Erlöst von Überforderung

Shownotes

Pastor Dr. Michael Rohde predigt über die Erlösung von Überforderung in Matthäus 11, 28-30 und lädt uns dazu ein, mit offenen und leeren Händen zu Gott zu kommen.

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00:00:13: Was für eine gute Nachricht erlöst von Überforderung.

00:00:17: Aber halt, worum geht es heute überhaupt?

00:00:21: Also, ich habe bisher, wenn ich Menschen gefragt habe, wie geht es dir?

00:00:25: Selten bis nie gehört, dass jemand sagt, ich fühle mich total überfordert.

00:00:30: Und ich selber habe mich das auch noch nicht sagen hören.

00:00:33: Aber etwas anderes sagen viele Menschen, wenn man sie fragt, wie geht es dir?

00:00:37: Ich bin total im Stress.

00:00:41: Überforderung hat einen kleinen Bruder und den nennen wir Stress.

00:00:47: Stress ist nichts anderes als die ständige Konfrontation mit Anforderungen, deren Abarbeitung nicht vollständig gelingt und die dadurch irgendwann zu Überforderungen werden.

00:00:59: So schreibt auch Martin Bens im Buch zu seiner Reihe, wenn der Glaube keine Kraft hat.

00:01:04: Und das stimmt, Stress entsteht durch innere und äußere Anforderungen, durch Antreiber von innen und von außen.

00:01:12: Und es entsteht ein Lebensgefühl von Erwartung und Stress.

00:01:17: Was gibt es alles für Erwartungen?

00:01:19: Von außen, von Eltern, von Kindern, von Verwandten, vom Vorgesetzten, vom Dozenten, vom Lehrer, vom Partner oder von Freunden.

00:01:29: Und dann kommen auch Erwartungen durch Briefe und E-Mails und Social-Media-Nachrichten, auf die man noch reagieren muss und dann noch durch den Verein und die Freizeitgruppe und durch die Gemeinde, überall Erwartungen und Erwartungen und noch mehr Erwartungen.

00:01:42: Und dann kommen auch die inneren Erwartungen an, an zu gefallen, etwas gut zu machen oder perfekt stark zu sein, etwas zu schaffen, schnell zu sein.

00:01:59: Und wir leben in einer Gesellschaft, die diesen Stress verstärkt.

00:02:04: Denn eine Gesellschaft, die von Wettbewerb und Leistung geprägt ist, erwartet von jedem viel, vom Kleinkind bis ins Alter.

00:02:14: Und das Wirtschaftssystem der Marktwirtschaft lebt von schneller, höher, weiter.

00:02:22: Und das Lieblingswort in der Marktwirtschaft ist Wachstum.

00:02:30: Das treibt an zu Höchsläustern.

00:02:32: Das fordert heraus.

00:02:34: Und es gibt Lebensbereiche, da kann man das bewundern, im Sport zum Beispiel.

00:02:38: Also mich hat das beeindruckt, da ich nachts aufgewacht bin, habe ich das gesehen, wie ... Alexander Sverev, achtundzwanzig Jahre gegen Al-Karas, zweiundzwanzig Jahre, fünf eineinhalb Stunden lang Tennis gespielt hat.

00:02:49: Und die Bälle mit zweihundert Kmh auf die andere Seite gespielt hat.

00:02:52: Und am Ende, im letzten Satz, kurz vorm Sieg, dann verloren hat.

00:02:56: Oder wie die Handballmannschaft gerade in der Europameisterschaft jetzt schon zehn Spiele gespielt hat und heute im Finale steht.

00:03:02: Zum Glück nicht jetzt, sondern erst um achtzehn Uhr.

00:03:06: Aber diese Kehrseite von Leistung, von Wettbewerb, von Höchstleistung ist auch die Lehre, die davor und danach entstehen kann.

00:03:16: Zwerf hat sogar nach dem Spiel gesagt, ich bin so leer, ich habe gerade gar keine Gefühle.

