weltoffen - unser Leitbild

Shownotes

Gott liebt die ganze Welt und deswegen hat er Jesus Christus aus dem Himmel auf die Erde gesandt, um zu zeigen wie weit seine Liebe reicht. Es ist unser Auftrag die gute Nachricht weiterzugeben und dem Nächsten zu dienen. Wir sind nicht weltfremd, daher nehmen wir Anliegen und Nöte in unserem Umfeld wahr und wollen ihnen seelsorgerlich und tatkräftig begegnen. Wir handeln als Gemeinde und in Vernetzung mit anderen Kirchen, diakonischen und politischen Einrichtungen unserer Stadt und Region.

„Bemüht euch um das Wohl der Stadt, in die ich euch weggeführt habe, und betet für sie zum Herrn; denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl.“ Jeremia 29,7

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00:00:21: Liebe Gemeinde, der Stadtteil Wesertor hat ein Logo, das ihr hier sehen könnt.

00:00:28: Wesertor, offen für Vielfalt.

00:00:31: Und das ist der Claim und das Logo des Bezirks des Stadtteils, in dem unsere Gemeinde sich befindet.

00:00:37: Weil die Bildmarke mit dem Tor und den bunten Punkten zeigt, wie verschiedenen Menschen in unserer Stadt sind.

00:00:46: Einmal im Monat verantworten wir hier im Wesertor im Stadtteilzentrum, fünfhundert Meter vom Gebäude entfernt, ein Wesertortreff von Sylvia, lädt ein, deckt die Tische und es sind ungefähr zwanzig, fünfundzwanzig Leute dort.

00:01:00: Sie lädt Referentinnen und Referenten ein für einen kulturellen oder inspirierenden Beitrag.

00:01:06: Vor zwei Wochen war ich auch dort und die Bezirksvorsteherin Annie Lattrich war auch da und legte Zettel aus mit der Einladung, die ihr dort seht, zum Clean-Abtag, gemeinsam für eine saubere und mühfreie Zukunft.

00:01:19: Wir sind dabei.

00:01:21: Ich hatte mich erinnert, die Werbung hatte ich auch digital bekommen und habe sie dann in der Gemeinde-App oder in der Gemeinde, die haben wir ja noch nicht, also in der WhatsApp-Gruppe gepostet.

00:01:30: Ich selber konnte an dem Tag nicht und war umso erfreuter hinterher zu hören, dass einer von uns dabei war, um zehn Uhr dreißig um Müll zu sammeln, Oli Jörgensen.

00:01:40: Und er hat mir hinterher erzählt, dass zusammen mit dem Kanuverein Kassel und der Gruppe, wir machen das jetzt einfach, unter Anilatrich Müll gesammelt wurde und zwar in drei Stunden zweihundert und dreißig Kilogramm Müll.

00:01:56: Unser Stadtteil ist seitdem etwas sauberer.

00:02:00: Was geht uns als Gemeinde der Müll in unserer Stadt an?

00:02:07: Wieso sollen wir uns eine Aktion wie diesen der gesellschaftliche Gruppen zusammenbringt, beteiligen?

00:02:14: Ist das biblisch begründbar?

00:02:16: Ist das typisch für Jesus?

00:02:18: Weltoffen zu sein?

00:02:20: oder ist das Alleinkennzeichen einer liberalen Gesellschaft?

00:02:25: Wollen wir als Gemeindewelt offen sein, wie unser Leitbild mit diesen Worten Christus orientiert, gemeinsam, liebevoll, weltoffen, ausdrückt?

00:02:36: Für mich sind das keine Rhetorischenfragen, sondern aus meiner Sicht ist die Frage, ob zu unserem Claim Gemeinde Auch das Wort Weltoffen gehört eine Schlüsselfrage.

00:02:48: Es ist eine Schlüsselfrage für einen gesunden Lebensstil einer Gemeinde.

00:02:54: Denn zur Gesundheit einer Gemeinde gehört Sammlung und Sendung.

00:03:00: Es ist sozusagen nicht nur das Sammeln der Menschen mit verschiedenen Angeboten und Gruppen und Aktivitäten und Gottesdiensten, die wir haben, wo der Einzelne sich sammeln kann, zur Ruhe kommen kann.

00:03:13: Interessen und Neigungen auch dagehen kann zum Teil, etwas von Gottes Güter erfährt, miteinander singt, woher Gottes Liebe einatmen kann.

