Erlöst von Schuld
Shownotes
Pastor Michael Rohde predigt in der Predigtreihe "Endlich! 7 gute Nachrichten." über die Erlösung von Schuld in 1. Johannes 1, 7-10.
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00:00:07: Endlich gute Nachrichten.
00:00:10: Also schlechte Nachrichten, darum muss man sich nicht bemühen, die gibt es auf allen Kanälen.
00:00:15: Letzte Woche wurde in den USA von Beamten eine siebenunddreißigjährige Mutter erschossen.
00:00:20: Hundertzwanzigtausend Menschen hatten für drei Tage keinen Strom wegen versagener Stromversorgung aufgrund eines Anschlags in Berlin.
00:00:28: Ein zwanzigjähriger starb bei einem Autounfall in Kassel.
00:00:33: Und das sind nur drei schlechte Nachrichten der letzten Woche.
00:00:37: gute Nachrichten.
00:00:40: Ist das so ein bisschen wie Pfeifen im Dunkeln, sich sozusagen Mut antrinken oder eine rosa Brille aufsetzen?
00:00:51: Nein, es gibt gute Nachrichten.
00:00:55: Die haben es nur schwerer, unsere Schwelle der Aufmerksamkeit zu überschreiten.
00:01:02: Schlechte Nachrichten verbreiten sich schneller und leichter als gute.
00:01:08: Man sagt sogar bad news, arg good news.
00:01:13: Hast du letzte Woche von den Schafen im Discounter gehört?
00:01:19: Einige nicken.
00:01:20: Also ich habe mich über diese Nachricht gefreut.
00:01:22: Fünfzig Schafe haben sich entschieden in einen Supermarkt zu laufen und nach kurzem Aufenthalt ihn wieder zu verlassen.
00:01:31: Und der Supermarktleiter nahm es mit Humor und er will sogar die Patenschaft für diese Fünfzig ausgebüchsten Schafe übernehmen.
00:01:38: Und besonders lachen musste ich, als ich in diesem kurzen Video gesehen habe, wie ein Schaf so beim Rauslaufen dann nochmal ein extra Sprung der Freude machte.
00:01:47: Nun, Schafe haben keinen Orientierungsinn.
00:01:51: Sie brauchen einen Hürten.
00:01:54: Und der Teil dieser Herde ist ausgebüxt, aus dem größeren Teil der Herde.
00:01:59: Und der Hürte wurde danach gefragt und hat gesagt, ja, kann verschiedene Gründe haben.
00:02:04: Die gute Nachricht, niemand ist zu Schaden gekommen.
00:02:07: Und diese Nachricht, der Anblickler Schafe, hat vielen für einen Moment ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.
00:02:15: Christian und Christen laufen hoffentlich nicht zufällig, Sonntags in die Kirche, um gemeinsam ihrem guten Hirten zu begegnen.
00:02:26: Denn Jesus sagt von sich, ich bin der gute Hirte.
00:02:33: Und der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.
00:02:39: Das ist eine ungewöhnlich gute Nachricht.
00:02:42: Denn Hürten sind nicht nur wörtlich verstanden Menschen, die eine Schafherde leiten, sondern Hürten, das ist eine Bezeichnung für Könige, Präsidenten, Leiter.
00:02:53: Die werden in der Bibel Hürten genannt.
00:02:56: Es wäre also eine gute Nachricht, wenn Hürten selbstlos sind.
00:03:02: Wenn Sie das Gemeinwohl, das Wohl aller im Blick haben, Ihre Herde.
00:03:08: wenn sie so leiten, dass Gerechtigkeit und Frieden vermehrt wird.
00:03:14: Das neue Testament ist zur Zeit der römischen Kaiser entstanden und der römische Kaiser Augustus hat sich nicht für einen gewöhnlichen Menschen gehalten, sondern für göttlich.
00:03:25: Und seine Anordnung hat der römische Kaiser Augustus Evangelium genannt.
00:03:30: Gute Nachricht.
00:03:32: Was der Kaiser versprach und anordnete, das sollte göttliches Heil für die Menschen bedeuten.
00:03:38: Von Kaiser Augustus heißt es, Zitat, der Geburtstag des Gottes wurde für die Welt zum Anfang der Evangelien, die seine Wegen ausgehen.
00:03:48: Also das, was vom Kaiser ausgeht, wurde Evangelium genannt.
