden mehr weinen hören.
00:21:21: Die Klage ist verstumpt.
00:21:25: Da gibt es einen Ort, An dem das Neue beginnt, auf dem heiligen Berg heißt es im Bibeltext, auf dem Berg Zion.
00:21:35: Und als Christen ist unsere Überzeugung, dass dieser Berg der Fels von Golgathais, da wo Jesus die Schuld der Welt auf sich genommen hat, das ganze Fressen und Gefressen werden, das ganze Gegeneinander, das ganze Feindliche, da wo Jesus Schmerzen erlitten hat, da wo Jesus alles Missverstehen zwischen den Generationen getragen hat.
00:21:59: Da, wo er sich in den Riss gestellt hat, zwischen die Tiere, den Riss zwischen die Völker, zwischen die Menschen, die sich gegenseitig zerfleischen, Menschen, die sich wie Tiere beißen und fressen oder wie Schlangen Giffe sprühen, da hängt Jesus am Kreuz.
00:22:17: Genau da verwandelt sich unsere Erde.
00:22:20: Genau da kommt schon zeichenhaft der Himmel auf die Erde.
00:22:25: Jesaja hat das noch nicht sehen können.
00:22:27: Und er wollte es schon vor Augen stellen.
00:22:31: Auf Golgatha schafft Gott den neuen Himmel und die neue Erde.
00:22:34: Da fängt er an, mit der Aussage, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde.
00:22:43: Und deshalb bleibt die Frage, in was für einer Welt möchten wir leben?
00:22:47: In was für einer Welt werden wir ewig leben, die Gott schafft?
00:22:52: Und Gott lädt in diese neue Welt ein.
00:22:54: Eine Welt mit Jubel, mit Verständnis, mit ... Gemeinsam, gegenseitiger Liebe, mit tierischen Frieden, eine erlöste Welt, eine Welt ohne Weinen, ohne Klagen.
00:23:10: Gott spricht seht, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde.
00:23:16: Und diese Verwandlung beginnt beim Einzelnen, dass das Alte verwandelt wird und umgewandelt wird, dass aus Trauer, Trost wird und neue Liebe, dass aus Feinschaft Nächsten Liebe werden kann, sogar Feindesliebe.
00:23:34: Dass aus Hass Liebe wird.
00:23:38: Da fängt Gott beim Einzelnen an und er versucht es fürs Ganze und wir dürfen daran mitwirken.
00:23:45: Der Friede Gottes, der alle menschliche Vernunft übersteigt, der bewahrer Dein Herz und Deinen Sinn in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, unserem Herrn.
00:23:55: Amen.
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