00:03:23: Das ist ganz wichtig, aber es darf vom Einatmen nicht bleiben, es darf nicht beim Sammeln bleiben, sondern zur Gemeinde gehört immer auch die Sendung, das Ausatmen, die Menschen, zu denen wir gesandt sind, das nicht nur unter uns bleiben.

00:03:42: Und deshalb ist die Frage an mich selbst, sondern an jeden von uns.

00:03:45: Wie groß ist Deine Welt?

00:03:47: Wie groß ist Dein Umfeld?

00:03:49: Wie groß ist Deine Welt, unsere Welt als Gemeinde?

00:03:52: Um wen geht es, wenn wir unser Gemeindeleben betrachten?

00:03:57: Wie wird denn deutlich, dass wir uns nicht nur um uns selbst drehen, sondern offen sind für Menschen um uns herum, im Alltag, in den Tagen, in denen wir nicht im Gemeindehaus sind?

00:04:10: Und ein begründeter Einwand gegen diesen Begriff Weltoffen den möchte ich sehr gerne aufgreifen, denn Paulus benutzt einen Bibelwort, in dem er sehr deutlich macht, dass wir uns nicht dieser Welt gleichstellen sollen.

00:04:26: Römer XII, II stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, ob das ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommende.

00:04:42: Und ihr wundert euch vielleicht über dieses theatralische Bild, weil die Welt von Paulus in der Zeit, als er das schreibt, er selbst sitzt gerade im Gefängnis und schreibt den Christen in Rom, ist das römische Imperium.

00:04:54: Und die Christinnen und Christen wurden in der Zeit verfolgt.

00:04:57: Sie wurden eingekerkert.

00:04:59: Sie wurden dazu aufgerufen, ihren politischen Führer, den Kaiser zu verehren, Gott gleich ihm zu gehorchen.

00:05:06: Und in der Welt, und der Paulus lebte, kannte man noch keine Toleranz.

00:05:11: Das war ein autoritäres, hartes Regime in Rom.

00:05:17: Und das hat Menschen gekreuzigt, die in den gesellschaftspolitischen Frieden bedrohlich waren oder einfach nur den Führenden.

00:05:26: Deshalb, man muss das Wort des Paulos ganz ernst nehmen.

00:05:29: Es fordert nämlich uns heraus, zu fragen, verkörpert denn die Welt, in der wir leben, die Gesellschaft, in der wir heute leben, die uns Globalum gibt, verkörpert sie Maßstäbe, die vor Gott gut sind, die mit dem Willen Gottes vereinbar sind oder unvereinbar, mit seiner Liebe und seiner Gerechtigkeit.

00:05:49: Und in Rom war vieles unvereinbar mit dem christlichen Glauben.

00:05:54: Daran sollen wir uns nicht anpassen.

00:05:57: Und es ist derselbe Paulos, der total anpassungsfähig war, der ein berühmtes Wort gesagt hat, nämlich, ich bin allen alles geworden, um alle für Christus zu gewinnen.

00:06:10: Es ist derselbe Paudus, der möchte, dass alle Menschen die gute Nachricht von Jesus Christus erfahren.

00:06:16: Etwa Schmecken von seiner Liebe und Gerechtigkeit.

00:06:19: Und deswegen schreibt er in ersten Korintern neun, ich bin allen alles geworden.

00:06:22: und dann zählt er die Gruppen, auf die es damals gab.

00:06:25: Den Juden ein Jude, den Schwachen ein Schwacher, den Gesetzlichen ein Gesetzlicher.

00:06:31: Und heute müsste man ganz andere Gruppen nennen, wie er seine Mission verstanden hat, war, ich werde den Menschen, die ich für Christus gewinnen, zu jemanden, der sich für sie interessiert.

00:06:42: Und er hat alles versucht, um das zu erreichen, um Menschen für Christus zu gewinnen.

00:06:49: Ich werde euch am Ende ein Beispiel geben, wie heute, dass Christen in Jordanien tun, die umgeben sind von zwei neunzig Prozent sonitischen Moslems.

00:06:59: Nun, wie weit darf ich die Anpassung gehen?

00:07:02: Ich möchte euch zwei grundlegende Texte der Bibel dazu nochmal in Erinnerung rufen oder entfalten, einmal aus dem alten Testament und aus dem Leben Jesu.