00:03:52: Der Kaiser als Sohn Gottes, der Kaiser als Retter und seine Dekrete als gute Nachrichten.
00:04:01: Und wer hier parallelen zu aktuellen Präsidenten, die ihre Dekrete sichtbar in die Kamera halten und für gute Nachrichten halten sieht, liegt vermutlich nicht falsch.
00:04:12: Nun, das älteste Evangelium von Markus beginnt mit folgendem Satz.
00:04:17: Dies ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.
00:04:23: Nicht der Kaiser Augustus, sondern Jesus.
00:04:30: Nicht irgendein menschlicher Führer weder vor Augustus noch nach ihm ist die gute Nachricht, sondern die Geburt von Jesus Christus, sein Leben, sein Tod, seine Auferstehung, wird von Markus schon im ersten Satz als die gute Nachricht bezeichnet.
00:04:49: Und das war zu der Zeit, als Markus das geschrieben hat, eine ungeheuer mutige, eine revolutionäre, eine politische Botschaft.
00:04:57: Nicht der römische Imperator und nicht irgendein selbst erneuter King, sondern Jesus von Nazareth ist das Evangelium, ist der Beginn der Erlösung von Grundproblemen der Menschheit.
00:05:11: Also, Jesus verkörpert nicht nur eine Antwort auf eine Frage, sondern in ihm sind alle Reaktionen Gottes enthalten auf Probleme, die Menschen haben.
00:05:23: Und deshalb in dieser Reihe geht es um vier Probleme.
00:05:27: die wir als Menschen haben, dass Jesus uns erlöst von Schuld, Scham, Angst und Überforderung.
00:05:34: Das sind vier Seiten des Evangeliums, der guten Nachricht.
00:05:37: Vielleicht sind die Worte Schuld, Scham, Angst, Überforderung viel zu groß, viel zu weit weg von uns.
00:05:43: Und die nächsten Wochen erfahren wir mehr darüber, vielleicht etwas kleiner in den Worten, was das vielleicht für dich persönlich und auch für uns als Menschen bedeutet.
00:05:53: Heute diese gute Nachricht erlöst von Schuld, erlöst von Sünde.
00:06:00: Also Sünde oder Schuld, das ist irgendwie wie so ein Eintrittskot in eine christliche Kirche.
00:06:06: Also das klickt man da ein und öffnen sich alle Türen, diese fünf oder sechs Buchstaben und dann weiß man ja Bescheid.
00:06:14: Aber so ist es eigentlich nicht.
00:06:17: Es ist auch nicht so einfach.
00:06:19: Lass mich dafür ein Beispiel aus meinem Leben erzählen.
00:06:21: Also ich bin in der Baptistingemeine Pinneberg aufgewachsen.
00:06:25: Als Kind.
00:06:26: Und mein Glaube wurde schon dadurch geprägt, dass ich im Kindergottesdienst war in der Woche und am Sonntag in der Sonntagsschule.
00:06:32: Und mit sieben Jahren wollte ich mich taufen lassen.
00:06:35: Das war mir ganz ernst.
00:06:38: Und mein damaliger Pastor Karl-Heinz Grote, man muss wissen, der war sehr beleibt, sehr bauchig.
00:06:43: Der hat mir die Taufe verweigert.
00:06:47: Und zwar mit der Begründung, dass ich noch keine sündenden Erkenntnis habe.
00:06:52: Dass ich noch nicht verstanden habe, was Sünde ist.
00:06:56: Mich hat das total wütend gemacht.
00:06:59: Und da er gerade das dritte Stück Torte aß, sagte ich und fressen es auch Sünde.
00:07:05: Und ich lief davon und knallte die Tür.
00:07:11: Und im Nachhinein muss ich schmunzeln.
00:07:13: Denn in der Situation wurde deutlich, dass ich ein Sünder war.
00:07:19: Ein kleiner, hochmütiger Zwerg.
00:07:24: Und andererseits kann ich gut verstehen, dass der kleine Michael sich keiner Schuld bewusst war.
00:07:34: Ich war noch unschuldig.
00:07:35: Ich hatte doch nicht gelogen, betrogen, gemordet, andere beneidet, irgendwas begehrt.
00:07:43: Also die zweite Tafel der zehn Gebote hatte ich eingehalten.
