gemeinsam - unser Leitbild

Shownotes

Bei Gott sind alle willkommen und Jesus Christus verbindet ganz unterschiedliche Menschen miteinander. Uns ist wichtig, Gemeinschaft zu erleben und offen zu sein für alle, die Gemeinschaft suchen. Daher teilen wir unser Leben, unsere Räume und unseren Glauben.

„Was das Leben der Christen prägte, war die Lehre, in der die Apostel sie unterwiesen, ihr Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe, Hilfsbereitschaft, das Mahl des Herrn und das Gebet.“ Apostelgeschichte 2,42

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00:00:04: Herzlichen Grüße auch von mir.

00:00:05: Es ist lange her, dass ich mal hier, dass ich hier predigen durfte und mich jetzt so gleich auch in die Reihe einfügen darf, wo es um Werte des neuen Gemeindeleitbildes oder des möglichen neuen Gemeindeleitbildes geht.

00:00:26: Und zunächst einmal bin ich total erleichtert.

00:00:29: Es geht, ich bin froh, dass es das Wort gemeinsam ins Gemeindeleitbild geschafft hat.

00:00:34: Das gehört da rein, finde ich.

00:00:37: Und wie geht das?

00:00:39: Ein gemeinsames Leitbild ohne gemeinsames, irgendwie nicht wegzudenken.

00:00:46: So ein zweiter Impuls war, gemeinsam, wie geht es dir persönlich damit?

00:00:57: Ich habe im letzten Jahr, zwei Mal die Erfahrung machen müssen, dass lange Wege zu Ende gehen, die gemeinsam gegangen worden sind.

00:01:10: Einer über zwanzig Jahre, einer sogar über dreißig Jahre.

00:01:15: Also, man könnte sagen, ich weiß auch, wie es geht, wenn gemeinsam nicht gelingt.

00:01:23: Von daher frage ich mich gerade auch so ein bisschen, dann fiel mir auf.

00:01:28: Im letzten halben Jahr hatte ich so viel um die Ohren, dass ich so viele Gottesdienstbesuche hier hatte, dass ich sie sogar nur an drei Fingern abzählen konnte.

00:01:41: Jetzt kriege ich das Thema gemeinsam zugelost.

00:01:45: Da weiß ich nicht so richtig, ob ich dafür fürchterlich guter Spezialist sein werde.

00:01:51: Sei es drum.

00:01:53: Manchmal macht Gott ja Dinge mit uns, die wir so nicht geplant haben und bringt uns ins Nachdenken darüber.

00:02:03: So möchte ich den Impuls oder die Gedanken heute morgen verstehen, die ich mit euch teilen will.

00:02:13: Natürlich Denken wir sofort, was muss ich drücken hier?

00:02:20: Ah, wunderbar.

00:02:21: Natürlich denken wir sofort als Allererstes an das Wort aus Apostelgeschichte zwei für zweiundvierzig.

00:02:30: Wenn wir über Gemeinde nachdenken und Gemeinde, wie sie gemeinsam agiert und zusammen ist, sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brot brechen und im Gebet.

00:02:44: Und dann habe ich mir momentan ein bisschen gefremdelt damit und dachte so, nee, also darüber jetzt über diese vier Klassiker zu sprechen, die wir vermutlich ja in unserem Gemeindeleben sowieso regelmäßig hier haben, sondern ich versuche mal den Aspekt der Gemeinschaft hervorzuheben, ein bisschen zum Leuchten zu bringen.

00:03:08: Was bedeutet es eigentlich, Gemeinschaft zu leben und vielleicht auch Gemeinschaft zu erleben mit allen Herausforderungen und mit den Schönheiten und Schwierigkeiten, die es mit sich bringt.

00:03:25: Beginn möchte ich, das erste Leidwort heißt ja Christus orientiert, dass wir gemeinsam mit Jesus Christus unterwegs sind.

00:03:38: tauchen wir doch noch mal ein, in diese Zeit damals, mit diesem wahnsinnigen Zauber, als Jesus die Erde betreten hat, als Gott seinen Sohn auf die Welt sah und er anfing zu wirken und Jesus selbst eine unglaublich anziehende Kraft erzielt.

00:04:00: Also wo er auftritt, da zieht es die Leute in die Gemeinschaft zu ihm.