00:07:12: Und der erste Brief, den wir gleich auszugsweise hören, der ist auch an eine Gemeinde gerichtet, von Gläubigen, die in einer gottfeindlichen Welt leben, umgeben von anderen Göttern.

00:07:23: in einer Umwelt, in der eine völlig andere Religion herrschte, in dem die Sterne angebetet wurden, die Sonne und der Mond, eine Region, die wirtschaftlich wohlhabend war und militärisch übermächtig in der Zeit einer anderen Welt macht.

00:07:39: Das war fünfundundneun...fünfundundneunzehneunzig vor Christus.

00:07:43: Da haben die Babylonier die damaligen ganzen nahen Osten beherrscht, die damals bekannte Welt.

00:07:50: Und sie haben die führenden Köpfe der Israeliten ins Exil nach Babylon verschleppt.

00:07:54: Und dort in der Fremde leben jetzt also die jüdische Glaubensgemeinschaft.

00:07:59: Und sie muss ihren Glauben bewahren, ohne Tempel, ohne zentralen Versammlungsort, ohne Gebäude, ohne Priester, die Opfer bringen können.

00:08:10: Im Ausland.

00:08:11: Was würde man in solchen gläubigen Raten?

00:08:14: Würde man denes gerade raten, wendet euch ab von der Welt, lasst euch bloß nicht infizieren von dem, was euch umgibt, grenzt euch ab, zieht euch zurück, ihr würdet euch doch anstecken von diesen mächtigen, faszinierenden, fremden, schillernden Religionen.

00:08:32: Und es gab solche, die innerhalb Israels dazu rieten.

00:08:35: Doch der Prophet Jeremia, der schreibt einen Brief an die Ältesten in Babylon.

00:08:42: Wie mächtig Babylon war, sieht man heute, wenn man das Istatur betrachtet, das heute im Original in Berliner Museum steht, im Pergamon Museum und hier rekonstruiert.

00:08:51: Und hier links seht ihr ein Bild von Marduk, dieser Hauptgottheit der Babylonier mit den Astral-Symbolen und Drachen und allem.

00:08:58: Und dahinein schreibt Jeremia den ältesten der Gemeinde folgendes.

00:09:04: Bauthäuser, so spricht der Herzheberot, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen.

00:09:12: Bauthäuser, Wunderin, Pflanztgärten, erst ihre Früchte.

00:09:17: Nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Tächter und nehmt für eure Söhne und Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass ihr Söhne und Töchter gebären.

00:09:26: Mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet.

00:09:29: Suchet der Stadt Bestes.

00:09:31: Dahin ich.

00:09:32: euch habe wegführen lassen und betet für die Stadt zum Herrn, denn wenn es ihr wohlgeht, so geht es auch euch wohl.

00:09:45: Wer bei der Gemeindefreizei dieses Jahr dabei war und ein gutes Erinnerungsvermögen hat, erinnert sich, dass die Hildegard ja auch in unserem Gottesdienst, wo es ja um Emotionen bei Veränderungsprozessen ging, genau diesen Text zitiert hat in einem kurzen Impuls.

00:09:59: Denn die Israeliten in Babylon mussten ja mit enormer Veränderung in ihrem Leben umgehen.

00:10:04: Alles war anders wie vorher.

00:10:06: Sie mussten ein neues Zuhause finden in der Fremde, in einer fremden Umgebung.

00:10:11: Und jetzt wird ihn geraten, baut Häuser.

00:10:14: Pflanzgärten.

00:10:15: Das tut man nicht auf der Durchreise.

00:10:18: Das tut man nicht als Tourist.

00:10:20: Das tut man nicht, wenn man denkt, hier müssen wir möglichst schnell wieder weg.

00:10:23: Sie sollen in der eigentlich fremden Welt ein neues Zuhause finden.

00:10:29: Und dann sollen sie den Blick von sich selbst weg zu den anderen richten und sagen, such der Stadt bestes, strebt danach, was für alle gut ist, was für die Umwelt gut ist, für die anderen.

00:10:42: Such den Schalom der Ganze, den Frieden deiner Umwelt.

00:10:47: Wie könnte es in einer Stadt besser gehen?

00:10:51: Wie könnte es in unserer Stadt besser gehen?

00:10:53: In unserer Umwelt.

00:10:54: Das meinen wir, wenn wir das Wort Wolltoffen benutzen.

00:10:58: Woran besteht denn das Wohl der Stadt, das Wohl, das Gemeinwohl, der Schalom, der dann allen dient?