00:07:51: Er löst von Schuld.
00:07:54: Ja, tatsächlich, in diesem Thema steckt ja erst mal eine schlechte Nachricht.
00:07:59: Nämlich eine Nachricht, die den kleinen Michael gekränkt hat.
00:08:03: Nämlich, dass er auch ein Sünder sein soll.
00:08:10: Der hatte ja recht mit dem Eindruck, dass er sich nicht dauernd versündigte und dass er alles, was er tat, böse war.
00:08:16: Aber karakterliche Schwächen, die hatte auch der kleine Michael.
00:08:23: Schuld und Sünde.
00:08:24: in unserer Gesellschaft haben diese Worte ein Problem.
00:08:27: Denn wir lächeln eher darüber, wie im Karneval.
00:08:30: Ja, wir sind alle kleine Sünde allein.
00:08:34: Oder verharmlosen und verniedlichen unser Verhalten.
00:08:37: Na ja, ein bisschen Sündigen erlaube ich mir heute.
00:08:40: Damit wirbt sogar die Werbung, gönnt ihr was?
00:08:43: Kleine Sünden, kein Problem.
00:08:46: Doch wenn wir uns ehrlich machen, als Menschen, dann haben wir karakterliche Schwächen.
00:08:55: Vielleicht Neid, vielleicht übertriebene Neugier, Trägheit, Bequemlichkeit, Zorn, Schwächen, mit denen wir als Menschen, mit denen du und auch ich schon anderen Menschen geschadet haben, Menschen verletzt haben.
00:09:18: Als Mensch versündige ich mich am meinem Nächsten nicht nur durch das, was ich tue und was man vielleicht wie in einem Beichtsspiegel fragen kann, hast du dies getan, hast du jenes getan, sondern auch als Mensch versündige ich mich am meinem Nächsten, wenn mein Herz hart ist, wenn ich keinen Mitgefühl aufbringe.
00:09:40: Als Mensch versündige ich mich auch am meinem Nächsten, wenn ich bequem und träge bin und das Gute, das ich tun könnte, nicht tue.
00:09:49: Obwohl mich jemand darum bittet oder obwohl ich die Notwendigkeit direkt vor Augen habe und an dem der Hilfe braucht, vorbei gehe.
00:09:59: Als Mensch versündige ich mich am nächsten, wenn ich hochmütig bin und denke, ich sei was Besseres und ich hätte mir das verdient, wie ich leben kann, wer ich bin.
00:10:12: Der Evangelist Johannes schreibt in seinem Brief an die Christen folgenden Text.
00:10:18: Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, So betrügen wir uns selbst.
00:10:24: Und die Wahrheit ist nicht in uns.
00:10:28: Jetzt kommt die gute Nachricht.
00:10:29: Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
00:10:38: Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner und sein Wort ist nicht in uns.
00:10:49: Es ist eine unangenehme Nachricht der Bibel, dass wir Menschen sünder sind, dass ich Sünder bin, dass du ein Sünder bist.
00:10:58: Nun ist das nicht die einzige Nachricht der Bibel und auch nicht das Einstige, was wir als Evangelium zu sagen haben.
00:11:04: und deswegen nochmal ein kleiner Rückblick auf die ersten Seiten der Bibel.
00:11:11: In diesen ersten Seiten wird ja erzählt in Kapitel eins und zwei der Schöpfungsgeschichte, dass du, dass der Mensch ein Ebenbild Gottes ist, ein Geschöpf Gottes.
00:11:21: Geliebt, von Gott, mit Kreativität, mit Fantasie ausgestattet, mit Energie.
00:11:26: So erzählt es die Schöpfungsgeschichte in einer ihrer beiden Varianten.
00:11:32: Und so könnte man sagen, dass der Mensch gut ist.
00:11:35: Weil das ist das Urteil Gottes über die Erschaffung des Menschen.
00:11:38: Und das Gesamtpaket der Erschöpfung nennt er sogar sehr gut.
00:11:41: Das heißt, schöpfungsteologisch sind wir als Menschen gut geschaffen.
00:11:45: Wir haben eine unverlierbare Würde, einen unverlierbaren Wert.
00:11:50: Wir haben das Potenzial, Gutes zu tun, zu lieben.
00:11:54: Zur Bibel gehört nicht nur ein negatives Menschenbild.