00:04:09: Also, wenn er den Mund aufmacht, kleben sie ihm an den Lippen.

00:04:15: Wenn er irgendwo in ein Haus einkehrte, dann standen sie Schlange.

00:04:20: Und das Haus war wahrscheinlich umringend, das hätte ich fast gesagt, wie der Mist von den Fliegen.

00:04:25: Aber das wäre, glaube ich, ein falscher Vergleich.

00:04:28: Jesus zieht die Menschen an, er hat Zulauf.

00:04:32: Wie ein Magnet wirkt es auf die Leute, er zieht sie in die Gemeinschaft zu ihm.

00:04:40: Und ohne dass Sie es merken, befinden Sie sich plötzlich auch in der Gemeinschaft miteinander.

00:04:48: Also, weil ja viele kommen und so finden sich Menschen.

00:04:57: Wir finden uns vor.

00:05:00: Wir werden von Jesus angezogen.

00:05:02: Hoffentlich nicht nur von einer Gemeinde.

00:05:04: Wir werden von ihm angezogen und finden uns plötzlich vor in der Gemeinschaft mit vielen anderen.

00:05:12: Wie schön.

00:05:14: Schon das ist ein Wunder.

00:05:16: Und ich habe natürlich gefragt, was macht Jesus denn so anziehend?

00:05:22: Natürlich waren es seine Reden.

00:05:26: Wenn er den Mund auf sagte, man spürte, Jesus ist glaubwürdig.

00:05:31: Das lohnt sich dem sich zu nahen.

00:05:35: Jemandem, der nur die Unwahrheit erzählt oder der sich die Welt so zusammenreimt, wie er sie gerade braucht.

00:05:42: Es gibt Leute, die werden sogar... Präsidenten von bedeutsamen Staaten und leben so, da gehen wir auf Abstand.

00:05:53: Da merken wir den vertrauen wir, also wenn wir bestimmt auf eine gewisse Weise gestrickt sind, vielleicht auch, aber den vertrauen wir nicht so gerne.

00:06:00: Das andere bei Jesus war, zum einen hat er das, was er gesagt hat, seinen Reden, war etwas Neues, war etwas, was man so nicht kannte.

00:06:14: Was man anders kannte, was man anders spürte, die Rede vom Reich Gottes, komme ich gleich noch einen Moment drauf.

00:06:20: Aber man spürte vor allen Dingen, er ist glaubwürdig.

00:06:23: Er redet das, was er, wovon er überzeugt ist.

00:06:27: Er sagt, was er denkt und tut, was er sagt.

00:06:31: Das ist Glaubwürdigkeit.

00:06:35: Und das zog die Menschen an.

00:06:37: Und dann war da diese Rede und natürlich sein Handeln.

00:06:41: Ich habe mich gefragt, wie handelt eigentlich Jesus und bin bei zwei Dingen hängen geblieben.

00:06:45: Auf der einen Seite heilt er und auf der anderen Seite ist er.

00:06:49: Heilen und Essen.

00:06:50: Also er war bei ganz vielen Tischgemeinschaften zugegen.

00:06:55: Er erzählt Gleichnisse vom Hochzeitsmal.

00:06:57: Also da haben wir es auch wieder gemeinsam.

00:07:01: Er sucht immer die Gemeinschaft, wenn er das den Menschen näherbringen will, was ihm wichtig ist.

00:07:12: Er sitzt bei einem Zacheus am Tisch.

00:07:16: bei einem Matthäus, bei Maria und Martha, seinen Freunden.

00:07:23: Man erlebt ihn auf einer Hochzeit.

00:07:26: Tischgemeinschaft.

00:07:29: Und er handelt und er heilt.

00:07:31: Er heilt, indem er mit Menschen spricht.

00:07:33: Er heilt ihr Inneres, er heilt ihre Gedankenwelt, er heilt die Körper.

00:07:39: Wo immer Jesus auftaucht, kommen Menschen in Berührung mit seiner heilenden Kraft.

00:07:46: Und dann ist da diese neue Botschaft.

00:07:49: Das Neue in seiner Botschaft ist das Reich Gottes.

00:07:56: Und dieses Reich Gottes, das kriegt man ja erst mal überhaupt nicht so richtig zu greifen.