00:11:05: Denn wer einmal den Frieden Gottes geschmeckt hat, der kann den nicht für sich behalten.

00:11:09: Nicht nur für meine Familie, meine Kleingruppe, meine Gemeinde, sondern für alle.

00:11:16: Wie können wir als Gläubige zum Wohl anderer beitragen?

00:11:20: Was können wir beitragen?

00:11:24: In unseren Erläuterungen, Gemeinspiegel zum Leitbild haben wir das so formuliert.

00:11:28: Wir sind nicht weltfremd.

00:11:31: sondern wir nehmen die Anliegen und Nöte in unserem Umfeld wahr und wollen ihm seelsorgerlich und tatkräftig begegnen.

00:11:39: Da steckt ja eine Menge drin.

00:11:41: Das würde ja bedeutzen, wenn wir das wollen und beherzigen, dann fragen wir noch mehr als bisher vielleicht oder neu, wer braucht denn in unserem Umfeld seelsorgerlichen Beistand?

00:11:54: Wer braucht ein offenes Ohr?

00:11:56: Wer braucht denn deine Umfeld jemanden, der ihm zuhört?

00:12:02: Wir können Studien über Einsamkeit lesen.

00:12:05: Wie ändert sich Einsamkeit, indem es einen Mitmenschen gibt, der einem zuhört, der einen besucht?

00:12:12: Wer braucht denn Trost?

00:12:14: Wer braucht denn Rat?

00:12:17: Wer braucht praktische Hilfe?

00:12:18: Tatkräftige Unterstützung.

00:12:21: Von der Nachbarschaftshilfe bis zum Müllsammeln, vom Einsatz im Stadtsteilarbeitskreis bis zur Kommunalpolitik.

00:12:27: Und natürlich als einzelne Gemeinde können wir nicht alle Anliegen und Nöte dieser Welt oder allein in unserem Umfeld auf dem Herzen haben oder geschweige denn stillen.

00:12:37: Deshalb steht in unserer Beschreibung auch, wir handeln als Gemeinde und in Vernetzung mit anderen Kirchen die akonischen und politischen Einrichtung unserer Stadt und Region.

00:12:47: Das wäre das Ziel unserer Sendung.

00:12:50: Mit anderen zusammen die Sendung Jesu in unserer Stadt leben.

00:12:56: Deswegen sind wir auch vertreten in evangelischer Allianz und ökumenischem Arbeitskreis.

00:13:00: Nicht damit wir uns gegenseitig als Gemeinden sagen, wie toll es gerade läuft oder wie schlecht allein, sondern um gemeinsam zu handeln in dieser Stadt.

00:13:10: Welche Anliegen und Nöte begegnen wir denn stellvertretend?

00:13:16: Nun, vielleicht überzeugte ich dieser prophetische Brief von Jeremia an die Ältesten in Israel noch nicht ganz theologisch, denn wir haben doch gesagt, wir wollen uns ein Christus orientieren.

00:13:26: Vielleicht bleibt da auch eine Unsicherheit.

00:13:28: Ist das denn Christus gemäß?

00:13:30: Würde das Christus andershand haben als Jeremia?

00:13:33: Deshalb, wie hat denn Jesus seine Sendung verstanden?

00:13:41: Okay.

00:13:43: Die Ersten, die davon gehört haben, wie Jesus sich selber versteht, waren die Menschen aus dem Volk Israel, die Juden, die sich in einer Synagoge versammelt haben.

00:13:51: Dort hält Jesus seine Antrittspredigt in Nazareth.

00:13:54: Er kam nach Nazareth, Lukas IV, wo er aufgewachsen war, ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge, stand auf, um vorzulesen.

00:14:02: Da wurde ihm das Propheten Jesaja gereicht.

00:14:06: Als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht.

00:14:11: Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich geselbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Arm, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen und den Blinden, dass sie sehen sollen und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.

00:14:30: Und dann sagt er heute, erfüllt sich diese Schrift.

00:14:36: In einem jüdischen Gottesdienst wird meistens aus der Torah vorgelesen.

00:14:40: Das ist ja auch bei der Bar Mitzvah mit zwölf Jahren, dass man zum ersten Mal aus der Torah vorlesen darf oder dann später aus Propheten büchern.

00:14:47: Und das tut Jesus.