00:11:57: Was wir den Menschen zu sagen haben und uns selbst, ist nicht nur negativ.
00:12:02: Es gibt diesen schaffungsteologischen Ansatz.
00:12:05: Doch das dritte Kapitel der Bibel erzählt dann die andere Seite über den Menschen, dass der Mensch anfängt, Gott zu misstrauen.
00:12:12: Dass Gott es nicht gut meint.
00:12:14: dass Gott einem etwas nicht gönnt, dass der Mensch gerne selber das Leben in die Hand nimmt und er Gebote, Hinweise, Lebensweisen, die Gott vorschlägt, ja, die er als Gebot gibt, übertritt.
00:12:31: Dass der Mensch ohne Gott leben will.
00:12:34: Das heißt, der Wille zur Autominomie, zur selbstgesteuerten Leben, der steckt in uns, so wie die Schafherde, die einfach mal ihren Weg gehen will.
00:12:43: die ohne Hürte losrennt und dann irgendwo landet.
00:12:46: Und wenn es eben im Supermarkt ist.
00:12:49: Und von der Bibel her müssen wir das Streben nach Autonomie nicht verteufeln.
00:12:54: Denn das sagt die Bibel auch, dass Gott mündige Menschen will, die sich freiwillig, die bewusst ihm folgen.
00:13:01: Also wir müssen als Christen nicht sagen, die Aufklärung hat Unrecht mit ihrem Streben nach eigener Entscheidung und Vernunft.
00:13:09: Aber wir müssen ja auch nicht hundertprozent recht geben, denn Gott will nicht dass wir wie ein Kaiser, wir sollen uns Gott nicht so vorstellen wie ein Kaiser, der über Menschen herrscht, der sie unterdrückt, der sie unterwirft, der sie benutzt, der sie mehr verbraucht, sondern Gott wünscht sich, dass seine Rolle ist, dass wir als geliebte Geschöpfe Gottes ihn anerkennen und dass wir sein Leben, dass wir Gott in dein Leben, dass du Gott in dein Leben hineinlässt.
00:13:44: Ich habe ja ein Fahrzeug als Emoji da geschrieben, weil jeder von uns hat ein Lebensfahrzeug, ein E-Auto natürlich, ein Auto mit das von Energie betrieben wird.
00:13:57: Und diese Energie, die hat Gott dir geschenkt.
00:14:00: Und auch dein Leben hat Gott dir geschenkt.
00:14:03: Und das ist jetzt deine Lebensentscheidung, wer in diesem Auto mitfährt und wer auf dem Fahrersitzplatz nimmt.
00:14:13: Also ehrlich gesagt, ich bin ein furchtbar schlechter Beifahrer.
00:14:17: Ich mag es gar nicht gefahren zu werden.
00:14:20: Also höchstens, wenn ich ein Chauffeur hätte und ein ganz großes Auto, aber das wird wahrscheinlich meinem Leben nicht mehr passieren.
00:14:25: Also ich mag es nicht gefahren zu werden.
00:14:27: Meine Frau weiß ein Lied davon zu singen und ich mag es auch nicht, wenn ich mitgenommen werde, aber dann lass ich mir das natürlich nicht anmerken.
00:14:35: Aber dieser persönliche Eigenart ist ein Hinweis auf ein Lernfeld, nämlich zu lernen sich leiten zu lassen, sich lernen sich führen zu lassen.
00:14:48: zu lernen, das Lenkrad meines Lebens jemand anders zu überlassen, das ist eine bewusste Entscheidung.
00:14:56: Es war meine Entscheidung als Kind, mich von Gott leiten zu lassen.
00:15:01: Ich wusste, dass ich mich immer wieder entscheiden muss dafür.
00:15:07: Wer darf mein Leben führen?
00:15:10: Und das ist eine Entscheidung, Gott die Führung im Leben zu überlassen.
00:15:16: Wo sitzt Jesus in deinem Lebensauto?
00:15:21: Sitzt er schon auf dem Fahrer, sitzt?
00:15:24: Hast du überhaupt gebeten, Herr deines Lebens zu sein oder Beifahrer überhaupt dabei zu sein in diesem Leben?
00:15:32: Oder kommst du Sonntags manchmal in die Kirche, hörst dir an, wie ein Leben mit Gott aussehen könnte und dann fährst du ohne Jesus wieder durch die Woche.