00:08:01: Man spürt es, Jesus redet davon, aber man weiß auch irgendwie, was meint er damit?

00:08:07: Es ist ja nicht so ein politisches Reich wie das der Römer oder das der Provinzen in Judäa und Galilea.

00:08:16: was sie da alles für Stadtteil Herrscher hatten, sondern mein Reich ist, sagt er, am Ende nicht von dieser Welt, es ist ein anderes Reich.

00:08:24: Man spürt es in seiner Nähe und trotzdem kann man es nicht greifen.

00:08:31: Es ist irgendwie nicht sichtbar, man kann es nicht sehen, aber man kann es doch erfahren.

00:08:38: Wo immer Jesus auftaucht, ist es spürbar, es knistert.

00:08:44: Man merkt es.

00:08:45: Wenn der den Mund aufmacht, wenn er handelt, dann passiert irgendetwas, was mein Herz in einer Weise berührt, das es oft herausfordert, aber zugleich auch heilt.

00:09:00: Gemeinsam mit Jesus.

00:09:02: Also wir kommen bei keinem der drei Begriffe, die dahinter stehen, an dem Ersten vorbei.

00:09:09: Jesus selbst, Christus orientiert, Christus, er ist es der das Leuchtende bringt.

00:09:17: Also dieses Reich ist geheimnisvoll, aber man spürt, man kann es erfahren.

00:09:24: Es ist nahe, es naht sich zu uns.

00:09:29: Ein wunderschön Begriff hat Jens Stangenberg, der hat übrigens dieses Jahr auf der Bundesratstagung auch einen Vortrag gehalten.

00:09:39: Jens Stangenberg geprägt den Raum der Friedensräume, wo Jesus auftaucht.

00:09:47: Da entstehen Friedensräume, Schalomräume.

00:09:52: Da entstehen Räume, wenn Menschen dort reintreten, dann spüren sie etwas, das ihr Leben zum Frieden bringt.

00:09:59: Find ich in wunderschönen Gedanken, bewohnt mich gerade selber sehr.

00:10:04: Und wenn man dadurch mal das ein oder andere betrachtet aus dieser Perspektive, wäre doch schön, wenn unsere Gemeinde einen Schalomraum für Menschen ist, indem sie Frieden finden.

00:10:18: Wäre doch schön, wenn unsere Familien Schalomräume sind, in denen unsere Kinder, Gäste, Freunde Frieden finden.

00:10:27: Ich arbeite im Krankenhaus, habe das meinem Chef jetzt mal so gesagt, Mensch, das wäre doch klasse, wenn im Krankenhaus, wir denken da so über Schutz und Sicherheit für Mitarbeiter, Patienten und sowas nach, wäre doch schön, wenn unser Raum, unser Krankenhaus, ein Ort der Kompetenz, wäre medizinischer Kompetenz und... von Frieden, in dem Menschen Sicherheit und Frieden erleben und erfahren.

00:10:51: Und so können nächste Woche, nächste Woche ist weltoffen auch Räume innerhalb der Welt kleine Friedensräume, Schalomräume erleben.

00:11:05: Naja und dann ist da noch Jesus und seine zwölf.

00:11:12: Diese Vorstufe von Gemeinde, von Gemeinschaft, diese sehr, sehr heterogene Gemeinschaft von Menschen, die Vorform der Kirche.

00:11:23: und später überträgt er ihnen dann auch, sagt er, ihr sollts, gibt ihn den Missionsbefehl, sie sollen, er bereitet sie vor, darauf das Fundament der Kirche zu werden.

00:11:38: Da muss ich ja schon klärlich gesagt ein bisschen schmunzeln.

00:11:41: Diese zwölf, da haben wir den Petrus mit seinem Hochmut Jacobus und Johannes.

00:11:46: Ich würde mal sagen, die sind auch nicht gerade Kinder von Traurigkeit, werden ja auch die Donnersöhne genannt.

00:11:52: Da haben wir Natana Elden, der nicht so richtig weiß, wie er sich Jesus annähern soll.

00:11:57: Am Ende Thomas den Zweifler, dann gibt es so ein paar Unbekannte.

00:12:02: Wer von euch wusste, dass einer der zwölf Bartolomeus heißt?

00:12:06: Bibelkundige vielleicht schon.