00:14:48: Er stellt sich hier in die Tradition des alten Testaments der Gottesdienst als Lesung und Lob.

00:14:53: Und jetzt geht er darüber hinaus, indem er sich selbst als den Ansied, der von Gott gesamt ist, in diese Welt um aus Liebe eine gute Nachricht zu vermitteln.

00:15:07: um Freiheit zu ermöglichen, um Gnade zu kommunizieren, das Evangelium weiterzugeben.

00:15:14: und wer profitiert dann von der Sendung Jesu?

00:15:18: Arme, Befangene, Blinde und Zerschlagene.

00:15:25: In diese Welt hat Gott seinen Sohn gesandt, aus Liebe, ohne Berührungsängste, ohne Vorurteile, ohne Vorbehalte, sondern Jesus ist mit offenen Augen in diese Welt gegangen, mit warmen Herzen, mit wohltunenden Worten, mit kräftigen Taten, mit Zeichen und Wundern.

00:15:45: Und an hat Gott durch ihn Arme zufrieden gemacht, gefangene frei, blinde sehend und zerschlagene getröstet.

00:15:56: Dass Jesus zufrieden frei sehend machen kann und getröstet, ist seine Sendung.

00:16:04: Und Jesus ist mit dieser Sendung Gottes unterwegs gewesen und er ist in einzelnen begegnet.

00:16:11: Deshalb wird in den Evangelien so viel von einzelnen Begegnungen erzählt, ganzen Gruppen von Menschen und sogar der Regierung ist er wie ein Prophet kritisch gegenübergetreten, wo sie nämlich dafür sorgen, dass es arme, gefangene, blinde und zerschlagene gibt, wenn sie nicht für Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit sorgen, sondern vielleicht sogar den Namen des Herrn missbrauchen und Menschen unterdrücken.

00:16:35: Gott liebt die ganze Welt, deshalb hat er seinen Sohn gesandt, dass er Jesus Christus aus dem Himmel auf die Erde sendt, um zu zeigen, wie geht denn das mit der Liebe des Fremden, des Nächsten, des Andersdenkenden, des Bedürftigen?

00:16:48: Und dann hat er, als er wusste, dass er gehen muss, gesagt, das ist jetzt eure Aufgabe, das fortzusetzen, dem Nächsten zu dienen.

00:17:00: Weltoffen ist für mich also auch das Wort, das unseren Auftrag zum Ausdruckungen.

00:17:04: Wir sind gesandt in unsere Umwelt.

00:17:07: Den Christus, den wir erfahren haben, weiterzugeben.

00:17:16: Die Hoffnung, die in uns lebt.

00:17:23: Den Trost, der uns getröstet hat.

00:17:26: Die Freude, die er uns schenkt, weiterzugeben.

00:17:30: Den Sinn, den er uns vermittelt hat.

00:17:32: Die Schwäche.

00:17:33: mit dem wir zu ihm kommen.

00:17:37: Die Stärke, die wir dankbar annehmen.

00:17:40: In diese Welt, in unsere Welt, in unsere Welt mitzunehmen.

00:17:43: Das ist ein Bild von Kassel, von der Willemshöhe aus.

00:17:47: Das ist jetzt nicht Jordanien, Brasilien oder Australien.

00:17:53: Wohin du kommst, kommt Christus mit.

00:17:57: Wir sind Christus Trägerinnen und Christus Träger.

00:18:02: Christus begegnet durch Christen Menschen.

00:18:07: Dann betrachten wir als Christen einzeln in dieser Welt anders, wenn wir sie so betrachten.

00:18:11: Und wir betrachten auch das Ganze anders.

00:18:14: Die ganze Welt ist ja von Gott geliebt.

00:18:17: Und der Einzelne auch.

00:18:18: Und deswegen erzählen die Evangelien von Einzelnen, die Jesus begegnen und wie sie das verändert hat.

00:18:24: Zurzeit der Römer haben die Jünger Jesu einen Menschen vor Augen beispielsweise, den sie für einen reichen, korrupten Beamten halten.

00:18:33: Einer, der mit der Staatsmacht zusammenarbeitet.

00:18:36: Einer, der sich selber die Taschen vollstopft.

00:18:39: Jemand, der als Koloborateur, das heißt als einer, der zusammenarbeitet mit der Staatsmacht und einen ausbeutet.

00:18:47: Ein angepasster Zöllner, der im Auftrag der Römer Zelle einnimmt und immer noch was obendrauf schlägt und seine Macht richtig feiert.