00:15:43: Wer Jesus in sein Leben, in sein Lebensfahrzeug einlädt, der hat jemanden dabei, der möchte, dass du gut durchs Leben kommst.
00:15:50: So wie ein Beifahrer, das ja normalerweise auch möchte und einem Tipps gibt, die man aber nicht hören will.
00:15:56: Denn ich fahr doch, wärst du oder ich?
00:16:00: Vielleicht sitzt Jesus am Anfang erst mal auf der Rückbank.
00:16:03: Er darf dich begleiten, mit dir ins Gespräch kommen.
00:16:06: Du lernst ihn besser kennen und lest ihn dann irgendwann auf dem Beifahrersitz.
00:16:09: Das ist schon ein Entwicklungsschritt, weil das heißt, die anderen Leute sehen, mit wem du unterwegs bist im Leben.
00:16:15: Mit Jesus unterwegs zum Leben zu sein, nicht allein durchs Leben zu fahren.
00:16:19: Und dann hast du irgendwann so viel Vertrauen zu Jesus, weil du ihn kennengelernt hast, dass du ihm die Schlüssel... den Fahrer Sitz überlässt.
00:16:28: Wer sich taufen lässt, der entscheidet, sich in den Lebens- und Herrschaftsbereich Jesu Christi hinein getauft zu werden.
00:16:35: Wer sich taufen lässt, der übergibt seine Schlüssel, das Lenkrad Jesus.
00:16:42: Wer sich taufen lässt, Der erlebt zunächst mal, dass er von aller Sünde und Schuld gereinigt, abgewaschen wird.
00:16:49: Ein neues Leben unter neuer Leitung beginnen will.
00:16:51: Und jetzt ist das ein Neuanfang.
00:16:53: Jetzt beginnt das Fahrtraining.
00:16:55: Und vielleicht ist es nicht so, dass man gleich Jesus auf den Fahrersitz lenkt, sondern man beginnt mit dem Fahrtraining und sagt, okay, du bist erst mal mein Beifahrer.
00:17:04: Ich hatte einen ganz fürchterlichen Fahrlehrer.
00:17:06: Aber das ist ein anderer Mal.
00:17:07: Na doch, eine Sache kann ich erzählen.
00:17:09: Er wollte nicht, dass er, dass man rückfahren mit ihm übt.
00:17:12: Also... Rückwärts einparken, weil man dann sein Fahrzeug beschädigen könnte und hat den Tipp gegeben, das müssen wir dann außerhalb der Fahrstunden üben.
00:17:20: Also ich habe bis zur Fahrprüfung nie Rückwärts einparken geübt, also jedenfalls nicht mit seinem Fahrzeug.
00:17:27: Das war schon sehr originell.
00:17:29: Aber wie gut, dass Jesus nicht so ein Beifahrer ist, sondern Fahrlehrer, sondern der will dir wirklich beibringen, wie du auch in den gefährlichen Situationen, wo du Schaden für andere vermeiden kannst, Navigierst.
00:17:47: Das Fahrtraining mit Jesus, das hat mit Sünde zu tun, denn wie gehe ich als Mensch denn jetzt mit Neid um, mit Hochmut oder Bequemlichkeit, mit Gier, mit Eiversucht, mit unbeherrschter Wut, mit Ungeduld?
00:18:04: Wie lerne ich denn ein Leben zu führen, das den Charaktereigenschaften von Jesus entspricht?
00:18:10: Liebevoll, voller Freude, friedfertig, geduldig, freundlich, gütig.
00:18:17: treu, sanftmütig und selbst beherrscht.
00:18:22: Er löst von Schuld.
00:18:25: Das ist eine gute Nachricht.
00:18:27: Wenn ich erkenne, dass ich defizitär bin als Mensch, dass ich ein Mangelwesen bin, dass es mir fehlt an Liebe, Freude, Friedfertigkeit, Geduld, an Freundlichkeit, Güte und Treue und Samfmut und Selbstbeherrschung.
00:18:41: Und wenn ich von allen der sieben Dinge dann vielleicht von einem besonders viel, dann bin ich damit aber nicht allein.
00:18:47: Ich bin in guter Gesellschaft, denn die Bibel behauptet, dass alle Menschen sünder sind.