00:12:07: Ich habe jetzt kürzlich in Pilsen die Bartolomeos-Kathedrale besichtigt, war es ja schön und ich war irgendwie berührt, dass man in diesem unbekannten Apostel, diesem stillen Apostel eine ganze Kathedrale gewidmet hat.

00:12:21: Also es gibt die Stillen, die Zweifler, die Hochmütigen.

00:12:24: Also was ich sagen will, Menschen mit Grenzen, ehemalige Kollaborateure, wenn man Matthäus den Zöllner mal nimmt.

00:12:33: Also, man fragt sich Jesus, was hast du dir dafür eine Gemeinschaft zusammengestellt?

00:12:39: Natürlich, die zwölf waren privilegiert, die war eine Lerngemeinschaft, so eine Wander-Kommunität, die Jesus viel mehr noch als andere auf die Finger gucken konnten.

00:12:49: Deswegen haben sie hinterher auch eine ganz große Rolle in der jungen Kirche gespielt und tun es bis heute.

00:12:54: Es waren die ersten Zeugen, aber man mag sich so überlegen, ist das wirklich so die allerbeste Wahl gewesen?

00:13:06: Das waren ja nicht Studierte und wer weiß wie vorbildliche Menschen.

00:13:11: Man mag eigentlich fragen, Jesus ist das gut, dass du sagst, Jesus und seine zwölf Jünger, aber eigentlich müsste man sagen, Jesus und seine zwölf Probleme.

00:13:21: Und zugleich finde ich das ziemlich tröstlich.

00:13:28: Es scheint Jesus nämlich, wenn er von gemeinsam redet und über gemeinsam nachdenkt, überhaupt nicht darum zu gehen, dass wir Grenzen haben, dass wir Menschen sind, die Möglichkeiten und Gaben haben, aber eben auch Grenzen, Unmöglichkeiten.

00:13:47: Wir sagen das manchmal, der ist ja unmöglich.

00:13:51: Dabei hat er vielleicht nur eine Seite, die ihm unmöglich ist.

00:13:55: Also gemeinsam sollen diese zwölf und die dahinter Frauen dabei gewesen und nachher die größere Gemeinde sollen sie Gemeinschaft bilden.

00:14:09: Das Interessante ist, dass das Thema Gemeinschaft, solange Jesus auf der Erde war, überhaupt kein Thema war.

00:14:19: Er hält mal in einer der Reden, ein bisschen was über Gemeinschaft.

00:14:22: Aber der Zusammenhalt war überhaupt kein Thema.

00:14:26: Ganz einfach, weil Jesus die Mitte war und er war die Großanziehungskraft, solange er da war, das ändert sich schlagartig.

00:14:36: Wunderschön, ne?

00:14:37: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.

00:14:39: Das ist so der Anker.

00:14:42: dessen, was Gemeinsam und Gemeinschaft ausmacht.

00:14:46: und bis Jesus mit Jesus Sterben auferstehen und erscheinen, aber maßgeblich durch seinen Weggang stellt sich das Thema gemeinsam gänzlich neu dar.

00:15:00: Eigentlich muss man sagen, hat das Thema.

00:15:02: in dem Moment, wo Jesus die Erde verlässt, erfährt das Thema gemeinsam eine riesige Krise.

00:15:10: Also der Jüngerkreis zerstäubt sich.

00:15:12: Die ganzen Schwächen und alles Mögliche, was mit den Leuten passiert, zeigt sich auf brutale, enttäuschende, traurige, tragische Art und Weise.

00:15:25: Die Jünger zersprengt und sie liefen alle weg, als Jesus verhaftet wird.

00:15:32: Einer erhängt sich.

00:15:36: Petrus hört auf sich zu ihm, dem Freund, zu dem er Treue bis in den Tod versprochen hat, zu stellen.

00:15:45: Er sagt ihm ab, er lügt Menschen an, sagt, ich kenne den Mann nicht.

00:15:50: Ich glaube, wir machen uns heute gar kein Bild mehr davon.

00:15:53: Wir lesen das immer mal wieder in der Karwoche, aber was das bedeutet?

00:15:56: Hier zerbricht, hier zerbricht alles.

00:16:00: Hier zerbricht Gemeinschaft, hier zerbricht vor allen Dingen Vertrauen.

00:16:06: Sie wussten nicht mehr, haben wir aufs falsche Pferd gesetzt.