00:18:58: Wie sollte man so jemanden begegnen?

00:19:00: Mit dem will man doch nichts zu tun haben.

00:19:01: Der ist doch unerreichbar, der ist doch hart.

00:19:05: Wie begegnet Jesus ihm?

00:19:07: Die einen kennt es aus der Kinderbibel, die anderen vielleicht aus archäologischen Mosaiken.

00:19:12: Einer, der ganz besessen davon ist, mit Zöllen seine Welt zu regieren.

00:19:15: Wie begegnet Jesus diesem Zöllner?

00:19:17: Er besucht ihn.

00:19:20: Er kehrt bei ihm ein.

00:19:22: Er lernt ihn kennen.

00:19:25: Er ist bei ihm zu Hause.

00:19:26: Er baut Vertrauen auf.

00:19:28: Lukas XIX für sieben berichtet, da sie das sahen, die Jünger, muchten sie alle und sprachen, bei einem Sünder ist er eingekährt.

00:19:38: Wie verrückt?

00:19:40: Links seht ihr die Heiligen mit Heiligenschein, rechts in der Mitte seht ihr Jesus, wie er zu dem Zacheus im Baum spricht.

00:19:48: Und den Heiligen, den ist das zu weltoffen, dass Jesus bei dem einklärt.

00:19:56: Heute würde man ja denken, das ist ja praktisch, wenn man reiche Mitglieder hat.

00:20:02: Aber damals ... Das war den Jüngern zur Welt offen.

00:20:06: Sie wollten Jesus für sich, für ihren exklusiven Jüngerklub.

00:20:09: Aber Jesus wollte das noch mehr Menschen ihn kennenlernen.

00:20:12: Und dann steht einvers weiter.

00:20:14: Zacheus trat herzu und sprach zu dem Herrn Siehe, Herr.

00:20:18: Die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen.

00:20:21: Und wenn ich jemand betrogen habe, so gebe ich es ihm vierfach zurück.

00:20:26: Jesus sprach, heute ist diesem Haus Heil widerfahren, Shalom.

00:20:30: Denn auch er ist ein Sohn Abrahams.

00:20:35: Und merkt ihr, Jesus ist gekommen, um den armenfrohen Nachricht zu bringen.

00:20:40: Und jetzt stell dir mal einen Armen vor, der plötzlich Besuch von Zacheus bekommt, weil der in Geld schenken will.

00:20:48: Weil der egoistische, reiche Beamte weitherzig geworden ist, großzügig.

00:20:53: Stell dir den Zeller vor, der nicht mehr von seinem Egoismus regiert wird und seinem Streben nach Reichtum und Einfluss, der nicht mehr einsam ist, nicht mehr verachtet, sondern jetzt in der Gemeinschaft der Gemeinde Gottes lebt und mit Jesus.

00:21:05: Und stell dir den Betrogenen vor, zu dem Zacheus kommt und der Zacheus bittet ihn um Entschuldigung und zahlt ihm das Vierfache des Betrogenen zurück.

00:21:17: Das ist ja kaum zu glauben, dass das Evangelium von Jesus Christus Für Reiche und für Arme befreiend ist.

00:21:27: Auch der Reiche wird hier befreit.

00:21:30: Und Jesus sagt in seiner Antrittspredig, dass er dazu gekommen ist, Gnade zu verkündigen.

00:21:36: Nach dem Johannes Evangelum betet Jesus sogar für seine Jünger und er sagt, Er betet für seine Jünger, wie du mich in die Welt gesandt hast.

00:21:46: So sende ich sie in die Welt.

00:21:48: Und ich gebe mich ganz für sie hin, sagt Jesus zu seinem Vater, damit auch sie durch die Wahrheit ganz dir gehören.

00:21:55: Und ich bete nicht nur für diese Jünger, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben werden.

00:22:00: Ich bete für sie alle, dass sie einz sind, so wie du und ich einz sind Vater.

00:22:05: Und die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

00:22:09: Johannes, siebzehn.

00:22:10: Jesus der betet für die Jünger, die ein Wort an Menschen richten und für die, die das Wort gehört haben.

00:22:17: Und in dieser Kette stehen wir.

00:22:20: Und dann sagt er als Auferstandener nach seinem Tod zu den Jüngern direkt, Friede sei mit euch.