00:03:25: Und obwohl er der vielbeste Tennisspieler der Welt ist, sehen alle die Medien ihn als Verlierer an, weil er ja schon wieder nicht das Finale erreicht hat, weil er ja schon wieder nicht den Titel gewonnen hat.

00:03:35: Ihr seht, einerseits bewundert man die Leistungsfähigkeit und andererseits erwartet man noch mehr.

00:03:40: Also wir kennen das auch dann aus eigener Erfahrung, denn diese Kehrseite von Leistung und Wettbewerb und Erwartung ist auch das Gefühl von Druck und von unerfüllten Erwartungen und von einer langen Liste der noch zu erledigenden Dinge und von dem Gefühl, den Ansprüchen nicht zu genügen.

00:04:00: Nicht schnell genug, nicht gut genug, nicht stark genug, nicht gefällig genug.

00:04:10: und das Gefühl dann auch von Lehre, von Energiearmut, von Mutlosigkeit.

00:04:19: von fehlender Kraft, sogar das Gefühl, ausgebrannt zu sein.

00:04:25: Nachdem man alles gegeben hat, on fire war oder ausgebrannt zu sein, bevor man die Erwartung erfüllen konnte und schon vorher denkt, wie soll ich das schaffen?

00:04:37: Er löst von Überforderungen.

00:04:39: Das wäre ja eine gute Nachricht für unsere Gesellschaft, auch für unsere Gemeinde und auch für das persönliche Leben.

00:04:46: Doch machen wir uns nichts vor, die Lösung der Überforderung schaffen wir intuitiv lieber selber.

00:04:56: Wir leben in einer Gesellschaft mit vielen, häufig gut gemeinden Angeboten der Selbsterlösung.

00:05:03: Das klingt natürlich in der Werbung besser.

00:05:05: Das ist dann nämlich dann die Selbstoptimierung.

00:05:08: Wir sind umgeben von Erlösungsversprechen durch Selbstoptimierung, die ja achtundachtzig Tipps.

00:05:14: Das ist aber nicht meine Buchempfehlung jetzt, ja, sondern... Die Erwartung höher, schneller, weiter.

00:05:20: Die Lebenshüte in deinem Leben führen dazu, dass du selber in die Selbstoptimierungsfalle tappst.

00:05:27: Das Netz ist voll von solchen Angeboten der Selbstoptimierung und das ist letztlich ein Weg der Selbsterlösung.

00:05:36: Wie du ganz einfach Millionär werden kannst.

00:05:42: Wie du einen durchtrainierten und gesunden Körper haben kannst.

00:05:45: wie du ganz schnell ausgeglichen und entspannt werden kannst, wie dein Baby einschlafen lernt, wie du perfekt wirst als Mutter, als Vater, als Erziehender, als Lehrender, als Dozent, wie du dich optimierst und zwar in deinem Aussehen, in deinem Auftreten, in deiner Rhetorik, in deinen Beziehungen.

00:06:05: in deinem Liebesleben, in deiner Kindererziehung, in deinem Studium, deinem Berufsleben und so weiter und so fort.

00:06:11: Und der Heilsruf unserer Gesellschaft heißt, du schaffst das ganz allein, optimier dich selbst, in vierzig Tagen zum Erfolg, in sieben Tagen zum Erfolg, in drei Tagen zum Erfolg.

00:06:23: Du brauchst nur hier unten klicken und das kriegst du dann kostenlos, das erste Seminar, das Buch, das ist mein Bestseller, nicht mein, sondern den im Netz.

00:06:35: Und jetzt Seien wir mehr ehrlich, manchmal klingen christliche Angebote sehr ähnlich.

00:06:43: Im Geschäftsmodell auch der Christen funktioniert dieses Prinzip manchmal nur, dass da noch von Gott gerede ist.

00:06:52: Die ganze Heiligungsbewegung erlebt davon, dass wir den Eindruck haben, wir müssen wachsen, wir müssen uns optimieren und das nennt sich dann Jesus Ähnlicherwerden.