00:16:09: war Jesus der Richtige.

00:16:12: Können wir ihm vertrauen?

00:16:15: Konnten wir ihm vertrauen?

00:16:16: Ist nicht alles, was er gesagt hat an den vielen Gelegenheiten, wo er mit uns gegessen hat, wo wir mit ihm am Lagerfeuer gesessen haben.

00:16:25: Und, und, und, und, ist das alles jetzt wertlos?

00:16:29: Es ist wie, als hätte man eine Bombe in eine Gemeinschaft geschmissen, die vorher eingeschworen zusammen war.

00:16:39: Dann wird er gekreuzigt.

00:16:42: dann wird er gesehen, er ist auferstanden, er denkt, dann geht das mit der Hoffnung los, wird das alles wieder so werden wie früher.

00:16:52: und jetzt ist er wieder da und so weiter und dann ist Himmelfahrt und dann beginnt der Weg der Kirche.

00:17:03: Es beginnt aber auch der Weg in der, in dem sich, kürzt das jetzt mal ein bisschen ab, die Gemeinschaft, das große Gemeinsamen nicht mehr leibhaftig um seine Leuchtfigur, um seine Schlüsselfigur, um Jesus, der leibhaftig da war, drehen konnte.

00:17:25: Jetzt war er weg und das Gemeinsam musste sich komplett neu formen.

00:17:33: Und jetzt geht das los.

00:17:36: Jetzt geht das auch los mit den, ich sag jetzt mal, kleinen oder auch größeren Streitigkeiten.

00:17:42: Was hat Jesus wie gesagt?

00:17:44: Wenn wir nicht nur einen Evangelium, sondern vier, ist auch gut so, dass wir die vier haben.

00:17:49: Haben wir mehr Blickwinkel.

00:17:52: Aber das Gemeinsam, was macht das Gemeinsam eigentlich ab dann aus?

00:17:58: Das ist ja die große Herausforderung bis heute.

00:18:02: Wie gestaltet sich das?

00:18:04: Mit den Grenzen des ganz normalen Menschseins.

00:18:07: Ein Paulus, ein Petrus hatten sich in der Wolle.

00:18:11: Es geht um Richtungsstreitigkeiten.

00:18:14: Und und und.

00:18:20: Ich habe ein interessantes Zitat gefunden, es geht eigentlich schon viele Jahre mit mir.

00:18:29: Das heißt, Wir sind wie Spiegel füreinander, die sich gegenseitig die Illusion zeigen, die wir über uns selbst und auch über andere haben, aber auch, wenn wir lang genug hinsehen, unsere Schönheit.

00:18:49: Das allerdings braucht Zeit.

00:18:54: Von Richard Rohrer, der zwei Gemeinschaften gegründet hat, Deutschsprachiger Franziskana Pater, und der all das mit seinen Gemeinschaften durchlebt hat.

00:19:04: Das Wunderschöne, das Aufbrechen, das Neue, das Entdecken von Christus in seinen Werten, in dem, was ihn ausgemacht hat, aber auch die ganzen Grenzen unseres Menschseins.

00:19:21: Wir sind wie Spiegel für einander, die sich gegenseitig die Illusion zeigen, die wir über uns selbst und über andere haben.

00:19:28: Man bricht auf und hat im Bild, ja, das wird's.

00:19:34: Das wird was ganz Besonderes.

00:19:37: Und ich glaube, das lässt sich gar nicht vermeiden, das bei jeder Gemeinschaft so.

00:19:40: Und es ist gut so, dass wir das auch selber immer wieder erleben und haben und auch als Gemeinde uns auf diesen Weg begeben.

00:19:48: Wir machen uns neu auf.

00:19:51: Und irgendwann, Richard Roth führt das dann wunderschön aus, irgendwann zeigt sich dann, dass wir merken, dass der andere doch ein bisschen anders ist als ich dachte.

00:20:04: und ein bisschen menschlicher ist als ich dachte.

00:20:07: Und dass ich auch ein bisschen menschlicher bin als ich dachte.

00:20:11: Und dass wir unsere Grenzen merken.

00:20:16: Aber eben auch die Schönheit.

00:20:20: Richard Rohr sagt, wenn wir lang genug hinsehen, Gemeinschaft halten wir das mal einfach fest.