00:22:26: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

00:22:32: Zum Abschluss möchte ich euch von zwei Beispielen erzählen.

00:22:35: Zwei Gemeinden, die ich als Weltoffen bezeichnen würde in einer ganz anderen Welt.

00:22:41: Gemeinden, die ihren Auftrag leben, auf ihre Weise.

00:22:45: Und das soll uns anregend zu überlegen, wie leben wir in unserer Umwelt, unseren Auftrag?

00:22:51: Ich hatte das Privileg, diese Woche in Jordanien gewesen zu sein.

00:22:55: In Jordanien gibt es nur dreieinzwanzig kleine Baptistengemeinden.

00:22:58: Überhaupt sind nur sechs Prozent der Bevölkerung Christen.

00:23:01: Zweiundneinzig Prozent sind unitische Moslems.

00:23:05: Und im Norden von Jordanien ist eine Gemeinde Husten, wo wir als kleine Reisegruppe von zehn Personen insgesamt, wann wir hundertsechzig beim Kongress der europäisch-baptistischen Föderation empfangen wurden.

00:23:16: Im Raum waren mehr als sechzehn Menschen, die ehrenamtlich in dieser Gemeinde uns jetzt erzählt haben, wie sie in kleinen Gruppen und in der Jugendgruppe und in der Frauengruppe miteinander das Leben teilen und ihren Glauben.

00:23:33: Und sie haben uns erzählt, das Wichtigste für sie ist, dass Nachbarn, Kollegen, Mitmenschen erstmal merken, dass sie sich für sie interessieren, dass sie mit ihnen leben, dass sie sie kennenlernen.

00:23:49: Sie sollen an ihrem Lebensstil sehen, dass sie Christen sind.

00:23:54: Und sie haben es uns so gesagt, bevor sie nicht uns kennen und vertraut sind mit uns und merken, dass wir uns für sie interessieren, Würden Sie ein Zeugnis von Jesus Christus überhaupt nicht zuhören?

00:24:11: Vorher würden Sie uns gar nicht zuhören, haben Sie gesagt.

00:24:14: Und ich war ganz beeindruckt, dass Sie Ihre Jüngerschaft als Jüngerinnen und Jünger sich so verstehen, wir sind dazu da, dass andere auch Jünger werden.

00:24:23: Und das wollen Sie nicht nur für sich haben.

00:24:25: Sie sind nicht weltabgewandt.

00:24:27: Obwohl sie sich sagen könnten, vor hundert Jahren gab es noch zwölf Prozent Christen in unserem Land.

00:24:33: Jetzt sind es nur noch sechs.

00:24:34: Und wir sind davon noch ein ganz kleiner Teil von freikirchlichen Christen.

00:24:39: Wo ist die Hoffnung, dass das mehr werden könnten?

00:24:41: Aber sie sind ja auch Christen geworden in einer Umgebung, in der viele Menschen eine andere Religion folgen, eben dem Islam.

00:24:49: Dabei war auch eine fünfundzwanzigjährige junge Frau, die mit leuchtenden Augen erzählt hat, wie sie möchte, dass die nächste Generation Jesus kennenlernt.

00:24:59: Und ich dachte, wie herrlich ist das?

00:25:02: Wie verändert es mein Bild von dem, was wir nahe Osten vielleicht nennen?

00:25:09: Wir müssen nicht nach Jordanien reisen, um muslimischen Menschen ein Zeugnis zu sein durch unser Leben.

00:25:16: In unserer Stadt leben viele Menschen aus aller Welt und auch Muslime.

00:25:22: Wir haben mehrere Moschees in dieser Stadt.

00:25:25: Und es geht mir jetzt nicht nur um Moslems, es geht mir um jeden Menschen, der nicht die Gnade von Jesus Christus kennengelernt hat.

00:25:32: Unabhängig von seiner Religion, von seiner Hautfarbe.

00:25:38: Und ein zweites Beispiel möchte ich in Erinnerung rufen, wer beim Konzert dabei war, hat es gehört.

00:25:44: Aber es hat mich auch sehr angesprochen, weil Patrick de Poul und ... Judy Bailey davon erzählt haben.

00:25:53: Und ich habe auch ein Bild daraus gesucht aus Recif in Brasilien, einer Favella.

00:25:59: Und es ist ein Bild für Gemeinde.

00:26:06: Eine kleine Gruppe von Christen wollte eine Kirche in ihrer Nachbarschaft bauen.