00:07:09: Und wie Jesus leben, wie Jesus predigen, wie Jesus Gemeinde bauen, immer ihm ähnlicher werden.

00:07:18: Und so kann auch das gemeintliche und geistliche Leben zusätzlichen Stress machen.

00:07:23: Also zusätzlich zum kleinen Kind, zum Bauprojekt, zu den krank gewordenen Eltern, zu dem Projekt bei der Arbeit, dann auch noch im geistlichen Leben sich optimieren.

00:07:32: Also erlöst von Überforderung, das wäre wirklich eine gute Nachricht.

00:07:39: Jesus bietet dir an eine Alternative zur Selbsterlösung.

00:07:44: Jesus als Retter sagt tatsächlich, lass dich von mir erlösen.

00:07:52: Und zu dieser Erlösung, zu dieser Befreiung gehört auch Erlösung von Überforderungen.

00:07:59: In Matthews elf, achtundzwanzig bis dreißig, sagt Jesus Folgendes.

00:08:04: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid.

00:08:08: Ich will euch erquicken.

00:08:10: Nehmt auf auch mein Joch.

00:08:12: und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.

00:08:16: So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

00:08:25: Dieser Bibeltext gehört zu den zentralen Worten von Jesus in Matthäus Evangelium und der Ton ist ganz herzlich, der ist einladend an alle Mühseligen, alle die beladen, abgearbeitet sind.

00:08:37: und er nennt, wird in der Auslegungstradition Heilandsruf genannt.

00:08:42: Da ruft ein Heiland zum Gesund werden.

00:08:47: Und Jesus ruft ihr Menschen in einem ganz herzlichen Ton, jeden, der sich vergeblich abmügt und abplagt.

00:08:55: Martin Luther benutzt ihr das etwas heute altbackende Wort mühselig, aber er trifft emotional eigentlich das richtige, drückt es im Passiv aus, aber im griechischen Text geht es um Leute, die trotz aller Anstrengungen, die an sie gestellten Anforderungen nicht mehr schaffen, die ausgebrannt sind, ausgepowert.

00:09:15: Und worin die Anforderung steht, bleibt erst mal offen.

00:09:18: Aber da ist ein Jesus, der sagt, hier mit anderen Worten Übersetzungen, kommt hier zu mir alle, die am Ende seid, abgearbeitet und mutlos.

00:09:28: Ich will euch Erholung und neue Kraft schenken.

00:09:34: Und der erste Schritt zur Erlösung besteht darin, das einzugestehen.

00:09:38: Heute fühle ich mich abgearbeitet, mutlos, beladen, gestresst, überfordert.

00:09:49: Ich habe den Eindruck, meine Kräfte reichen nicht.

00:09:53: Und das kann ein ganz wichtiger Schritt sein zur Erlösung.

00:09:56: Solange du diese Spiel, nämlich Mitspiels, das gesellschaftliche Spiel, dir nichts anmerken zu lassen, keine Schwäche zu zeigen, stark zu sein, perfekt zu sein, angenehm für andere zu sein, bitten der anderen immer zu erfüllen, immer ja zu sagen, ich schaff da schon, kein Problem.

00:10:14: Solange gibt es keine Erlösung, nur selbst Erlösung.

00:10:21: Und kritisch darf ich sagen, in unserer Gesellschaft gibt es auch einen gegenläufigen Trend.

00:10:25: Ich nenne das, das Darwin-Modell, das nämlich nur die starken sich durchsetzen, wie in der Evolutionsbiologie.

00:10:33: Und das Modell ist aber, dass die angebliche Stärke vergötzt wird.

00:10:38: In den USA wird das gerade verkörpert durch den Präsidenten, nicht erst jetzt, sondern der hat das Motto, zeigt nie Schwäche, gibt nie einen Fehler zu, räume nie ein, dass du Hilfe brauchst.