00:20:28: Gemeinschaft braucht Zeit.

00:20:32: Gemeinschaft braucht Zeit.

00:20:35: damit sie echt wird, damit sie auch durch ihre Gebrochenheiten durchgelangt und schafft.

00:20:42: Miteinander erfahrbar wird gemeinsam.

00:20:45: Also wir leben von dem Schatz, aber vor der Himmelstür erleben wir halt einfach auch noch mit unseren Grenzen.

00:20:53: Das ist so.

00:20:55: Und deshalb braucht es, aus meiner Sicht, ich habe drei Dinge gefunden, die es wert sind, dass wir sie miteinander leben.

00:21:06: Die gemeinsam, dieses Gemeinsamen lebt auf durch drei Dinge.

00:21:13: Und ich habe da mal so eine Spirale daneben gezeichnet.

00:21:16: Wir Deutschen oder hier im Europäischen Kulturkreis neigen wir dazu, die Dinge sehr zielorientiert zu sehen oder tabellarisch.

00:21:24: Und wenn wir das einhalten und das einhalten und das und ein Häkchen dran, ein Häkchen dran, ein Häkchen dran, dann gelingt es.

00:21:33: Ich habe den Eindruck, das Leben findet oft in Spiralen statt.

00:21:37: Also was ich damit sagen will, ist, wir kommen an verschiedenen Punkten immer wieder vorbei.

00:21:44: Mal schneller, mal langsamer.

00:21:48: Aber es gibt bestimmte Dinge, die kommen immer und immer wieder auf uns zu.

00:21:54: Das Erste, was mir eingefallen ist, einander vertrauen.

00:22:00: Vertrauen schließt uns an das Leben an.

00:22:04: Der eine hat gute Erfahrungen gemacht, andere haben vielleicht auch schlechte Erfahrungen gemacht.

00:22:10: Vertrauen heißt, ich unterstelle dem anderen uneingeschränkt, dass er es gut mit mir meint.

00:22:19: Und ich bringe selber ein, dass ich es uneingeschränkt gut mit dem anderen meine.

00:22:26: Und ich weiß, dann gibt es Menschen, die haben Erfahrungen gemacht, die deren Vertrauen tief erschüttert worden ist, weil es enttäuscht worden ist, weil der andere einen Belogen hat, weil man vielleicht Missbrauch erlebt hat.

00:22:41: Menschen, denen man vertraut hat, haben irgendetwas nicht so schönes mit mir gemacht.

00:22:49: Und dann fällt es schwer, neu zu vertrauen.

00:22:55: Und Anselm Grün schrieb es in seinem sehr, sehr lesenswerten Büchelchen über Vertrauen.

00:23:03: Er sagte, was bleibt uns, wenn wir an die Grenzen des Vertrauens gekommen sind?

00:23:13: Und er kommt zu dem Schluss.

00:23:15: führt das schön aus, dass er sagt, Vertrauen ist am Ende immer und immer wieder eine neue Entscheidung.

00:23:23: Wenn man sich das Gegenteil bewusst macht, also Misstrauen, also wenn man sagt, ich verharre im Misstrauen, dann schneiden wir uns vom Leben ab.

00:23:34: Wenn wir Vertrauen, neue Vertrauen uns für das neue Vertrauen entscheiden, dann schließen wir uns an die Stelle neuen Lebens an.

00:23:44: Wenn die Jünger damals gesagt hätten, Jesus, Wir möchten dich aber so haben, wie du warst und du kannst uns jetzt gestohlen bleiben, also es ist uns, also wir, dann hätten sie sich vom Leben abgeschlossen, dann hätten sie sich abgeschieden, abgeschnitten vom Leben.

00:24:04: und deshalb gibt es bei dem Vertrauen, wenn man es genau nimmt, nicht nur so ein bisschen oder ein bisschen mehr oder ein bisschen viel, sondern ich vertraue und entscheide damit, mich an das für das Leben neu zu entscheiden.

00:24:24: Also wir kommen nicht umhin, diese Aufgabe anzunehmen innerhalb des Glaubens, innerhalb einer Gemeinschaft uns für das Vertrauen zu Gott zu entscheiden und auch für das Vertrauen miteinander.

00:24:39: Das Zweite auch nicht wirklich was Neues in christlichen Kreisen das vergeben.