00:26:10: Allerdings war ihre Nachbarschaft im Norden Brasiliens in der Nähe von Recif etwas ungewöhnlich.

00:26:14: Sie lebten in einer Favella, einem armen Viertel am Rand der Stadt.

00:26:18: Armut, Gewalt und Drogen waren hier zu Hause.

00:26:22: Vertrauen auf Gott, und obwohl sie nicht alles Geld für ihre Kirche zusammen hatten, bauten sie drauf los.

00:26:26: Ihr Gebiwet war ein Gotteshaus zu errichten, in dem sich die Menschen der Nachbarschaft zu Hause fühlen würden.

00:26:32: Zuerst kam das Fundament, die Mauern natürlich mit Auslassung für Fenster und Türen, dann das Dach.

00:26:38: Die Kirchenhaus wuchs ebenso wie ihre Freude, doch dann war das Geld aufgebraucht, obwohl sie noch nicht ganz fertig waren.

00:26:44: Die Kirchenfenster fehlten noch sowie eine einladende Kirchenpforte.

00:26:48: Sie beteten zu Gott und baden um mehr Geld, damit sie seine Kirche fertigstellen könnten.

00:26:54: Doch es kamen keine nennenswerten Beträge zusammen.

00:26:57: Es war, als ob Gott ihn sagen wollte, meine Kirche ist fertig.

00:27:04: Als wir die Ehre hatten, die Kirche zu besuchen, hatte sie immer noch, weder Tür noch Fenster.

00:27:08: Wir feierten ein Gottesdienst mit unseren brasilianischen Schwestern und Brüdern.

00:27:12: Er war wunderbar lebendig.

00:27:14: Alles, was hier gesagt und gesungen wurde, wurde von ganzem Umkreis mitgehört.

00:27:19: Die Kirche wurde nicht zugemacht, als der Gottesdienst begann, sondern die Sonne ging in der Verwelle auf und strahlte bis in die Kirche.

00:27:27: Alle Nachbarn hörten die Lieder, ebenso wie die Predigt mit.

00:27:30: Und die Kirche hörte die Nachbarn, Kinder randen um die Kirche herum.

00:27:34: Und in der Nachbarschaft war eine kleine Bar, deren Lärm bis zu uns in die Kirche drang.

00:27:39: Die kleine Gruppe Christen war nicht abgekapselt von der Welt, sie verschloss sich den Menschen in der Umgebung nicht.

00:27:45: Die Kirche war immer offen.

00:27:48: Nachts kam Obdachlose und schliefen in der Kirche.

00:27:50: Das Gotteshaus wurde ihr zu Hause.

00:27:54: Eine Kirche, die für die ganze Nachbarschaft immer offen war, eine Kirche, die genau das singen und predigen musste, was sie lebte.

00:28:01: Sonst hätte ihr keiner geglaubt und zugehört.

00:28:04: Eine Kirche, die zum Gottesdienst nicht die Türen schloss, sondern ihr Herz für die Welt öffnete.

00:28:11: Auch als sie später Türen und Fenster hätten kaufen können, taten sie es nicht.

00:28:17: Die Kirche war ohne sie wesentlich wertvoller.

00:28:20: Irgendwann bemerkte jemand, das Gebet vom Anfang war erhöht worden.

00:28:24: Die Kirche war für die Menschen der Nachbarschaft ein Zuhause geworden.

00:28:28: Meine Kirche ist fertig.

00:28:33: Für wen ist unsere Gemeinde ein Zuhause?

00:28:36: Ist sie für die nächste Generation ein Second Place?

00:28:40: Man nennt das so ein zweites Zuhause.

00:28:42: Ist sie für Menschen, die Christus noch nicht kennen, ein Zuhause?

00:28:47: Wollen wir, dass sie das wird?

00:28:49: Wir können in unserer Klimazon nicht die Türen immer offen lassen und die Fenster rausreißen.

00:28:53: Dann würde ich ja nicht gerne predigen.

00:28:55: Im Pelzmann wird das dann im Winter gehen.

00:28:57: Aber ihr versteht das innere Bild.

00:29:00: Das innere Bild ist eine offene Kirche, die Christus orientiert, liebevoll, gemeinsam, weltoffen unterwegs sind.

00:29:07: Dann sind wir ein Zuhause für Menschen.

00:29:09: Da schenke uns Gott.

00:29:11: Amen.

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