00:18:55: Auch das ist keine so einfache Aussage, wie es so für christlich geprägte Ohren ist, weil wir werden uns selber nicht für Mutter Teresa oder Mahatma Gandhi halten, aber auch nicht für Saddam Hussein oder Osama beladen, sondern irgendwie dazwischen.
00:19:10: Die Aussage, wir sind alle sünder, dann merken wir doch, ach, wie schnell sagen wir, naja, es wirst immer jemanden finden, der schlechter ist als du, der offensichtlich böser ist, tut oder denkt und wo du dein Überlegenheitsgefühl nähern kannst.
00:19:24: Und das kann sogar eine sehr öffentliche Person sein, wo du dich jeden Tag aufregen kannst, wie schlecht ein anderer ist und wie du nicht bist.
00:19:31: Und umgekehrt kannst du dich natürlich auch selber für ganz schlecht halten und völlig unter dem, wie Gott dich gemacht hat.
00:19:39: Aber wir sind irgendwie doch dazwischen.
00:19:40: Zwischenmutter Teresa und Saddam Hussein oder wen wir auch nennen wollen.
00:19:45: Und dazwischen heißt, niemand von uns ist vollkommen.
00:19:48: Keiner ist perfekt.
00:19:49: Keiner ist wie Gott.
00:19:53: Im Allfallkurs habe ich zehn Jahre lang diese Frage gestellt.
00:19:56: Auf einer Skala sollte man Punkt kleben.
00:19:58: Oben ist vollkommen göttlich und unten ist das Gegenteil.
00:20:02: Und man sollte selber sich einschätzen.
00:20:04: Und das war noch bevor wir irgendein Thema gemacht haben.
00:20:06: Und ich habe noch nie erlebt, dass einer sich ganz oben hingeklebt hat.
00:20:10: Und ich habe auch noch nie erlebt, dass sich einer ganz unten hingeklebt hat.
00:20:13: Irgendwie zwischen.
00:20:14: Das sagt uns unser natürliches Gewissen schon.
00:20:17: Da brauchen wir gar keine Bibel gelesen zu haben.
00:20:21: Doch was ist die gute Nachricht?
00:20:24: Die gute Nachricht ist, dass wir gelebt sind als Sünder.
00:20:29: Wir haben eben gehört, wenn du sagst, du hast keine Sünde, dann stimmt das nicht.
00:20:35: Und im gleichen Brief, nämlich im ersten Johannes Brief, schreibt der Autor folgendes In ersten Jahren ist vier, neun bis zehn.
00:20:43: Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.
00:20:51: Darin besteht die Liebe.
00:20:53: Nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern, dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden.
00:21:01: Ihr Lieben hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben.
00:21:11: Und das feiern Christinnen und Christen.
00:21:12: Karfreitag, die Liebe Gottes am Kreuz.
00:21:16: Aus Liebe ist Jesus am Kreuz gestorben zur Vergebung unserer Sünden.
00:21:22: Sollte Jesus Christus nicht der Sohn Gottes sein und das Evangelium die gute Nachricht, wenn du ihn am Kreuz siehst, dann siehst du, wie weit Gottes Liebe geht.
00:21:34: Ich bin der gute Hürte, ein guter Hürte lässt sein Leben für die Schafe.
00:21:40: Der König aller Könige, der hat sich nicht selber erhöht, der hat sich nicht für sich selbst die höchsten Ehren erbeten.
00:21:48: Von der Weltgemeinschaft, der hat sich selber erniedrigt und gedemütigt.
00:21:52: Der war gehorsam bis zum Kreuzestod, um an unserer Stelle zu sterben.
00:21:57: Nicht Gott hat das Kreuz nötig, sondern ich als Mensch habe das Kreuz nötig.
00:22:05: Denn ich brauche Vergebung, ich verbrauche Versöhnung mit Gott und mit anderen Menschen.
00:22:11: Und Gott hat die Beziehung wiederhergestellt, die durch Neid, die durch Misstrauen, die durch Egoismus zerstört wird.
00:22:19: Und Gott hat dich geliebt, bevor du ihn lieben konntest, bevor du dich bewährt hast oder für Würde geachtet hast.
00:22:28: Nein, darum geht es nicht.
00:22:31: Und wir haben vorhin in dem In der Textlesung quasi für Kinder umgesetzt, diese Gleichnisgeschichte gehört, wie Jesus davon erzählt, von diesem Weg.