00:24:45: Aber was passiert denn da?

00:24:46: Ich will es mal ganz kurz beschreiben, was passiert?

00:24:48: Also es passieren in unserem Miteinandersituationen, in denen einer den anderen verletzt, man dem anderen vielleicht sogar schadet, unrecht tut, vielleicht auch einfach nur aus Versehen irgendwas macht, wo wir miteinander nicht gut tun.

00:25:10: Und die natürliche Reaktion und die finde ich nur zu nachvollziehbar ist, dass derjenige, der verletzt worden ist, ein Recht auf Ausgleich empfindet.

00:25:19: Also man möchte, wenn der mir so weh getan hat, dann soll ihm jetzt auch gefälligst wehgetan werden.

00:25:27: Oder wenn mir ein Schaden zugefügt wurde, so ein ganzes Versicherungswesen baut da drauf auf im Übrigen.

00:25:33: Also wenn mir einer in die Kache fährt, also ins Auto fährt, dann gehen die Versicherungen los und ich bekomme dafür einen Ausgleich.

00:25:43: Und es ist ganz normal und legitim, dass uns der Wunsch im Herzen liegt, wenn uns jemand weh tut, dass wir dafür einen Ausgleich haben.

00:25:51: Es ist eine völlig normale Reaktion, wenn du dann wütend wirst und willst dem anderen am liebsten ein... das ist legitim.

00:26:01: Das ist in Ordnung.

00:26:05: Und jetzt mal ganz verkürzt gesagt, was bedeutet Vergebung?

00:26:08: Und im Deutschen ist dieses Wort wunderschön.

00:26:11: Also ich glaube, es gibt es in anderen Sprachen gar nicht.

00:26:14: Wenn ihr euch jetzt mal vorstellt dieses Recht in euch.

00:26:19: Ich möchte, dass mein Unrecht sozusagen Vergeltung erfährt.

00:26:26: Ich möchte dieses Recht auf Ausgleichenanspruch nehmen.

00:26:32: Dann bedeutet Vergebung nicht Schwamm drüber.

00:26:35: Vergebung bedeutet aber ich vergebe.

00:26:39: Also ich vergebe es wie ein Geschenk, dass ich vergebe.

00:26:47: Ich vergebe das Recht auf Ausgleich.

00:26:52: Am allerbesten an Gott.

00:26:55: Wichtig ist nur, dass ich es weggebe.

00:26:58: Dadurch ist nicht gesagt, es ist nicht da.

00:27:01: Das Recht ist legitim, aber ich vergebe es.

00:27:04: Ich gebe es weg an Gott, der sich darum nun kümmern möge.

00:27:12: Das ist eine unfassbar schwere Aufgabe, weil die Versuchung in uns drin, hier nochmal einen kleinen Dritt zu geben, da nochmal ein kleines Gerücht zu streuen und und und und.

00:27:25: Uns fallen ja da viele, viele Sachen ein.

00:27:28: Vergeben heißt, ich vergebe mein Recht auf Ausgleich und lege meine Waffen nieder.

00:27:35: Hut ab, wer sich diesen Prozess stellt, einfach ist es nicht immer.

00:27:42: Und das Letzte, da habe ich euch einen kleinen Brief mitgebracht oder ein paar Sätze in der Zuwendung zueinander lebt gemeinsam auf.

00:27:52: Natürlich vertrauen, vergeben, und die Zuwendung zueinander.

00:27:57: Ich bin mal auf die Suche gegangen im neuen Testament.

00:28:01: Es gibt zwei, es gibt ein wunderschönes Wort.

00:28:04: Das taucht im neuen Testament auf und ein anderes taucht wenig auf, bis gar nicht.

00:28:10: Das, was ganz oft auftaucht, ist, ihr lest es schon dreimal, einander.

00:28:16: Das ist der Geist der Gemeinde.

00:28:21: Ich mir fiel dann auf.

00:28:23: Man hätte ja auch schreiben können gegenseitig.

00:28:27: Steht aber nicht da.

00:28:29: Was wir finden ist einander.

00:28:33: Und einander ist auf eine besonders schöne Weise, finde ich, aufeinander bezogen, zugewandt.