00:10:51: Da ist kein Platz für Schwäche, für Barmherzigkeit, für Mitgefühl, für Gnade.

00:10:57: Und der neue Slogan heißt Macht durch Stärke.

00:11:03: Und das nicht nur im englischsprachigen Bereich, sondern achte mal darauf, in der nächsten Woche in wie vielen Zusammenhängen auf einmal diese Ideologie bestimmt wird.

00:11:12: Macht durch Stärke als Heilsversprechen.

00:11:18: Jesus sagt aber was ganz anderes.

00:11:21: Er sagt, kommt zu mir.

00:11:23: Alle, die ihr am Ende seid, abgearbeitet und mutlos.

00:11:28: Und mit diesem Lebensgefühl kann ich jeden Tag zu Jesus kommen.

00:11:33: Mit meinen Sorgen, meinen Zweifeln, meinen Ängsten, meiner Schuld.

00:11:39: Und mit allen Erwartungen, mit allem, was mich belastet.

00:11:43: Jeden Moment kann ich so zu Jesus kommen.

00:11:46: Und daher möchte ich dir für den Alltag eine Übung anbieten.

00:11:56: Da kommt die Übung.

00:11:58: Es ist eine Übung der leeren Hände.

00:12:03: Es ist ja eine ziemlich einfache Geste, könnte man denken, aber eine Geste, die viel ausdrückt.

00:12:10: Dahinter steckt nämlich ein Prinzip, das Prinzip der leeren Hände.

00:12:15: Um meine Hände leer hinzuerhalten, muss ich erstmal loslassen, was ich in den Händen habe.

00:12:23: Also innerlich, was ich innerlich in den Händen habe, meine Sorgen, die Angst um die Zukunft, mein Projekt.

00:12:32: mein Kind, mein Geld, mein Terminkalender, meine Tastatur, meine Maus, was es auch sein mag.

00:12:38: Ich muss das erstmal aus der Hand legen.

00:12:40: Für einen Moment loslassen.

00:12:44: Und auch äußerlich loslaufen.

00:12:46: Ich öffne meine jetzt leeren Hände und bete still oder laut.

00:12:51: Jesus, ich komme jetzt zu dir mit leeren Händen.

00:12:54: Herr, fühl mich neu mit deiner Kraft.

00:13:00: Für diese Übung brauchst du nicht viel Zeit.

00:13:04: Und diese Übung kannst du sogar mittendrin im Alltag machen.

00:13:06: Das kannst du also im Auto machen, wenn du an der Ampel stehst.

00:13:11: Und da steht auch nicht unter Strafe.

00:13:13: Übrigens, schnell mein Handy gucken, steht unter Strafe.

00:13:15: Soll demnächst zwei Punkte in Flensburg geben.

00:13:18: Aber wenn du an der Ampel stehst und kurz deine Hände öffnest, sagst Jesus, schenk mir Kraft für das, was heute auf mich wartet oder an der Bushaltestelle.

00:13:26: Wenn du vor deinem PC sitzt und für kurz mal innehältst.

00:13:32: Vor einem Gespräch, das vermutlich anstrengend oder schwierig wird.

00:13:36: Vor dem Essen, vor dem Schlafengehen.

00:13:39: Du kannst mit so einem alltäglichen Gebet für einen Moment dir klarmachen.

00:13:44: Ich muss gar nicht alle schaffen.

00:13:45: Ich muss gar nicht mich immer kräftig, stark, vollkommen perfekt.

00:13:48: Und nein, ich darf mit leeren Händen jetzt sagen, Jesus schenkt mir neu deine Kraft.

00:13:55: Die leeren Hände sind ein Symbol dafür.

00:13:57: Damit erkenne ich aber auch was ein.

00:13:59: Ich habe nicht alles im Griff.

00:14:02: Es liegt nicht alles in meinen Händen.

00:14:05: Ich bin angewiesen auf Unterstützung, auf Hilfe.