00:22:40: Eigentlich ist das erstmal eine Emanzipationsgeschichte von einem Sohn, der sich alles auszahlen lässt, was sein Vater ihm vererben würde, wenn er tot ist.
00:22:51: Noch vor dem Tod.
00:22:52: Und der jüngere Sohn zieht los, er sagt sich los vom Vaterhaus und er fährt sein Lebensfahrzeug ins Abenteuer.
00:23:01: Mit seinem Fahrzeug in Saus und Braus.
00:23:04: Endlich mal hin, wo er hin will.
00:23:06: Er kostet das Leben aus und er verbraucht alle Ressourcen, die er hat.
00:23:13: Bis der Tank leer ist.
00:23:15: Bis zu dem Wendepunkt.
00:23:17: Na, das funktioniert heute noch nicht so gut, wie ich das können müsste.
00:23:21: Bis zum Wendepunkt.
00:23:22: Bis er merkt, ich hab' ich verfahren.
00:23:25: Kein Energienachschub mehr.
00:23:27: Bis er merkt, ich bin heimatlos.
00:23:30: Ich bin eigentlich völlig orientierungslos in einer Konsum- und Aufmerksamkeitsgesellschaft und in einem Reizüberflutung und in dem man Spaß macht und ich bin mit meinem Fahrzeug in die falsche Richtung unterwegs gewesen.
00:23:44: Und in diesem Moment entscheidet er sich, umzukehren.
00:23:49: Zu Fuß zurück zum Vater, der noch lebt.
00:23:53: Und die gute Nachricht dieser kleinen Geschichte, die Jesus erzählt, der Vater im Gleichnis Der gibt sein Kind nicht auf.
00:24:10: Was könnte er tun?
00:24:12: Er könnte ihn mit Liebesentzug strafen, weil er doch den Kontakt abgebrochen hat.
00:24:20: Er könnte ihn bestrafen für das, was er getan hat, indem er ihm sagt, komm mir nicht wieder vor die Augen.
00:24:26: oder indem er ihm Vorwürfe macht und Vorhaltungen.
00:24:31: Er könnte ihn seine Schuld abarbeiten lassen, das Ganze, was er verprasst hat.
00:24:38: Aber dieser Vater verhindert sogar, dass sein Sohn vor ihm auf die Knie fällt, indem er ihn entgegenläuft, ihn umarmt und küst.
00:24:49: Der Vater vergibt ihm seine Schuld.
00:24:52: Er trägt ihm seine Schuld nicht nach.
00:24:55: Er hält ihm seine Schuld nicht vor.
00:24:57: Er setzt ihn sogar als Erbe wieder ein.
00:25:00: Wie verrückt ist das?
00:25:02: Und als selbstständigen Menschen zugleichen, dem er in Sandalen gibt, auf den er selber als aufrechter Mann selbst bestimmt leben darf.
00:25:09: Er hält ihn jetzt nicht als Glawen, als Knecht, sondern als Sohn, als Kind, als Erbel.
00:25:18: Er löst von Schuld, bedeutet also wieder eingesetzt zu sein.
00:25:24: Und ich bitte dich, komm zurück zum Vaterhaus.
00:25:28: Jeden Tag neu.
00:25:31: Biete Jesus einen Sitz in einem Lebensfahrzeug an.
00:25:34: Ja, am besten den Fahrersitz.
00:25:36: Aber vielleicht auch erst mal den Beifahrersitz und lass dich beraten.
00:25:40: Höhe auf Gott.
00:25:42: Rede mit ihm, bitte Gott um Vergebung.
00:25:45: Und er lebe.
00:25:45: die gute Nachricht, die gute Nachricht aus I. Johannes, eins, wenn wir unsere Sünden bekennen, dann ist Gott treu und gerecht und das er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
00:26:02: Und dann werde Teil der Veränderung Gottes in dieser Welt, denn das neue Friedensreich, das wird nicht durch Präsidenten und Dekrete der letzten Worte, geschaffen, sondern das neue Friedensreich beginnt mit Jesus Christus und mit einem Gott, der die Welt mit sich selbst versöhnt und verwandelt in einen neuen Himmel und eine neue Erde.
00:26:26: Und damit hat Gott schon angefangen.
00:26:29: Und du kannst dabei sein.
00:26:33: Amen.
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