00:28:44: Gegenseitig würde wir ja eher so bedeuten, der eine tut was, dann tut der andere was und man tut dem einen was Gutes und gegenseitig tut man dem anderen was Gutes und so.

00:28:54: Das hat sowas von Handel.

00:28:57: Gemeinde ist aber kein Handel.

00:28:59: Beziehungen sind kein Handel.

00:29:03: Eine Partnerschaft ist auch kein Handel.

00:29:06: Hoffentlich nicht.

00:29:08: Einander heißt aus freien Stücken einander etwas zuwenden.

00:29:13: Und jetzt guckt mal.

00:29:15: Ihr Lieben lasst uns einander lieb haben, denn die Liebe ist von Gott.

00:29:20: Und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott.

00:29:26: Dient einander ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.

00:29:31: als die guten Haushalter von mancherlei Gnade Gottes.

00:29:36: Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi.

00:29:41: Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem anderen, wie auch Gott euch vergeben hat, in Christus.

00:29:53: Da ist das Wort einer dem anderen, habe ich mal als einander durchgehen lassen.

00:29:59: Bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet.

00:30:05: des gerechten Gebetvermarkt viel, wenn es ernstlich ist.

00:30:09: Und lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen, leert und ermahnt einander, in aller Weisheit, mit Psalm, Lobgesängen, geistlichen Liedern.

00:30:19: singt Gott dankbar in euren Herzen.

00:30:22: Es würde sich anders alles anders anhören, wenn überall gegenseitig steht, stimmt's?

00:30:29: Einander ist, wir tun das aus freien Stücken im Wissen und Wollen, dass es dem anderen einander.

00:31:01: Und dann habe ich noch eine Entdeckung gemacht.

00:31:04: Damit möchte ich schließen.

00:31:06: Das war so mein Moment.

00:31:08: der Predigtvorbereitung, wo ich gemerkt habe, wow, das finde ich toll.

00:31:15: Gemeinde zieht es zueinander.

00:31:18: Gemeinde teilt einander, gibt einander Anteil und nimmt Anteil.

00:31:27: Der heilige Geist, finde ich, zeigt sich auch miteinander.

00:31:32: Wer von euch, also wen in unserer Gemeinde bewahrt, wer bewahrt uns davor, dass wir den heiligen Geist mit unserem eigenen Vogel verwechseln, wenn wir mal für irgendeinem Trip drauf sind.

00:31:45: Die Geschwister, das Miteinander, und dann passiert folgendes.

00:31:52: Im letzten Kapitel von Lukas, und letzte Kapitel finde ich ja immer, haben es auch da nochmal in sich, da passiert da nochmal was Besonderes, es ist so eine Randbemerkung.

00:32:03: Und es geschah, als sie so redeten und einander fragten, da nahte sich Jesus selbst zu ihnen und ging mit ihnen.

00:32:15: Für mich steckt da mehr drin.

00:32:18: Das ist zukunftsweisend.

00:32:20: Erinnern wir noch den Anfang?

00:32:23: Jesus zieht die Menschen an.

00:32:27: Wo Jesus auftaucht, da zieht es die Menschen zu ihm.

00:32:33: Jetzt ist es umgekehrt.

00:32:36: Nach seiner Auferstehung sind die Jünger beieinander in all ihren Fragen, in all ihrer Unsicherheit, in allen Grenzen, in all dem, was sie verbockt haben, mit allem, was sie was an Herausforderungen vor Ihnen liegt, mit tausend Fragezeichen in Bezug auf die Vergangenheit und auf die Zukunft.

00:33:00: Und dann fangen Sie an, miteinander zu reden, miteinander zu fragen.

00:33:07: Und was am Anfang der Jesus, der die Menschen angezogen hat, so zieht es jetzt Jesus zu diesen Menschen hin, die das einander leben.

00:33:18: Und das finde ich doch toll.

00:33:20: Wo mir miteinander Ringen fragen, denken, Manchmal auch kämpfen und einander vergeben und Vertrauen üben und zueinander wollen.

00:33:31: Da zieht es Jesus an wie ein Magnet.

00:33:36: Das finde ich toll.

00:33:37: Darauf möchte ich vertrauen und in diesem Sinne möchte auch ich es wagen, immer wieder zu vertrauen, zu vergeben und dieses einander zu suchen.

00:33:53: Lass uns miteinander beten.

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