00:14:10: Und ich komme mit dem, was mich belastet, zu Gott.

00:14:15: Und Jesus hat seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern ein Versprechen gemacht.

00:14:19: Wir haben es schon gehört, kommt zu mir alle, die am Ende seid, abgearbeitet und mutlos.

00:14:24: Ich will euch Erholung und neue Kraft schenken.

00:14:29: Und dieses Versprechen ist eingebettet in einen größeren Zusammenhang, denn Jesus hat in seinen Abschiedsreden Sein Jüngeren und Jüngern gesagt, ich lass euch nicht allein, auch wenn ich nicht mehr auf dieser Erde bin und wir face-to-face miteinander unterwegs sind und Erlebnisse haben, sondern ich werde euch den Heiligen Geist schenken und ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes erfahren.

00:14:51: Das heißt, das was er anbietet, ist ein Leben aus der Kraft des Heiligen Geistes.

00:14:56: Und das ist die Antwort auf unsere Überforderungen.

00:15:00: Wie funktioniert nun ein Leben aus der Kraft des Heiligen Geistes?

00:15:04: Ist das nicht jetzt nur ein frommes Optimierungsprogramm?

00:15:07: Nein, das funktioniert anders, sondern er sagt ja, kommt zu mir alle, die am Ende seid, abgearbeitet und mutlos, ich will euch Erholung und neue Kraft schenken und meine Last ist leicht.

00:15:20: Also gute Nachricht für Gestresste.

00:15:23: Jesus packt jetzt nicht noch ein Element auf das Lebenspaket oben drauf, noch eine Anforderung.

00:15:30: sondern er will ja Entlasten, Frieden schenken.

00:15:36: Seine Last ist leicht, was für eine erlösende Botschaft, für alle, die sich belastet fühlen oder auch selbst überfordern.

00:15:47: Und eine Art von Lasten, die eher innerkirchlich oder inner- religiös ist, die kritisiert Jesusemateus Evangelium besonders scharf gegenüber den Jüngern und einer Menschenmenge, fordert er dazu auf, dass am Beispiel der Pharisäer und Schriftgelehrten, ihn nicht zu folgen, denn sie, Zitat, knäbeln euch mit unerfüllbaren religiösen Forderungen und tun nicht das Geringste, um euch die Last zu erleichtern.

00:16:14: Also sozusagen religiöser Druck, was man denn jetzt alles tun muss, um Gott gerecht zu werden.

00:16:20: Und dann kritisiert Jesus, dass sie sich selber gar nicht an ihre Forderungen halten.

00:16:27: Jesus setzt sich also sehr kritisch damit auseinander, welche Forderungen zu einem heiligen Lebensstil gehören und welcher moralischer Ballast.

00:16:36: Und ähnlich wird auch im Apostelgeschichte XV argumentiert, als die ersten Christen einen echten Streitharten.

00:16:42: Welche Regeln sollen denn jetzt gelten?

00:16:44: Die ganz strengen oder die weniger strengen?

00:16:47: Und dann plädiert Petrus dafür, dass den nicht jüdischen Menschen keine Last aufgebürdet wird, die weder wir noch unsere Vorfahren tragen konnten und dass sie nicht alle einzelnen Speisegesetze, Kleidungsvorschriften halten müssen, sondern dass die Gnade Gottes alle Menschen erlöst.

00:17:05: Also wenn jemand fragt, was muss ich tun?

00:17:09: Dann antwortet Jesus tatsächlich, streckt deine leeren Hände aus.

00:17:17: Lass los.

00:17:22: Und der reiche Jüngling, der auch diese Frage stellt, was muss ich tun?

00:17:26: Dem sagt er dann, du kennst ja die Gebote, sagt er, die habe ich alle gehalten.

00:17:29: Und dann sagt er ihm, ja dann lass los.

00:17:31: Lass dein Reichtum los.

00:17:35: Und er ging traurig davon.

00:17:40: Lege deine Sorgen, deine Ängste, deine Zweifel, lege deine Schuld.

00:17:45: Deine inneren Antreiber, es alleine zu schaffen, es jedem gefällig zu machen, lege das ab und öffne dich für die Kraft des Heiligen Geistes.

00:18:00: Und indem du die Kraft des Heiligen Geistes geschenkt bekommst, Tag für Tag wirst du innerlich erneuert.

00:18:07: Das schreibt Paulos von diesem Geschenk.

00:18:11: Das schreibt er in einem Gebet.

00:18:12: So betet er für die Gemeinde in Ephesus.

00:18:15: Er betet so, ich bitte Gott, euch aus seinem unerschöpflichen Reichtum Kraft zu schenken, damit ihr durch seinen Geist innerlich stark werdet.

00:18:25: Epheser III, Vers.

00:18:26: XVI.

00:18:27: Ich bitte Gott, euch aus seinem unerschöpflichen Reichtum Kraft zu schenken, damit ihr durch seinen Geist innerlich stark werdet.

00:18:36: Merkt ihr, wo hier die unerschöpfliche Kraft liegt, nicht in euch selbst?

00:18:41: Nicht in uns selbst, also auch nicht in den eigenen Erfahrungen, in den eigenen Kompetenzen, in den Abschlüssen, in den Kursen, die man alle schon gemacht hat zur Selbstoptimierung, sondern hier liegen die Kräfte in Gott verborgen.

00:18:54: In Gott sind diese unerschöpfliche Reichtum an Kraft, aus ihm zu schöpfen.

00:19:00: Im Alltag ist das Geheimnis der Erlösung von Überforderungen.

00:19:05: Ich bitte Gott, Euch aus dem unerschöpflichen Reichtum Kraft zu schenken, damit Ihr durch Sein Geist innerlich stark werdet.

00:19:14: Und worum Paulus für andere bittet, das bezeugt er an einer anderen Stelle in seinen Briefen auch als Erfahrung.

00:19:21: Also nicht nur als Wunsch, sondern das erleben wir doch.

00:19:25: Und so drückt er das im Korintherbrief aus.

00:19:27: Zweiten Korinther, vier für sechzehn für elf.

00:19:31: Darum lassen wir den Mut nicht sinken.

00:19:35: Darum lassen wir den Mut nicht sinken.

00:19:37: Auch wenn unsere äußeren Kräfte aufgezehrt werden, bekommen wir innerlich Tag für Tag neue Kraft.

00:19:47: Tag für Tag.

00:19:49: Also alltäglich.

00:19:52: Nicht nur Sonntag für Sonntag, das auch.

00:19:54: Dazu sollen Gottesdienstes dienen.

00:19:56: Aber zu sagen, einmal in der Woche tank ich auf und dann muss die Energie ja für die ganze Woche reichen oder für zwei Wochen.

00:20:04: Ich möchte dich heute ja zu was anderem anregen, nämlich an diesem Sonntag, dass du in deinem Alltag, Tag für Tag, diese kleine Übung einbaust, der offenen Hände.

00:20:17: Diese Bitte an Gott, Herr, für mich neu, für mich neu mit deiner Kraft.

00:20:24: Die Bitte um die Erfüllung durch den Heiligen Geist.

00:20:27: Jeden Tag neu.

00:20:28: Vielleicht sind das Lobpreislieder, die genau dieser Art von Gebet für dich sind.

00:20:33: Dann singen weiter diese Lieder im Alltag.

00:20:37: Dann hör nicht auf, sie zu singen.

00:20:39: Und mit dieser Bitte spannt uns Jesus ein, so sagt er es in Matthäus, den Text vom Anfang in eine Jochgemeinschaft.

00:20:49: Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

00:20:52: Um was ist eine Joch-Gemeinschaft?

00:20:53: In der Landwirtschaft ist das ein Holzbalken, mit dem Zugtiere als ein Paar eingespannt werden und dann können die gemeinsam ziehen.

00:21:01: Aber dieses Bild, das wird manchmal positiv und manchmal negativ benutzt.

00:21:05: Im rabbinischen Judentum bedeutet es positiv, ein Leben nach dem Willen Gottes ist das Joch der Torah, also des Gesetzes, das Aufsicht zu nehmen und sich so unter den Willen Gottes zu stellen.

00:21:17: Aber ja wisst, so ein Joch kann auch ein Zeichen für Unterdrückung sein, für Knechtschaft.

00:21:23: Wenn Jesus also sagt, mein Joch ist sanft, mein Joch ist leicht, mein Joch soll euch nicht belasten, sondern vor Überlastung schützen, dann gehen wir bei Jesus in die Schule und lernen neu, das Leben leichter leben zu können.

00:21:44: Und deswirken ist vielleicht sein Joch auch nicht mehr so aus Holz wie dort, sondern ich habe nach einem anderen Bild gesucht.

00:21:49: Ja, das ist mein Bild.

00:21:53: Ich überlasse Jesus den Fahrersitz in meinem Lebensfahrzeug.

00:21:58: Jesus sitzt am Steuer.

00:22:01: Jetzt kann die Reise weitergehen, jeden Tag neu.

00:22:04: Mit der Bitte um seine Kraft.

00:22:07: Natürlich ist das auch nur ein Bild.

00:22:09: dass diese Leichtigkeit ausdrücken soll, weil wenn ich diese Jochgemeinschaft sehe, denke ich, oh ja, genau so ist das.

00:22:15: Und deshalb reden wir auch immer von Gemeindearbeit, weil wir dann auch noch in der Gemeinde sozusagen nach denselben Maßstäben der Marktwirtschaft leben.

00:22:23: Doch unser Gemeindeleben, das soll nicht dazu beitragen, dass du noch mehr Stress hast und noch mehr Druck.

00:22:28: Und alles, was dazu beiträgt, gehört auf dem Prüfstand.

00:22:35: Und da müssen wir es auch einander leichter machen, denn wenn schon jemand sich ehrenamtlich engagiert, dann ermutigt es ihn nicht, wenn er noch von den anderen Druck bekommt oder angemackert wird oder unsachlich kritisiert wird.

00:22:49: Das ist im Beruf nicht gut und in der Gemeinde auch nicht.

00:22:52: Unser gemeine Leben wollen wir an Jesus Christus ausrichten, Christus orientiert leben, heißt für heute, dass wir auf diesen Heilandsruf gehört haben, das, was Jesus gesagt hat.

00:23:02: Kommt zum hier alle, die ihr euch abmüht und belastet seid.

00:23:05: Ich will euch Ruhe schenken.

00:23:07: Nehmt das Joch auf euch, das ich euch gebe.

00:23:10: lernt von mir.

00:23:11: Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab.

00:23:14: Dann werden eure Seelen ruhe finden, denn mein Joch ist leicht und was ich zu tragen habe, ist keine Last.

00:23:22: Und wenn du magst, dann öffne doch beim nächsten Lied deine Hände, wenn wir gemeinsam singen und wenn wir danach das Abendmal empfangen und auf den Händen.

00:23:34: Wir singen gleich das Lied, lege deine Sorgen nieder, leg sie ab in meine Hand.

00:23:39: Du brauchst mir nichts zu erklären, denn ich hab dich längst erkannt.

00:23:43: Der Musikteam kann gern schon mal nach vorne kommen.

00:23:46: Leg sie nieder in meine Hand.

00:23:49: Komm, leg sie nieder.

00:23:51: Lass sie los in meine Hand.

00:23:54: Leg sie nieder.

00:23:55: Lass einfach los.

00:23:57: Lass alles fallen.

00:23:59: Nichts ist für deinen Gott zu groß.

00:24:03: Was für eine gute Nachricht aus dem Mund Jesus.

00:24:06: Amen.

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